Sujet 1 - Partie 1 : Synthèse du dossier · Bac Allemand Métropole 2026
Thème : Exil et migrations · Tiré du sujet Métropole France (2026)
Énoncé
DOCUMENT A
Die deutschen Auswanderer
Ein stolzes Schiff streicht einsam durch die Wellen
Es führt uns uns’re deutschen Brüder fort!
Die Flagge weht, die weißen Segel schwellen
5 Amerika ist der Bestimmungsort.
Auf dem Verdecke 1 stehen
Noch einmal anzusehen
Das Vaterland, das heimatliche Grün
Mann, Weib und Kind, eh sie von dannen ziehen 2.
10 Dort zieh’n sie hin, wer wagt es, noch zu fragen
Warum verlassen sie ihr Vaterland?
O, altes Deutschland, kannst du es ertragen,
Daß deine Völker werden so verbannt?
Schaut her, Ihr Volksbeglücker 3,
15 Schaut her, Ihr Unterdrücker 4,
Seht eure besten Arbeitskräfte flieh’n,
Seht, wie sie über’s große Weltmeer zieh’n.
Wir stehen hier am heimatlichen Strande
Und blicken unsern deutschen Brüdern nach.
20 Nicht Hochmuth 5 treibt sie aus dem Vaterlande,
Nein, Nahrungslosigkeit und Noth und Schmach 6.
Was hier nicht war zu finden,
Wollen sie sich dort begründen;
Sie segeln von dem deutschen Boden ab
25 Und suchen in Amerika ein Grab. [...]
Heinrich SCHACHT, Die deutschen Auswanderer, in: Seemanns Liedertafel,
Hamburg, 1860
1 das Verdeck: le pont du bateau
2 von dannen ziehen (alt): partir
3 die Volksbeglücker: (ici) les monarques, ceux qui détiennent le pouvoir
4 die Unterdrücker: les oppresseurs
5 der Hochmuth: l’orgueil
6 die Schmach: l’opprobre, le mépris
DOCUMENT B
Arnold Schwarzenegger wurde 1947 in Thal, Österreich, geboren. 1968 wanderte er in die USA aus, um seine Bodybuilder-Karriere fortzusetzen. Später wurde er als Schauspieler berühmt und diente von 2003 bis 2011 als Gouverneur von Kalifornien.
Ich kann nicht mehr genau sagen, wann zum ersten Mal der Plan entstand, ein Buch über ihn zu schreiben. Eigentlich war es nur logisch, der nächste Schritt. Wenn man sich über so viele Jahre mit einer Person beschäftigt, kommt irgendwann der Wunsch auf, sie umfassend zu beschreiben.
5 Arnold Schwarzenegger weiß von dieser Biographie und er hat mein Vorhaben unterstützt. Ich habe zahlreiche Interviews nur für dieses Buch mit ihm geführt, er hat mit mir über seine Jugend gesprochen, seine Ankunft in Amerika, seinen Aufstieg zum Bodybuilder, zum Filmstar und schließlich zum Gouverneur [...]. Dennoch ist dies keine autorisierte Biographie, die er vor der Veröffentlichung gelesen hat, denn ich will 10 ihn so darstellen, wie ich ihn sehe, nicht, wie er sich selbst sieht.
Schwarzenegger ist für mich vielleicht der amerikanischste Amerikaner, weil er das Klischee vom amerikanischen Traum wie kaum ein anderer verkörpert: Er ist ein Mann ohne besonderes Talent, kein Mozart, kein Nurejew 1. Er wurde nicht hineingeboren in den Erfolg, war kein Naturtalent, weder als Bodybuilder noch als 15 Schauspieler noch als Politiker. Dafür hat Schwarzenegger sehr ausgeprägte Eigenschaften: Er kann Menschen für sich gewinnen, und vor allem hat er einen unbeugsamen Willen und eine ungeheure Disziplin. Er ist eine Lernmaschine, ausgestattet mit einem Gespür für die richtigen Leute. [...]
Je länger ich mich mit Schwarzenegger beschäftigte, desto mehr zog er mich in seinen 20 Bann, sein Lebenslauf, der unwahrscheinliche Erfolg, es von einem Dorf in der Steiermark an die Spitze des bevölkerungsreichsten Bundesstaates der Vereinigten Staaten geschafft zu haben. Sein Leben faszinierte mich, weil es nach einem einzigen Jungenstreich klingt.
Im Juli 2003 war das Männermagazin Esquire erstmals mit Arnold Schwarzenegger 25 als Titelheld erschienen. Die Titelzeile lautete: „Arnold. Der nächste Gouverneur von Kalifornien. Wirklich.“ An das Bild sollte ich noch oft denken. Es war so amerikanisch. Es verkörperte alles, was in Amerika möglich ist und in Deutschland nicht.
Und gleichzeitig war er doch einer von uns, ein Sohn des alten Europa, der es in der neuen Welt geschafft hat, wie es sich so viele wünschen. Als er tatsächlich Gouverneur 30 wurde, war der Spott 2 groß, und am größten war er in Deutschland. Wie kann einer wie Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien werden? Es bestätigte 3 alle Vorurteile, die man hierzulande über Amerika pflegt, jenes große, protzige 4 Land, ignorant, in weiten Teilen blöd, geistig verarmt im Massenkonsum. Diese Reaktion sagt aber auch viel über Deutschland aus: darüber, was hier fehlt, an gesellschaftlicher 35 Offenheit, an Möglichkeiten, vielleicht auch an Irrsinn. In Deutschland jedenfalls hätte Schwarzenegger keine Chance gehabt. Am Ende war es wohl das, was mich dazu brachte, mich intensiver mit ihm zu beschäftigen. Ich wollte wissen: Was für ein Mensch ist dieser Mann wirklich, was hat ihn zu dem Menschen gemacht, der er ist? Er gilt als eine Berühmtheit, die jeder kennt. Doch wer kennt ihn schon wirklich?
