Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Elektronenstrahlhärtung 2026

Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung GK · Elektronenstrahlhärtung (2026)

Aufgabenstellung

Material 2: Leistungsdaten des Lackierprozesses

Die Beschleunigungsspannung des Elektronenstrahls muss an die Dicke der Lackschicht angepasst werden. So wird sichergestellt, dass eine Aushärtung in der gesamten Schicht erfolgt, jedoch keine weitere unnötige Energieaufnahme des darunter liegenden Bauteils erfolgt.

Die Leistung des Elektronenstrahls beträgt 1,0 kW1{,}0\text{ kW}. Pro Gramm des aufgetragenen Lacks muss insgesamt eine Energie von 5,0 kJ5{,}0\text{ kJ} zugeführt werden. Pro 1 kWh1\text{ kWh} zugeführte Energie ist mit Energiekosten von 20 Cent20\text{ Cent} zu rechnen.

Bei dem hier betrachteten Lackierprozess wird eine Schicht mit 80 gm280\,\frac{\text{g}}{\text{m}^2} Lack aufgetragen. Abbildung 2 zeigt den Zusammenhang zwischen der kinetischen Energie der einzelnen Elektronen im Strahl und der damit erreichten prozentualen Aushärtung dieser Lackschicht bei ausreichender Bestrahlungszeit.

Die betriebswirtschaftliche Abteilung eines Lackierbetriebes kalkuliert die Betriebskosten der Anlage unter anderem in Abhängigkeit von der Bestrahlungszeit eines Bauteils, die sich nach der Dicke der Lackschicht und den Energiekosten richtet.

a)

Begründen Sie mithilfe von Abbildung 2 die optimale Beschleunigungsspannung für den in Material 2 beschriebenen Lackierprozess unter Berücksichtigung der Konsequenzen einer zu hohen bzw. zu niedrigen Beschleunigungsspannung.

b)

Bestimmen Sie die Bestrahlungszeit pro Fläche für den in Material 2 beschriebenen Lackierprozess, um eine vollständige Aushärtung zu erzielen.

c)

Erläutern Sie den Mitarbeitenden der betriebswirtschaftlichen Abteilung die Kalkulation der Höhe der Energiekosten pro m2\text{m}^2 am Beispiel des in Material 2 beschriebenen Lackierprozesses.

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Elektronenstrahlhärtung 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Optimale Beschleunigungsspannung UBU_B:

Lösung: 145 kV / 145000 V

a) Begründung und Konsequenzen einer zu niedrigen bzw. zu hohen Beschleunigungsspannung:

Lösung: Haben die Elektronen eine geringere Energie, dann wird keine vollständige Aushärtung erzielt. Wenn sie eine größere Energie besitzen gibt es einen unnötig hohen Energieeintrag in das Bauteil. Die Beschleunigungsspannung sollte daher 145 kV betragen.

b) Bestimmen Sie die Bestrahlungszeit pro Fläche für den in Material 2 beschriebenen Lackierprozess, um eine vollständige Aushärtung zu erzielen.

Lösung: 400 s/m²

c) Erläutern Sie den Mitarbeitenden der betriebswirtschaftlichen Abteilung die Kalkulation der Höhe der Energiekosten pro m²:

Lösung: Die Energiekosten richten sich nach der Menge des aufgetragenen Lackes. Pro Gramm Lack müssen 5,0 kJ durch den Elektronenstrahl der Lackschicht zugeführt werden. Dieser Wert ist immer gleich und wird mit der vorgegebenen Menge an Lack multipliziert. In diesem Beispiel sind dies 80 g pro m². Es ergeben sich somit 80 · 5 kJ pro m² = 400 kJ pro m². Dieser errechnete Wert muss in kWh pro m² angegeben werden, indem durch 3600 geteilt wird, also 400 : 3600 kWh pro m² ≈ 0,111 kWh pro m². Um die Energiekosten pro m² zu erhalten, muss dieser Wert mit dem Strompreis multipliziert werden, also 0,111 · 20 Cent pro m² = 2,22 Cent pro m².

c) Berechnete Energiekosten pro m²:

Lösung: 2,22 Cent/m² / 0,0222 €/m²

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