Aufgabe Vorschlag B3 - Aufgabe 1 · Abitur Hessen Physik GK 2022

Thema: Atommodelle, Atomhülle und Spektren · Aus der Prüfung GK (2022)

Aufgabenstellung

3

Um bei Feuerwerken Flammen zu färben, kommen Stoffe zum Einsatz, die Licht spezifischer Wellenlängen λF\lambda_\text{F} emittieren, wenn man sie in eine (farblose) Flamme hält. Die Färbung entsteht dadurch, dass Elektronen in einen angeregten Zustand versetzt werden und unter Aussenden eines oder mehrerer Photonen wieder in den Grundzustand zurückkehren.

Unter anderem erzeugen Alkalimetalle eine spezifische Flammenfärbung, zum Beispiel Cäsium (λCs=458 nm\lambda_\text{Cs} = 458\text{ nm}), Lithium (λLi=671 nm\lambda_\text{Li} = 671\text{ nm}) und Kalium (λK1=768 nm\lambda_{\text{K}1} = 768\text{ nm} und λK2=404 nm\lambda_{\text{K}2} = 404\text{ nm}).

Aufgaben

1 Von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand die Vorstellung, dass Materie aus massiven, unteilbaren Teilchen, den Atomen (von altgriechisch átomos „unteilbar“), besteht. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Vorstellung vom Aufbau eines Atoms u. a. von den drei Physikern Joseph Thomson, Ernest Rutherford und Niels Bohr grundlegend erweitert.

1.1

Im Material ist die Darstellung eines Atoms nach dem Thomson’schen Atommodell zu sehen. Beschreiben Sie das Atommodell nach Thomson, das auch als „Rosinenkuchenmodell“ bezeichnet wird. (2 BE)

1.2

Das Atommodell nach Rutherford wurde durch den folgenden Streuversuch motiviert: Es wurden α\alpha-Teilchen (positiv geladene Helium-Atomkerne) auf eine Goldfolie gelenkt. Dabei passierten die meisten α\alpha-Teilchen ungehindert die Folie. Es gab aber auch α\alpha-Teilchen, die seitlich bzw. sogar zurückgestreut wurden.

Erläutern Sie, inwiefern das Thomson’sche Atommodell unzureichend ist, um das Ergebnis des Streuversuchs zu erklären, und geben Sie die Schlussfolgerung aus dem Versuchsergebnis an, die zum Atommodell von Rutherford geführt hat. (4 BE)

1.3

Nennen Sie die Bohr’schen Postulate und geben Sie ein experimentelles Ergebnis an, das mit dem Bohr’schen Atommodell erklärt werden kann. (6 BE)

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag B3 - Aufgabe 1 · Abitur Hessen Physik GK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1.1 Beschreiben Sie das Atommodell nach Thomson, das auch als „Rosinenkuchenmodell“ bezeichnet wird.

Lösung: Ein Atom besteht nach Thomson aus einer gleichmäßig positiv geladenen Materiekugel (Kuchen), in die Elektronen (Rosinen) eingebettet sind.

1.2 Erläutern Sie, inwiefern das Thomson’sche Atommodell unzureichend ist, um das Ergebnis des Streuversuchs zu erklären

Lösung: Das ungehinderte Durchdringen der α\alpha-Teilchen durch die Goldfolie ist aufgrund der angenommenen kompakten Kugelform nach Thomson nicht möglich. (Ebenfalls zu akzeptieren: Die Rückwärtsstreuung ist nach Thomson nicht zu erwarten.)

1.2 ... und geben Sie die Schlussfolgerung aus dem Versuchsergebnis an, die zum Atommodell von Rutherford geführt hat.

Lösung: Die positive Ladung und nahezu die gesamte Masse der Atome ist in einem kleinen Zentrum gebündelt, dem Atomkern. Die gesamte negative Ladung tragen die Elektronen der Atomhülle.

1.3 Nennen Sie die Bohr’schen Postulate

Lösung: 1. Der Umlauf der Elektronen erfolgt nur auf bestimmten Bahnen. Auf diesen Bahnen wird keine Energie abgestrahlt. 2. Beim Übergang des Elektrons von einer stationären Bahn zu einer anderen wird die Energiedifferenz in Form eines Photons abgegeben (Emission) oder aufgenommen (Absorption).

1.3 ... und geben Sie ein experimentelles Ergebnis an, das mit dem Bohr’schen Atommodell erklärt werden kann.

Lösung: Mithilfe der Bohr’schen Postulate konnten charakteristische Absorptions- und Emissionsspektren von Atomen erklärt werden.

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