Sujet 2 - Partie 2 : Transposition en français · Bac Allemand Métropole 2026
Thème : Transposition en français des idées d'un document · Tiré du sujet Métropole France (2026)
Énoncé
Document A
Undines 1 gewaltiger Vater
In diesem Text beschreibt der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll seine persönliche Beziehung zum Rhein.
Ich bin bereit, dem Rhein alles zu glauben: nur seine sommerliche Heiterkeit 2 habe ich ihm nie glauben können, ich habe diese Heiterkeit gesucht, aber nie gefunden, vielleicht ist es ein Augenfehler oder ein Gemütsfehler, der mich hinderte, diese Heiterkeit zu entdecken.
5 Mein Rhein ist dunkel und schwermütig 3. […] Ich bin mit den weißen Schiffen gefahren, über die Rheinhöhen gegangen, mit dem Fahrrad von Mainz bis Köln, von Rüdesheim bis Deutz, von Köln bis Xanten gefahren, im Herbst, im Frühjahr und im Sommer, ich habe während des Winters in kleinen Hotels gewohnt, die nahe am Fluss lagen, und mein Rhein war nie der Sommer-Rhein.
10 Mein Rhein ist der, den ich aus meiner frühesten Kindheit kenne: ein dunkler, schwermütiger Fluss, den ich immer gefürchtet und geliebt habe; drei Minuten nur von ihm entfernt bin ich geboren; ich konnte noch nicht sprechen, so eben laufen, da spielte ich schon an seinen Ufern.
Mein Rhein ist der Winterrhein, der Rhein der Krähen, die auf Eisschollen nordwestwärts 15 ziehen, den Niederlanden zu; ein Breughel-Rhein, dessen Farben Grüngrau sind, Schwarz und Weiß, viel Grau, und die bräunlichen Fassaden der Häuser, die sich erst wieder auftakeln, wenn der Sommer naht. Ich habe immer noch Angst vor dem Rhein, der im Frühjahr böse werden kann, wenn Hausrat 4 im Fluss dahintreibt, ertrunkenes Vieh, entwurzelte Bäume; wenn auf die Uferbäume Plakate mit dem roten Wort 20 Warnung geklebt werden. (…) Angst vor dem Rhein, der unheimlich und so sanft durch die Träume der Kinder murmelt, ein dunkler Gott, der bewiesen haben will, dass er noch Opfer 5 fordert: heidnisch, Natur, nichts von Lieblichkeit, wird er breit wie ein Meer, dringt in Wohnungen ein, steigt grünlich in den Kellern hoch, quillt aus Kanälen, brüllt unter Brückenbögen dahin: Undines gewaltiger Vater.
Heinrich Böll, Menschen am Rhein, 1960.
1 Undine: Name einer Frau in der germanischen Mythologie, Nixe, Wasserfrau
2 die Heiterkeit: la gaieté
3 schwermütig: mélancolique
4 der Hausrat: les meubles (emportés par les flots)
5 das Opfer: la victime, le sacrifice
Document B
Deutschland verliert gerade einen großen Teil seiner Identität
SPIEGEL: Frau Mattheis, der Dürre-Sommer in Deutschland brachte in diesem Jahr auch Waldbrände 1 mit sich: in Brandenburg etwa oder in Sachsen. Was verlieren wir in diesem Feuer neben den Bäumen?
5 Lisa Mattheis: Aus meiner Sicht als Kunsthistorikerin ist das eine ganze Menge: Deutschland verliert durch diese Brände gerade einen großen Teil seiner Identität. Schließlich sind die Deutschen und ihr Wald unzertrennlich, der Wald ist omnipräsent im deutschsprachigen Kulturraum. Denken Sie an die berühmten Gemälde Caspar David Friedrichs, an die bedeutenden Lyriker Heinrich Heine oder Joseph von Eichendorff, die den Wald in ihrer Poesie beschrieben haben. In der Romantik wurde 10 der Begriff „Waldeinsamkeit“ geprägt. Er meint das Mit-Sich-Sein in der Abgeschiedenheit des Waldes. Denken Sie aber auch an das berühmte Märchen Hänsel und Gretel: Dort ist der Wald der große, finstere, undurchdringbare Ort.
SPIEGEL: Wie kommt es, dass der Wald in unserer Kultur eine so große Rolle spielt?
