Aufgabe 3 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin 2022

Thema: Strukturwandel und Tertiärisierung · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2022)

Aufgabenstellung

Abiturprüfung 2022 – Geographie, Leistungskurs

Thema: Veränderungen im globalen Güterverkehr als Auslöser raumwirksamer Prozesse – Das Beispiel der Seehäfen in der Jade-Weser-Mündung

1.

Lokalisieren Sie die Hafenstandorte Bremerhaven und Wilhelmshaven und kennzeichnen Sie, wie sich die beiden Städte demografisch und sozioökonomisch entwickelt haben. (20 Punkte)

2.

Erläutern Sie, wie die beiden Häfen verkehrsinfrastrukturell angebunden sind, wie sie sich entwickelt haben und welche Bedeutung sie haben, und gehen Sie auf die Maßnahmen der jeweiligen Ausbaupläne ein. (30 Punkte)

3.

Stellen Sie die wesentlichen Aussagen des Modells intermodaler Transportketten dar und nehmen Sie auf dieser Grundlage kritisch Stellung zu den bisherigen Entwicklungen sowie zu den Ausbauplänen. (30 Punkte)

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Jade-Weser-Mündung

Anmerkung: Kavernen sind große unterirdische Hohlräume, die zur Speicherung von Erdgas und Erdöl genutzt werden.

M 3: Bremerhaven und Wilhelmshaven – sozioökonomische Daten

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Jahr · Bremerhaven · Wilhelmshaven · Niedersachsen

2000 · 43.952 · 27.412 · 2.436.007

2010 · 46.993 · 27.976 · 2.356.527

2019 · 52.883 · 31.379 · 3.042.547

Anmerkung: Anteil der maritimen Hafenwirtschaft 2019 (direkt und indirekt) an der Gesamtbeschäftigung: Bremerhaven 21,9 %, Wilhelmshaven 19,1 % und Hamburg 10,8 %

M 4: Güterumschlag der Seehäfen der Jade-Weser-Mündung

Bremerhaven

Jahr · Güterumschlag (in 1.000 t) · Anzahl der Seeschiffe · Hauptumschlaggüter

Container (TEU)* · Pkw/Fahrzeuge

2000 · 30.318 · k. A. · 2.726.301 · 1.099.986

2010 · 55.667 · 6.943 · 5.182.991 · 1.631.443

2019 · 57.285 · 5.239 · 5.180.115 · 2.166.382

Wilhelmshaven

Jahr · Güterumschlag (in 1.000 t) · Anzahl der Seeschiffe · Hauptumschlaggüter

Container (TEU)* · Mineralöl (in 1.000 t)

2000 · 40.927 · 1.559 · – · 29.120

2010 · 24.728 · 1.128 · – · 23.967

2019 · 28.296 · 1.036 · 639.084 · 24.694

* TEU = Twenty-foot Equivalent Unit, Einheit für einen Standardcontainer

M 5: Größenentwicklung in der Containerschifffahrt

Baujahr · Länge in m · Breite in m · Tiefgang in m · Kapazität in TEU

ab 1980 · bis 295 · bis 32,20 · bis 13,50 · bis 5.000

ab 1997 · bis 318 · bis 42,00 · bis 14,50 · bis 6.000

ab 2005 · bis 397 · bis 56,00 · bis 16,50 · bis 14.000

ab 2017 · > 400 · bis 59,00 · bis 16,50 · bis 20.000

M 6: Ausbauprojekt Containerhafen Jade-Weser-Port

Tiefster Seehafen Deutschlands* mit gezeitenunabhängiger Wassertiefe von 18,50 m

Arbeitsplatzprognose 2008

Arbeitsplätze 2014

Arbeitsplätze 2018 · 1.100 – 1.900

650

400

Kosten für allgemeine Infrastruktur (Kaianlagen, Ufereinfassungen, Geländeaufspülung, Anschluss der Verkehrsträger etc.) · ca. 600 Mio. Euro (Hauptinvestor: Land Niedersachsen)

Kosten für spezifische Infrastruktur (Containerbrücken etc.) · ca. 350 Mio. Euro

Containerumschlag-Kapazität pro Jahr · 2,7 Mio. TEU

* Zum Vergleich: Bremerhaven 14,10 m; Hamburg 13,80 m (Vertiefung auf 14,50 m 2021 abgeschlossen)

