Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022
Thema: Niere: Harnbildung und Regulation des Wasser- und Salzhaushalts · Aus der Prüfung LK (2022)
Aufgabenstellung
3 Fehlfunktionen der Niere können eine ganze Reihe von Ursachen haben. Da unser Körper auf die Funktion der Nieren angewiesen ist, müssen bei schweren Nierenfunktionsstörungen Geräte die Aufgaben der Niere übernehmen. Betroffene müssen meist mehrmals pro Woche zur Dialyse gehen. Während der Dialysebehandlung wird über einen venösen Zugang Blut aus dem Körper gepumpt, im Dialysator (Filter) an der Dialysemembran vorbeigeführt, anschließend gereinigt und wieder zurückgegeben.
3.1
Die Grafik in Material 5 zeigt einen schematischen Ausschnitt aus der Niere mit einem Nephron.
Material 5: Ausschnitt aus der Niere
Benennen Sie die Ziffern 1–8:
Geben Sie je zwei Beispiele für Stoffe an, die in den Bereichen der Ziffern 5 und 7 sezerniert bzw. resorbiert werden.
Erklären Sie beispielhaft fünf charakteristische Veränderungen des Urins, die mit den eigenen Sinnesorganen untersucht werden können.
[11 BE]
3.2
Bei der Dialyse soll der Körper entgiftet und Wasser aus dem Blut entfernt werden. Lebenswichtige Stoffe sollen jedoch im Blut bleiben. Das Prinzip der Dialyse ist in Material 6 dargestellt.
Material 6: Prinzip der Dialyse
Entwickeln Sie eine Hypothese über die Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit, damit diese den genannten Anforderungen gerecht wird.
[7 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
3.1 Benennen Sie Ziffer 1:
Lösung: Nierenrinde
3.1 Benennen Sie Ziffer 2:
Lösung: Nierenmark
3.1 Benennen Sie Ziffer 3:
Lösung: Nierenkelche / Nierenkelch
3.1 Benennen Sie Ziffer 4:
Lösung: Nierenkörperchen
3.1 Benennen Sie Ziffer 5:
Lösung: proximaler Tubulus
3.1 Benennen Sie Ziffer 6:
Lösung: Henle-Schleife
3.1 Benennen Sie Ziffer 7:
Lösung: distaler Tubulus
3.1 Benennen Sie Ziffer 8:
Lösung: Sammelrohr
3.1 Ziffer 5: Resorption (zwei Beispiele)
Lösung: Nährstoffe, H₂O, NaCl, HCO₃⁻
3.1 Ziffer 5: Sekretion (zwei Beispiele)
Lösung: H⁺, NH₄⁺
3.1 Ziffer 7: Resorption (zwei Beispiele)
Lösung: H₂O, NaCl, HCO₃⁻
3.1 Ziffer 7: Sekretion (zwei Beispiele)
Lösung: H⁺, K⁺
3.1 Erklären Sie beispielhaft fünf charakteristische Veränderungen des Urins, die mit den eigenen Sinnesorganen untersucht werden können.
Lösung: 1. Farbe: je dunkler, desto stärker konzentriert durch eventuellen Wassermangel. 2. Geruch: bei Infektionen verändert sich der Geruch. 3. Klarheit des Urins: trübt sich der Urin, spricht das für Anwesenheit von Zellen im Urin. 4. Geschmack: der Urin wird süß bei Anwesenheit von Glukose. 5. Auftreten von Schaum: bei Anwesenheit von Proteinen ist der Urin „schaumig“.
3.2 Entwickeln Sie eine Hypothese über die Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit, damit diese den genannten Anforderungen gerecht wird.
Lösung: Da Harnstoff aus dem Körper entfernt werden soll, darf die Dialyseflüssigkeit keinen Harnstoff enthalten. Damit ist das Konzentrationsgefälle zwischen Blut und Lösung groß und der Harnstoff diffundiert in die Lösung. Das Gleiche gilt für Kreatinin und Harnsäure. Dagegen sollten lebenswichtige Blutbestandteile, z. B. Mineralsalze, in der Dialyseflüssigkeit in bluttypischer Konzentration enthalten sein. So finden entsprechende Übergänge statt. Das Ziel des Wasserentzugs könnte erreicht werden, indem die Osmolarität der Dialyselösung höher eingestellt wird als die des Blutes. Durch Osmose gelangt das Wasser aus dem nun hypotonischen Blut in die hypertonische Dialyseflüssigkeit. Für den Stoff, der zur Steigerung der Osmolarität verwendet wird, darf die Dialysemembran nicht permeabel sein.
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