Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch LK · Höll: Freiwillige Feuerwehr. Es bre 2021
Thema: Sprachmittlung Deutsch → Englisch (Mediation) · Aus der Prüfung LK · Höll: Freiwillige Feuerwehr. Es brennt (2021)
Aufgabenstellung
1 Aufgabe
Aufgabenstellung
Your American friend is active in the National Junior Firefighter Program and is interested in how other countries organize firefighting and what challenges they are facing.
Based on the article below, write him/her an email in which you present the situation of firefighting in Germany.
Material: Freiwillige Feuerwehr. Es brennt (2017)
von Susanne Höll
1 Sunny ist neun Jahre alt, ein zarter Junge mit Brille und klaren Berufsvorstellungen. Professor will er werden, Medikamente erfinden. Chemiker also? Er denkt nach, nickt dann mit dem Kopf. Ja, Experimente fände er toll. Auch deshalb ist er an diesem grauen, verregneten Samstag in das Feuerwehrhaus in Winnen im Westerwald gekommen. Dort treffen sich die jüngsten
5 Brandexperten der Gegend, gut 20 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Sie sind die Bambini-Gruppe. Die große Nachwuchshoffnung der Feuerwehr.
Sunny kommt am Morgen des Sankt-Martins-Tages 1 auf seine Kosten. Erst ein Vortrag über gefährliche Feuer und die Frage, warum man Kerzen nicht unter einer Gardine anzündet. Dann geht's ab nach draußen. Im Eisenkorb brennen Scheite. Nicole Müller-Nilges, hauptberuflich
10 Erzieherin und ehrenamtliche Leiterin der Bambini, wirft allerlei Dinge in die Flammen: Watte, Papier, Alufolie. Die Kinder lernen, dass Vorsicht geboten ist, wenn man in der Wohnung mit einem Kuscheltier in der Nähe von Feuer hantiert. Und Sunny? Möchte trotzdem nicht so ganz gern Feuerwehrmann werden.
Mehr als 200 Kinderfeuerwehren gibt es inzwischen in Rheinland-Pfalz. Ohne sie hätte die
15 Freiwillige Feuerwehr keine Zukunft mehr. Zwar herrscht nicht überall Notstand, vielerorts aber schon. Von den Bambini findet vielleicht der eine oder die andere den Weg in die Jugendfeuerwehr, in Winnen und dem benachbarten Gemünden sind es in diesem Jahr vier. Sie lindern die Sorge, die Verantwortliche insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen der Republik quält: Immer weniger Leute engagieren sich in ihrer Freizeit bei der
20 Feuerwehr. Frank Hachemer, Präsident des Feuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz sagt: „Um das System der Freiwilligen Feuerwehr beneidet uns die ganze Welt. Und wir sind drauf und dran, seinen Niedergang zu erleben.“
Etliche Menschen glauben noch immer, der Dienst läge in den Händen von Hauptamtlichen. Falsch. Allein große und größere Städte in Deutschland leisten sich eine Berufsfeuerwehr, gut
25 100 gibt es in der Republik. Wer einen Unfall hat, Opfer von Überschwemmungen oder Feuer ist, erhält zumeist Hilfe von Freiwilligen. Etwa 24 000 solcher Wehren gibt es deutschlandweit. Noch, wohlgemerkt.
Denn vielerorts finden sich keine Freiwilligen mehr. Dann müssen die Gemeinden Menschen für den Dienst einziehen. Eine Handvoll Orte, vor allem in Norddeutschland, haben
30 Pflichtwehren. Keine ideale Lösung, sagen die, die etwas von der Sache verstehen. Die Freiwillige Feuerwehr in ländlichen Regionen spürt den gesellschaftlichen Wandel. Dort, wo die Wirtschaft nicht brummt und Jobs rar sind, ziehen junge Leute fort. Die, die bleiben, pendeln oft, der Arbeit wegen, haben Schichtdienst und in ihrer Freizeit keine Lust auf ein knochenhartes Ehrenamt. [...]
35 Ohne intensive Nachwuchsarbeit, da sind sich Fachleute einig, wird die Freiwillige Feuerwehr einen Niedergang erleben und die Sicherheit leiden. Die Retter sollen schließlich möglichst schnell vor Ort sein. Auch in Bayern hat man das erkannt. Der demografische Wandel gehe an keiner Region vorbei, sagt Landesfeuerwehrpräsident Alfons Weinzierl. „Man muss Werbung machen, unaufhörlich Werbung – sonst funktioniert es nicht.“ Mit einer Plakataktion
40 oder einem Tag der offenen Tür komme man nicht sehr weit. Noch seien die Freiwilligenzahlen im Freistaat relativ konstant. Aber in zehn Jahren wird es enger werden. Weinzierl prophezeit: „Oberbayern wird auch 2030 noch ganz gut dastehen, Oberfranken weniger.“
Also werben. Nicht nur um junge Männer, sondern auch um junge Frauen, Migranten und, das ist dem Rheinländer Hachemer wichtig, um Menschen mit Behinderungen. In Winnen sind
45 unter den vier Ex-Bambini, die nun zur Jugendwehr wechseln, immerhin zwei Mädchen. Doch der Frauenanteil insgesamt ist gering. Die Freiwillige Feuerwehr muss heute immer noch gegen ihren Ruf einer Männertruppe ankämpfen.
Das gilt auch für Berlin. In der Hauptstadt hat man aber interessanterweise keine Nachwuchsprobleme. Im Gegenteil. [...] Die Gründe, so sagen die Berliner, lägen auf der
50 Hand. Berlin hat seit 40 Jahren eine Jugendfeuerwehr, gewinnt Einwohner hinzu, die Feuerwehr hat bundesweit einen guten Ruf und zieht deshalb auch Freiwillige aus allen Gruppen der Gesellschaft an, in den Randgebieten, aber auch im Zentrum. Die Jugendwehr im Wedding 2 hat gut 60 Mitglieder, die Hälfte stammt aus Migranten-Familien.
1 Sankt-Martins-Tag – Fest des heiligen Martin am 11. November, das mit Laternenumzügen gefeiert wird
2 Wedding – Stadtteil Berlins
Höll, S. (2017, 12. November). Freiwillige Feuerwehr. Es brennt. Süddeutsche Zeitung. (637 Wörter)

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Based on the article below, write him/her an email in which you present the situation of firefighting in Germany.
Lösung: An email to an American friend including the required formal and structural elements (salutation, introduction, coherent paragraphs, closing) covering: Organization of firefighting in Germany: - Professional fire brigades exist almost exclusively in larger cities (only about 100 in total nationwide). - Firefighting is organized mainly on a voluntary basis, with a very large number of voluntary fire brigades (approx. 24,000). - The volunteer system is highly regarded internationally. - Regional differences: in a few regions service has had to be made compulsory due to shortages, whereas other regions (e.g., Berlin) do not experience problems recruiting volunteers. Challenges for voluntary fire departments: - Difficulties finding enough volunteers: - Young people leaving rural and structurally weaker/less developed regions. - People are unwilling to volunteer for physically demanding unpaid work during their leisure time (demands of work, long commutes, shift work). - Stereotypical image of firefighters being predominantly male. - Need for a long-term approach to recruit volunteers before safety is compromised: - Continuous advertising and PR campaigns. - Special programs and early educational work for children (Bambini fire brigades). - Running children's and teenagers' fire brigades to secure the next generation. - Actively targeting underrepresented groups: women, immigrants/migrant families, and people with disabilities.
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