Lisa Mattheis: Zum einen ist Deutschland einfach stark bewaldet. Wer hier aufwächst, 15 lernt in seiner Kindheit und Jugend mit großer Wahrscheinlichkeit verschiedene Wälder kennen. Selbst Städter kennen meist einen Wald um die Ecke. Zum anderen ist der Wald Teil unseres Gründungsmythos’. Gehen wir etwa 2000 Jahre zurück, es war um das Jahr 9 nach Christus: In der Varusschlacht 2, die auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt wird, schlugen die germanischen Volksstämme die Römer. Der Sieg geriet für 20 Hunderte Jahre in Vergessenheit und wurde erst später, ab der Romantik zur Geburtsstunde der deutschen Nation verklärt.
SPIEGEL: Apropos verklärt: Auch im Nationalsozialismus spielte der Wald eine Rolle.
Lisa Mattheis: In der Tat, die Nazis hatten eine sehr sonderbare Beziehung zum Wald. Für sie war der deutsche Wald gegenüber anderen Nationen ein Überlegenheitsfaktor 3. 25 Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fand eine langsame, ich nenne es mal: Rehabilitierung des Waldes statt. Manche erinnern sich vielleicht noch an den US-Zeichentrickfilm „Bambi“, der verspätet 1950 in die deutschen Kinos kam. Der junge Hirsch hüpft durch seine sorglose Kindheit im Wald, muss sich immer wieder Gefahren stellen, aber natürlich geht am Ende alles gut. Damit war der Wald ein Lebensraum für 30 Tiere, für viele ein Rückzugsort.
SPIEGEL: Ein guter Ort, der mit Entspannung, Spaziergängen, kleinen Abenteuern verbunden wird.
Lisa Mattheis: Heute gibt es in der Natur wohl keinen anderen Ort, der mit so viel Symbolkraft aufgeladen ist. In den Wald flieht man vor der unruhigen Welt. Die moderne 35 „Work-Life-Balance“ vollendet sich im Wald; der Wald als Ort, an dem Heilung stattfinden kann.
Nach Spiegelonline, 12.08.2022
1 die Waldbrände: les incendies de forêts
2 die Schlacht: la bataille
3 die Überlegenheit: la supériorité
Document C
Partie 2: Transposition en français
[4 points]
Un jeune Français de passage dans le Brandebourg est témoin des incendies qui ravagent la région. Vous lui expliquez comment Lisa Mattheis décrit pour le journal Der Spiegel la relation des Allemands avec la forêt.

Corrigé
Corrigé proposé par AprenAI (non officiel)
Un jeune Français de passage dans le Brandebourg est témoin des incendies qui ravagent la région. Vous lui expliquez comment Lisa Mattheis décrit pour le journal der Spiegel la relation des Allemands avec la forêt.
Réponse : Exemple de proposition de réponse : Pour comprendre l'émoi suscité par ces incendies, il faut savoir que, selon l'historienne de l'art Lisa Mattheis, la forêt et l'identité allemande sont indissociables. En brûlant, ce ne sont pas seulement des arbres qui disparaissent, mais tout un pan de la culture germanique. Tout d'abord, ce lien est nourri par le quotidien et la géographie : l'Allemagne est un pays très boisé, et chaque Allemand grandit avec une forêt à proximité. Sur le plan artistique et littéraire, la forêt est omniprésente depuis le romantisme : elle a inspiré les tableaux de Caspar David Friedrich, les poèmes de Heine ou d'Eichendorff, et a donné naissance au concept de *Waldeinsamkeit* (le sentiment de paix et de solitude bienfaisante au cœur des bois), sans oublier les contes traditionnels comme *Hänsel et Gretel*. Historiquement, la forêt est au cœur d'un mythe fondateur : la victoire des tribus germaniques contre les Romains lors de la bataille de Teutoburg en l'an 9, érigée plus tard en acte de naissance de la nation. Si cette symbolique a été détournée par l'idéologie nazie comme marque de supériorité, la forêt s'est ensuite dépolitisée après-guerre pour redevenir un espace naturel protecteur. Aujourd'hui, elle incarne un refuge indispensable face au stress de la vie moderne : un lieu de promenade, de ressourcement, d'équilibre personnel (*Work-Life-Balance*) et de guérison spirituelle.
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