Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · DECT-Telefon 2025

Thema: Wellen: Ausbreitung und stehende Wellen · Aus der Prüfung LK · DECT-Telefon (2025)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: DECT

DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ist ein Funk-Standard, der vor allem für die Telefonie innerhalb von Gebäuden ausgelegt ist. Für DECT wird in Europa in der Regel der Frequenzbereich von 1880-1900 MHz genutzt. Es sind aber auch die folgenden Bereiche möglich (wenn auch selten angewendet): 1900-1980 MHz, 2010-2025 MHz und 2400-2480 MHz.

Material 2: Reflexion von Strahlung an einer Metallplatte

Der Sender S ist die Basisstation des Telefons, die kontinuierlich eine elektromagnetische Welle aussendet. Der Empfänger E kann die Empfangsintensität an einem Ort messen und anzeigen. Im Abstand xx wird hinter dem Empfänger E eine Metallplatte positioniert. An der Metallplatte wird die elektromagnetische Welle reflektiert.

Versuch 1:

Durch langsames Verschieben des Empfängers (Abb. 1) wird der Abstand xx zwischen Empfänger und Metallplatte vergrößert. Sender und Metallplatte bleiben ortsfest. Man registriert ausgeprägte Minima und Maxima der Empfangsintensität, wobei die ersten beiden Maxima bei x1=3,9 cmx_1 = 3{,}9\text{ cm} und x2=11,8 cmx_2 = 11{,}8\text{ cm} auftreten.

Versuch 2:

Im Gegensatz zu Versuch 1 wird der Abstand xx zwischen Empfänger E und Metallplatte M kontinuierlich vergrößert, indem Sender und Empfänger ortsfest bleiben und die Metallplatte nach rechts verschoben wird (Abb. 2).

In Abb. 3 werden vier Diagramme dargestellt, von denen eines den bei diesem Versuch zu erwartenden Intensitätsverlauf der elektromagnetischen Welle qualitativ richtig beschreibt.

Hinweis: Gehen Sie vereinfachend davon aus, dass sich die Sendeleistung gleichmäßig über alle Raumrichtungen verteilt.

Material 3: Modellhafte Strahlungsbelastung beim Telefonieren

Beim Telefonieren mit einem DECT-Mobilteil befindet sich die im Gerät eingebaute Sendeantenne nahe am Ohr des Benutzers (Abb. 4). Die Sendeleistung während eines Gesprächs beträgt bei üblichen Geräten im zeitlichen Mittel 10 mW, wovon bauartbedingt etwa ein Drittel zum Kopf hin abgegeben wird. Die elektromagnetische Strahlung des Telefons wirkt am Kopf auf das Gewebe, welches sich in starker Näherung innerhalb einer Halbkugel befindet (Abb. 4).

Abb. 5 beschreibt die Frequenzabhängigkeit der Eindringtiefe elektromagnetischer Wellen in unterschiedliche Gewebearten.

Gehen Sie für die Ermittlung der Masse der in der Kopfregion betroffenen Gewebearten von einer Dichte* des Körpers von 1,0 gcm31{,}0\,\frac{\text{g}}{\text{cm}^3} aus.

*Hinweise: Die Dichte ρ\rho ist der Quotient aus der Masse mm und dem Volumen VV (ρ=mV\rho = \frac{m}{V}). Der SAR-Wert ist der Quotient aus der von einem Körper der Masse mm absorbierten Leistung PP und dieser Masse mm (Pm\frac{P}{m}).

Material 4: Vergleich zwischen zwei angebotenen Telefonsystemen

Tabelle 1: Gegenüberstellender Vergleich DECT-WLAN

· DECT-Telefonsystem · WLAN-Telefonsystem

Anschaffungspreis · 50 € · 110 €

Abhörsicherheit · Hoch · niedrig bis sehr hoch (hängt von den Einstellungen ab, die der Anwender vornimmt)

Akkulaufzeit Telefonieren · 18 h · 6 h

SAR-Wert* · <0,1 W/kg · 0,5 W/kg

in der EU maximal erlaubte Sendeleistung · 250 mW · 200 mW

*Erläuterung des SAR-Werts in Material 3.

Ist die Frequenz eines DECT-Telefons unbekannt, so kann diese mithilfe des in Material 2 beschriebenen Versuchsaufbaus ermittelt werden.

a)

Erklären Sie, dass in Versuch 1 (M 2) Minima und Maxima registriert werden.

b)

Begründen Sie mithilfe der im Material genannten Messergebnisse aus Versuch 1 (M 2) den mutmaßlich verwendeten Frequenzbereich (M 1).

c)

Geben Sie den korrekten Intensitätsverlauf in Versuch 2 (M 2) an. Begründen Sie für jeden der anderen Verläufe, dass er nicht in Frage kommt.

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · DECT-Telefon 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Erklären Sie, dass in Versuch 1 (M 2) Minima und Maxima registriert werden.

Lösung: Die vom Sender ausgehende elektromagnetische Welle überlagert sich mit der an der Metallplatte reflektierten Welle zu einer stehenden Welle. Bei konstruktiver Interferenz entstehen Maxima (Schwingungsbäuche), bei destruktiver Interferenz Minima (Schwingungsknoten).

b) Wellenlänge λ\lambda aus den Messwerten

Lösung: 15,8 cm15{,}8\text{ cm} / 0,158 m0{,}158\text{ m}

b) Frequenz ff

Lösung: 1,90 GHz1{,}90\text{ GHz} / 1900 MHz1900\text{ MHz}

b) Mutmaßlich verwendeter DECT-Frequenzbereich (M 1)

Lösung: 1880 - 1900 MHz

c) Geben Sie den korrekten Intensitätsverlauf in Versuch 2 (M 2) an.

Lösung: 3

c) Begründen Sie für jeden der anderen Verläufe, dass er nicht in Frage kommt.

Lösung: Mit zunehmendem Abstand x sinkt die Intensität der reflektierten Welle, daher sinken die Maxima und steigen die Minima (keine vollständige Auslöschung mehr). Verlauf 1 und 2 scheiden aus, da die Minima nicht bei null bleiben. Verlauf 4 scheidet aus, da der Abstand der Maxima konstant bleiben muss.

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