Aufgabe HT 3 · Abitur NRW Recht LK · Haupttermin 2022

Thema: Strafrecht: Straftaten gegen Leben und Körper und Strafzwecke · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2022)

Aufgabenstellung

Abiturprüfung 2022 - Recht Leistungskurs - Aufgabe HT 3

Thema: Strafbare Handlungen durch aktives Tun und passives Unterlassen

1. Erläutern Sie, worin sich strafbares Verhalten durch aktives Tun von strafbarem passivem Nichtstun in Gestalt des echten und des unechten Unterlassungsdelikts unterscheidet, und veranschaulichen Sie jede dieser drei Kategorien mit je einem Beispiel. (24 Punkte)

2. Subsumieren Sie die Strafbarkeit des D im ersten Tatkomplex (Material 1). (14 Punkte)

3. Subsumieren Sie die Strafbarkeit der A im zweiten Tatkomplex (Material 1). (26 Punkte)

4. Beurteilen Sie anhand der Stellungnahme des Bundesverfassungsgerichts, ob eine Garantenpflicht aus § 13 StGB in einer Notlage

von Eltern gegenüber volljährigen Kindern, die nicht mehr im Haushalt leben,

zwischen Geschwistern,

zwischen Verlobten, die noch nicht verheiratet sind,

mit dem verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebot vereinbar ist und befürwortet werden sollte (Material 2). (26 Punkte)

Aufgabenstellung: Aufgabe HT 3 · Abitur NRW Recht LK · Haupttermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1. Erläutern Sie den Unterschied strafbaren Verhaltens...

Lösung: Erörterung des aktiven Tuns, des echten Unterlassungsdelikts (§ 323c StGB) und des unechten Unterlassungsdelikts i.V.m. § 13 StGB.

2. Subsumieren Sie die Strafbarkeit des D im ersten Tatkomplex (Material 1).

Lösung: Prüfung von Körperverletzungsdelikten durch Unterlassen unter Berücksichtigung der Garantenstellung aus Vertrag beim Betrieb des Karussells.

3. Subsumieren Sie die Strafbarkeit der A im zweiten Tatkomplex (Material 1).

Lösung: Prüfung von vorsätzlichen Begehungsdelikten (Körperverletzung) und Rechtfertigung über Notstand § 34 StGB bzw. § 81a StPO.

4. Beurteilen Sie auf der Basis der Stellungnahme des Bundesverfassungsgerichts, ob eine Garantenpflicht...

Lösung: Beurteilung der Garantenpflicht bei Eltern, Geschwistern und Verlobten im Hinblick auf das Bestimmtheitsgebot (Art. 103 Abs. 2 GG).

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