Ausbauzustand 2019 und Ausbaupläne

Planungen für Anlandemöglichkeiten für Flüssiggastanker jeder Größe

VW-Logistikzentrum: Baubeginn 2018, Inbetriebnahme 2019; ca. 500 Beschäftigte

M 7: Containerterminal Bremerhaven – Ausbaupläne

zentrale Infrastrukturmaßnahme: Vertiefung der Fahrrinne in der Wesermündung von derzeit 14,10 m auf 14,50 m; Baubeginn 2023, Fertigstellung 2025

gezeitenunabhängige Wassertiefe nach dem Ausbau: 14,10 m

Ausbau der Hafenumschlagsanlagen im Bereich des Containerumschlags; Steigerung der Umschlagkapazität pro Jahr von derzeit 6 auf 7 Mio. TEU

Höhe der geplanten Investitionen in allgemeine Infrastruktur (Kaianlagen, Ufereinfassungen, Anschluss der Verkehrsträger etc.): ca. 170 Mio. Euro (Hauptinvestor: Land Bremen)

durch den Ausbau entstehende neue Arbeitsplätze im Hafenbereich: 350

Verkehrsanbindung des Überseehafens und der hafennahen Gewerbegebiete an die Autobahn A27, u. a. durch den sogenannten Hafentunnel; geschätztes Investitionsvolumen: ca. 370 Mio. Euro

M 8: Seehäfen der Nordrange

Anmerkung: Nordrange ist eine Bezeichnung für die kontinentaleuropäischen Häfen an der Nordsee.

M 9: Modell intermodaler Transportketten

M 10: Positionen der Landesregierungen Bremen und Niedersachsen

Bremen: Ziel bremischer Politik muss es daher sein, die ökonomische Schlüsselrolle der Häfen für das Land Bremen auch in den kommenden Jahren zu erhalten und auszubauen. Hierzu gilt es, im Rahmen einer konsequenten Investitions- und Instandhaltungsstrategie verschiedene, wichtige Projekte und Themenstellungen zu evaluieren und bedarfsgerecht umzusetzen.

Niedersachsen: Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen zu sichern gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben der niedersächsischen Wirtschaftspolitik. Eine gut ausgebaute Infrastruktur (Häfen, Hinterlandanbindungen, Gewerbeflächen) ist dabei der Schlüssel zu Wachstum und Beschäftigung in der seit jeher eher strukturschwachen Küstenregion. Hier eine vernünftige Balance zwischen notwendigen Investitionen auf der einen und strukturell ausgeglichenen Haushalten auf der anderen Seite zu finden, wird auch in den nächsten Jahren zu den wesentlichen Herausforderungen gehören. Aus- und Neubaumaßnahmen müssen sich demzufolge streng am Bedarf orientieren.

Aufgabenstellung: Aufgabe 3 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1. Lokalisieren Sie die Hafenstandorte Bremerhaven und Wilhelmshaven und kennzeichnen Sie, wie sich die beiden Städte demografisch und sozioökonomisch entwickelt haben.

Lösung: Ausarbeitung zur Lokalisierung sowie zur demografischen und sozioökonomischen Situation beider Städte auf Basis von M 1 bis M 3.

2. Erläutern Sie, wie die beiden Häfen verkehrsinfrastrukturell angebunden sind, wie sie sich entwickelt haben und welche Bedeutung sie haben, und gehen Sie auf die Maßnahmen der jeweiligen Ausbaupläne ein.

Lösung: Ausarbeitung zu Anbindung, Umschlagentwicklung, Stellung in der Nordrange und Ausbauplänen auf Basis von M 1, M 2 sowie M 4 bis M 8 und M 10.

3. Stellen Sie die wesentlichen Aussagen des Modells intermodaler Transportketten dar und nehmen Sie auf dieser Grundlage kritisch Stellung zu den bisherigen Entwicklungen sowie zu den Ausbauplänen.

Lösung: Ausarbeitung zum Modell intermodaler Transportketten (M 9) sowie kritische Erörterung und begründetes Urteil zu den Ausbauprojekten.

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