Aufgabe 4 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin 2022

Thema: Stadtentwicklung und Stadtumbau · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2022)

Aufgabenstellung

Abiturprüfung 2022 – Geographie, Leistungskurs

Thema: Leitbildorientierte Stadtentwicklung – Das Beispiel Heidelberg-Bahnstadt

Materialgrundlage

M 1: Atlaskarten nach Wahl

M 2: Heidelberg – Stadtteile

M 3: Heidelberg – Wirtschaft

M 4: Heidelberg – Demografie

M 5: Heidelberg – Daten und Fakten

M 6: Heidelberg – Ausschnitt Stadtplan

M 7: Heidelberg – Immobilienpreise

M 8: Bahnstadt – Daten und Fakten

M 9: Bahnstadt – realisierte und geplante Vorhaben

M 10: Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt

M 11: Bahnstadt – Pressemeldungen

M 2: Heidelberg – Stadtteile

M 3: Heidelberg – Wirtschaft

Quelle: www.statistik-bw.de (Zugriff 07.12.2021)

M 4: Heidelberg – Demografie

* Prognose. Altersstruktur Baden-Württemberg 2005 (19,1/14,4/23,4/25,3/17,8) und 2019 (17,0/14,6/19,2/28,8/20,4). Quellen: Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadt Heidelberg; www.statistik-bw.de

M 5: Heidelberg – Daten und Fakten (Stand 2020)

5 Hochschulen, 39.000 Studierende, Universität als größter Arbeitgeber

Sitz internationaler Forschungseinrichtungen, u. a.: Europäisches Laboratorium für Molekulare Biologie, Krebsforschungszentrum

Tourismus: historische Altstadt, 11,9 Mio. Gäste jährlich

Grünflächenanteil 70 %

Bildung: Gymnasialquote 70 % (Baden-Württemberg 44 %); Akademikerquote 38 % (Baden-Württemberg 20 %)

aktuelle durchschnittliche Wohnungsmiete pro m²: 11,30 €; Bahnstadt: 14,70 €; angrenzende Gemeinden: 8,00 €

Einschätzung der Lebensqualität (ausgewählte Indikatoren im Bereich Wohnen)

Anmerkung: Die Einschätzung ist das Ergebnis einer Studie, in der die Lebensumstände in allen deutschen Kreisen und Städten Anfang der 2000er-Jahre untersucht wurden. 0 ≙ schlechte Bewertung; 10 ≙ gute Bewertung. Im Gesamtranking belegte Heidelberg auf Basis von 53 Indikatoren den zweiten Platz.

M 6: Heidelberg – Ausschnitt Stadtplan

Anmerkung: Die abgebildete räumliche Situation im Bereich der heutigen Bahnstadt entspricht der von 1997.

M 8: Bahnstadt – Daten und Fakten

neuer Stadtteil von Heidelberg (seit 2010); Träger der Entwicklungsmaßnahme: Stadt Heidelberg

ehemaliger Güter- und Rangierbahnhof (Stilllegung 1997) sowie Militärfläche der US-Armee (Übereignung an die Stadt Heidelberg Anfang der 2010er Jahre)

Gesamtfläche: 116 ha, Deutschlands größtes innerstädtisches Siedlungsprojekt

größte Passivhaussiedlung* der Welt

Projektlaufzeit: 2008 bis 2027; Ziele: ca. 6.500 Einwohner in ca. 3.700 Wohneinheiten; 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätze

Verkaufsstart von Immobilien: September 2010

Investitionserwartungen: ca. 2 Mrd. €

Wissensquartier: 22 ha großer Bahnstadt-Campus; Herzstück: das repräsentative Büro- und Laborgebäude SkyLabs

19 ha große Fläche für Wissenschaft und Hightech-Unternehmen

Ansiedlung von bereits fünf Firmen auf dem rund 2,7 ha großen Campus-Technologiepark (Stand 2020)

Strom- und Wärmeversorgung aus 100 % erneuerbaren Energien

* Deckung des Energiebedarfs durch Sonneneinstrahlung und Wärmeabgabe von Geräten und Personen im Innenraum

M 9: Bahnstadt – realisierte und geplante Vorhaben

M 10: Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt

M 11: Bahnstadt – Pressemeldungen

Verkehrsclub kritisiert Stadt wegen Bahnstadt

Viele Pkw, viel Verkehr: Felix Berschin wirft der Stadt eine „klimapolitische Fehlleistung“ vor – Mit dem Auto heim zum Passivhaus?