Marc HUJER, Arnold Schwarzenegger, die Biographie, 2009
1 (Rudolf) Nurejew: célèbre danseur et chorégraphe russe
2 der Spott: la moquerie
3 bestätigen: confirmer
4 protzig: bling-bling
DOCUMENT C
www.statista.com, 06.07.2022
Die Vereinigten Staaten galten lange als Traumziel für viele deutsche Auswanderer. [...] Doch das Bild vom amerikanischen Traum scheint an Kraft zu verlieren. [...]
www.deutsche-im-ausland.org, 04.11.2024
Partie 1: Synthèse du dossier (16 points)
Gehen Sie auf die folgenden Punkte in einem zusammenhängenden Text ein. (ca. 500 Wörter)
Fassen Sie den Inhalt des vorliegenden Dossiers zusammen und erklären Sie den thematischen und zeitlichen Hintergrund.
Analysieren Sie die verschiedenen Gründe für die Emigration aus dem deutschsprachigen Raum in die USA im Zusammenhang mit der Entwicklung des Begriffs „amerikanischer Traum“ im Laufe der Zeit.
„Das eigene Land verlassen, um seinen Traum zu verwirklichen“: Diskutieren Sie, inwiefern dieses Thema von hoher Aktualität ist. Belegen Sie Ihre Antwort mit Beispielen aus der Literatur und/oder Ihrer eigenen Erfahrung.

Corrigé
Corrigé proposé par AprenAI (non officiel)
Gehen Sie auf die folgenden Punkte in einem zusammenhängenden Text ein. (ca. 500 Wörter)
Réponse : Das vorliegende Dossier befasst sich mit der Thematik „Exil und Migrationen“ und beleuchtet die Auswanderung aus dem deutschsprachigen Raum in die Vereinigten Staaten von Amerika im Wandel der Zeit. Historisch betrachtet war die Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert vor allem von existenzieller Not geprägt. In Heinrich Schachts Gedicht „Die deutschen Auswanderer“ (1860, Dokument A) wird die Auswanderung ganzer Familien als schmerzhafte Flucht vor Hunger, Armut und sozialer wie politischer Unterdrückung („Nahrungsosigkeit und Noth und Schmach“) geschildert. Die Heimat bietet den Menschen keine Lebensgrundlage mehr, weshalb sie unter Trauer und Ungewissheit das Vaterland verlassen, um in der Neuen Welt ihr Überleben zu sichern. Im 20. Jahrhundert veränderte sich dieser Migrationsgrund grundlegend. Aus der reinen Flucht vor Armut wurde das Streben nach individueller Entfaltung und sozialem Aufstieg – die Verkörperung des sogenannten „amerikanischen Traums“. Marc Hujers Biografie über Arnold Schwarzenegger (2009, Dokument B) illustriert diesen Wandel par excellence: Ein junger Mann aus einfachen ländlichen Verhältnissen in der Steiermark wandert 1968 in die USA aus und erklimmt durch Disziplin, Ehrgeiz und Anpassungsfähigkeit die Spitzen des Sports, des Films und der Politik. Amerika erscheint hier als Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das individuelle Chancen belohnt, während die europäische Heimat durch Skepsis, Vorurteile und starre gesellschaftliche Konventionen geprägt bleibt. Dokument C (Statista-Grafik und Textauszug, 2021/2024) relativiert diese historische Faszination in der Gegenwart. Zwar gehören die USA mit 8.400 Fortzügen im Jahr 2021 weiterhin zu den beliebtesten Zielen deutscher Staatsbürger, doch die Zahlen sind rückläufig (-1.382 im Vergleich zu 2019). Die Mehrheit der heutigen Auswanderer bevorzugt europäische Nachbarländer wie die Schweiz oder Österreich. Der Mythos des „amerikanischen Traums“ scheint angesichts politischer Polarisierung, sozialer Härten und globaler Unsicherheiten an Strahlkraft verloren zu haben. Dennoch bleibt die Idee, die Heimat zu verlassen, um Träume zu verwirklichen, von brennender Aktualität. In einer globalisierten Welt verlassen weiterhin unzählige Menschen ihre Länder – sei es aus Europa als Hochqualifizierte auf der Suche nach besseren Forschungs- und Arbeitsbedingungen im Silicon Valley, oder aus dem globalen Süden, wo Menschen unter Lebensgefahr aufbrechen, um Krieg, Klimakatastrophen oder wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit zu entkommen. Auch in der Gegenwartsliteratur sowie in persönlichen Erfahrungen zeigt sich: Die Migration ist selten ein leichtfertiger Schritt, sondern oft ein Balanceakt zwischen schmerzhaftem Verlust der Heimat und der Hoffnung auf Freiheit und Selbstverwirklichung.
L’explication pas à pas, faite avec l’IA, est réservée aux membres Premium. Premium
Résous-le ici : correction automatique, indices et corrigé détaillé.
Sujet 2 - Partie 1 : Synthèse du dossier · Métropole 2025 ›