Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik GK · Elektronenstrahlhärtung 2026
Thema: Geladene Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern · Aus der Prüfung GK · Elektronenstrahlhärtung (2026)
Aufgabenstellung
Elektronenstrahlen zur Härtung von Lacken
Viele Lacke trocknen durch den Eintrag von Wärme. Es gibt jedoch auch Verfahren, bei denen Lacke durch Elektronenbeschuss aushärten. Die kinetische Energie der Elektronen wird auf die Moleküle im flüssigen Lack übertragen, sodass diese sich miteinander vernetzen und einen festen Lack bilden.
Material 1: Erzeugung eines Elektronenstrahls
Zur Erzeugung eines Elektronenstrahls wird eine sogenannte Elektronenkanone verwendet. Aus einem Glühdraht können Elektronen austreten, wenn dieser beheizt ist. Diese Elektronen befinden sich zwischen dem Glühdraht und einer Lochanode in einem elektrischen Feld, welches durch eine zwischen diesen Bauteilen angelegte Spannung entsteht. Die beiden Spannungen (Heizspannung) und (Beschleunigungsspannung) bestimmen die Leistung des Elektronenstrahls. Diese gibt die Summe der Energiebeträge aller je Zeitspanne emittierten Elektronen dividiert durch diese Zeitspanne an. Durch den Betrag der Heizspannung kann die Anzahl der freigesetzten Elektronen pro Sekunde gesteuert werden. Vereinfachend wird angenommen, dass der gesamte Lackierprozess im Vakuum stattfindet.
1 Zunächst soll der Elektronenstrahl näher betrachtet werden.
a)
Erklären Sie mithilfe von Material 1 den Beschleunigungsvorgang von Elektronen innerhalb der Elektronenkanone. [4 BE]
b)
Erklären Sie mithilfe von Material 1 jeweils den Einfluss der Heiz- und Beschleunigungsspannung auf die Leistung des Elektronenstrahls. [4 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) Erklären Sie mithilfe von Material 1 den Beschleunigungsvorgang von Elektronen innerhalb der Elektronenkanone.
Lösung: Zwischen dem Glühdraht und der Lochanode ist eine Beschleunigungsspannung angelegt. Daraus resultiert ein elektrisches Feld zwischen Glühdraht und Lochanode. Die elektrische Kraft auf die ausgetretenen Elektronen zeigt in Richtung der Lochanode, sodass diese in diese Richtung beschleunigt werden.
b) Erklären Sie mithilfe von Material 1 jeweils den Einfluss der Heiz- und Beschleunigungsspannung auf die Leistung des Elektronenstrahls.
Lösung: Die Höhe der Heizspannung bestimmt die Anzahl der freigesetzten Elektronen pro Sekunde. Mit Hilfe der Beschleunigungsspannung wird auf diese eine Energie übertragen. Durch mehr freigesetzte Elektronen wird die übertragene Energie und somit auch die Leistung des Elektronenstrahls erhöht. Eine erhöhte Heizspannung erhöht somit die Leistung des Elektronenstrahls. Die freigesetzten Elektronen durchlaufen das elektrische Feld zwischen dem Glühdraht und der Lochanode, sodass diese beschleunigt werden. Je höher die Beschleunigungsspannung, desto höher ist auch die Energie der einzelnen Elektronen. Somit wird durch eine höhere Beschleunigungsspannung die Leistung des Elektronenstrahls erhöht.
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