[...] Berschin fordert die Stadt Heidelberg auf, eine ehrliche Klimabilanz zur größten Passivhaussiedlung der Welt aufzustellen. „Nach Berechnungen des VCD kommt ziemlich genau die CO2-Einsparung aus den Gebäuden nun bei den Autoabgasen wieder heraus“. [...] „Jeder Bewohner spart gegenüber einem Niedrigenergiehaus durch das Passivhaus 227 Liter Diesel pro Jahr. [...] Umso enttäuschender sei es aber, dass allein die Auspendler aus der Bahnstadt statistisch berechnet 162 Liter pro Jahr und Einwohner verbrauchten.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 28.05.2019

Zeitgemäßes Bauen ist in Heidelberg nicht einfach

Der Architekturexperte Bernd Müller über die anhaltende Kritik an der Bahnstadt und wenig gelungene Neubauten

Die Bahnstadt als jüngster Stadtteil Heidelbergs polarisiert wie kein anderer. Wie finden Sie die Passivhäuser, begrünten Doppel-Fassaden und Dächer?

Ich wohne in der Weststadt – die war auch mal ein neuer Stadtteil. Als man diese gebaut hat, standen da nur Häuser. Und wenn Sie heute durch die Weststadt laufen, sehen Sie einen hohen Grünanteil in den Außenräumen. So wird das auch in der Bahnstadt kommen. Man muss dem neuen Stadtteil und der Natur einfach nur Zeit geben. Die Planer haben sich die grünen Räume und Grünflächen ja mitgedacht.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 14.10.2017

Heidelberger-Bahnstadt: Ein Stadtteil nur für Gutverdiener?

Wohnungen in der Bahnstadt sind begehrt und teuer, vor allem durch den durchgängigen Passivhausstandard. Darum gibt es ein Förderprogramm, das Mieter und Käufer bezuschusst, es steht ein Topf von sechs Millionen Euro zur Verfügung. 20 Prozent der Bewohner sollen in den Genuss dieses Geldes kommen, wenn die Bahnstadt fertig gebaut ist. Doch Ende Dezember 2014 waren es nur rund neun Prozent. Vor allem bei den Eigentumswohnungen scheint das Programm nicht zu funktionieren. Von den zum Stichtag fertiggestellten 861 Wohnungen in der Bahnstadt wurden nur 73 finanziell gefördert. Bei Mietverhältnissen waren es 64, bei Käufern neun. Rund 160 000 Euro wurden bisher ausgezahlt.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 14.03.2015

1.

Lokalisieren Sie die Stadt Heidelberg und kennzeichnen Sie ihre demografische sowie sozioökonomische Lage zu Beginn der 2000er Jahre. [20 Punkte]

2.

Erläutern Sie auf dieser Grundlage, wie sich der Stadtteil Bahnstadt entwickelt hat und welche Bedeutung er besitzt. [32 Punkte]

3.

Ordnen Sie die Entwicklungen in der Bahnstadt dem Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt zu und nehmen Sie kritisch Stellung zu den bereits realisierten sowie den geplanten Vorhaben. [28 Punkte]

Aufgabenstellung: Aufgabe 4 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1. Lokalisieren Sie die Stadt Heidelberg und kennzeichnen Sie ihre demografische sowie sozioökonomische Lage zu Beginn der 2000er Jahre.

Lösung: Ausführliche Lokalisierung und Darstellung der demografischen und sozioökonomischen Situation Heidelbergs Anfang der 2000er-Jahre gemäß Bewertungsraster.

2. Erläutern Sie auf dieser Grundlage, wie sich der Stadtteil Bahnstadt entwickelt hat und welche Bedeutung er besitzt.

Lösung: Ausführliche Erläuterung der Entwicklung und Bedeutung des Stadtteils Bahnstadt vor dem Hintergrund der Heidelberger Ausgangssituation gemäß Bewertungsraster.

3. Ordnen Sie die Entwicklungen in der Bahnstadt dem Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt zu und nehmen Sie kritisch Stellung zu den bereits realisierten sowie den geplanten Vorhaben.

Lösung: Ausführliche Einordnung in das Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt sowie begründete kritische Stellungnahme gemäß Bewertungsraster.

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