Aufgabe 3 - Artbildung bei der Nord-Giraffe · Abitur NRW Biologie LK · Giraffe 2025
Thema: Evolutionsfaktoren und Artbildung · Aus der Prüfung LK · Giraffe (2025)
Aufgabenstellung
Giraffen: Verwandtschaft, Artbildung und Schutzkonzepte
Bei Giraffen unterscheidet man heute vier Arten und neun Unterarten. Die Verwandtschaft der Arten wurde mithilfe von DNA-Vergleichen aufgeklärt. Alle Arten und Unterarten werden heute als gefährdet eingestuft. Verschiedene Organisationen arbeiten zusammen, um die Biodiversität der Giraffen zu erhalten. Daran sind auch Zoos beteiligt.
Material 3: Verbreitung der Unterarten der Nord-Giraffe
Innerhalb der Nord-Giraffe ( Giraffa camelopardalis) werden unter anderem die beiden Unterarten Westafrikanische Giraffe ( G. camelopardalis peralta) und Kordofan-Giraffe ( G. camelopardalis antiquorum) unterschieden. Diese beiden Unterarten zeigen morphologische Unterschiede (z. B. Fellmuster, Färbung, Körpergröße). Die Populationen der beiden Unterarten leben räumlich getrennt (Abb. 3). Durch die von Süden kommende feuchte Zuflussregion zum Tschad-See ist der Kontakt zwischen beiden zusätzlich eingeschränkt.
3 Entwickeln Sie mithilfe von Material 3 eine Hypothese über den weiteren Verlauf der Artbildung bei der Nord-Giraffe. [9 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
3 Entwickeln Sie mithilfe von Material 3 eine Hypothese über den weiteren Verlauf der Artbildung bei der Nord-Giraffe.
Lösung: Sachlogische Argumentation zur Artaufspaltung (allopatrische Artbildung): - Beide Populationen sind räumlich getrennt (geografische Isolation durch Entfernung und die feuchte Zuflussregion des Tschad-Sees als Barriere) unterbrochener Genfluss. - Beide Populationen sind unterschiedlichen Umwelt- bzw. Selektionsbedingungen ausgesetzt (Dornbuschsavanne mit geringem Bewuchs bei der Westafrikanischen Giraffe vs. Trockensavanne mit hohen Gräsern und einzelnen Bäumen bei der Kordofan-Giraffe). - Unabhängig voneinander auftretende zufällige Mutationen führen zu unterschiedlichen Merkmalen. - Unterschiedliche Selektion aufgrund der unterschiedlichen Umweltbedingungen führt zu einer zunehmenden Divergenz der Genpools und Phänotypen. - Langfristig führt diese Divergenz zur Entstehung reproduktiver Isolationsmechanismen (Fortpflanzungsbarrieren), sodass zwei getrennte biologische Arten entstehen.
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