Aufgabe HT 2 · Abitur NRW Geographie GK · Haupttermin · bilingual Englisch 2023

Thema: Rohstoffförderung als Entwicklungsimpuls · Aus der Prüfung GK · Haupttermin · bilingual Englisch (2023)

Aufgabenstellung

Topic: Spatial and Economic Development through Mining of Raw Materials? – Case Study: Copper Mining, Zambia

Zugelassene Hilfsmittel: Atlas, ein- und zweisprachiges Wörterbuch, Taschenrechner.

1.

Locate Zambia and characterize the country's level of development as well as its economic and demographic structures. [22 Punkte]

2.

Taking Zambia's socio-economic situation into account, illustrate how copper mining in Zambia has developed, how it is structured and what significance it has. [30 Punkte]

3.

Comment on how far copper mining supports sustainable development in Zambia. [28 Punkte]

Aufgabenstellung: Aufgabe HT 2 · Abitur NRW Geographie GK · Haupttermin · bilingual Englisch 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1. Locate Zambia and characterize the country's level of development as well as its economic and demographic structures.

Lösung: Sambia liegt im südlichen Afrika (Binnenstaat), Grenzregion im Süden sowie die Provinz Copperbelt sind wirtschaftliche Aktivräume (landwirtschaftlich intensive Nutzung, Bodenschätze, industrielle und verkehrsinfrastrukturelle Erschließung). Demgegenüber stehen die infrastrukturell wenig erschlossenen, landwirtschaftlich extensiv genutzten Regionen im Norden und Westen. Die Bevölkerungsverteilung zeigt starke regionale Disparitäten (hohe Dichte in Lusaka und Copperbelt, geringe Dichte in Nordwesten/Westen). Der niedrige Entwicklungsstand zeigt sich ökonomisch (geringes BIP/Kopf, Sektorenverteilung mit hohem informellem Primärsektoranteil bei der Beschäftigung, einseitige Exportausrichtung auf Bodenschätze, zunehmende Verschuldung, Außenhandelsdefizit) sowie sozial (hohes Bevölkerungswachstum, hoher Anteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, geringes Bildungsniveau, vergleichsweise geringe Lebenserwartung).

2. Taking Zambia's socio-economic situation into account, illustrate how copper mining in Zambia has developed, how it is structured and what significance it has.

Lösung: Kupfer hat aufgrund seiner vielseitigen industriellen Verwendbarkeit (u. a. Informations- und Zukunftstechnologien) eine hohe globale Bedeutung und Nachfrage. Der Kupferabbau in Sambia hat seinen Ursprung in der britischen Kolonialzeit (Infrastrukturaufbau ab 1880, erster Abbau 1902), wodurch bestimmte Besitzstrukturen angelegt wurden. Räumlich konzentriert sich der Abbau stark auf die Provinz Copperbelt (dominierender Anteil an der landesweiten Fördermenge, hohe Beschäftigungswirksamkeit, Abbau sowohl im Tagebau als auch im Untertagebau). Nach der Unabhängigkeit und Verstaatlichung (ZCCM ab 1982) blieb die Produktion bis Ende der 1970er-Jahre zunächst hoch, sank dann unter staatlicher Führung und ging infolge der weltwirtschaftlichen Krise sowie abnehmender öffentlicher Investitionen weiter zurück. Seit Mitte der 1990er-Jahre erfolgte eine Reprivatisierung (Folge wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Korruption) mit erneuter Steigerung der Produktionsmengen. Heute ist Kupfer wirtschaftlich von großer Bedeutung für Sambia: hoher Anteil an der weltweiten Kupferproduktion, kontinuierlicher Anstieg des Handelsvolumens, deutliche Zunahme von BIP und ausländischen Direktinvestitionen, wichtige staatliche Deviseneinnahmen sowie bedeutender nationaler und regionaler Beschäftigungsfaktor.

3. Comment on how far copper mining supports sustainable development in Zambia.

Lösung: Aufgrund der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und der zunehmenden Bedeutung für Zukunftstechnologien ist mit einer weiterhin steigenden globalen Nachfrage nach Kupfer zu rechnen. Positive wirtschaftliche Aspekte sprechen für eine zukunftsfähige Entwicklung Sambias: Zunahme ausländischer Direktinvestitionen, wachsendes Exportvolumen, wichtige staatliche Einnahmequelle und Devisenbringer sowie ein tendenziell steigender Weltmarktpreis für Kupfer. Dem stehen jedoch kritische ökonomische Aspekte gegenüber: monostrukturelle Ausrichtung und damit verbundene Abhängigkeit, Anfälligkeit für weltwirtschaftliche Krisen, Schwankungen des Weltmarktpreises sowie Konkurrenz mit anderen Kupferexporteuren. Kritisch anzumerken ist zudem, dass es sich bei Kupfer um einen endlichen Rohstoff handelt, dessen Förderung bei gleichbleibender Produktion nach ca. 20 Jahren in Sambia erschöpft sein wird. Hinzu kommen soziale Risiken (Verstärkung regionaler Disparitäten, Gefahr von Arbeitsplatzverlusten in der monostrukturierten Provinz Copperbelt, Rückzug internationaler Unternehmen aus der Finanzierung öffentlicher und sozialer Infrastruktur seit Beginn der 2000er-Jahre) sowie negative ökologische Aspekte (hohe gesundheitliche Beeinträchtigung durch Schwefeldioxidemissionen, Kupfergewinnung in unmittelbarer Nähe zu besiedelten Gebieten, Gefahr von Trinkwasserverunreinigungen infolge undichter Absetzbecken, Fig. 8). Abschließend ist ein begründetes Urteil zu formulieren, das wirtschaftliche Chancen gegen soziale und ökologische Risiken abwägt.

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