Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · Eletroneninterferenz EN 2025
Thema: Quantenobjekte · Aus der Prüfung LK · Eletroneninterferenz EN (2025)
Aufgabenstellung
2 Material
Material 1: Ausschnitt aus „Elektroneninterferenzen an mehreren künstlich hergestellten Feinspalten“ von C. Jönsson
„Der aus solchen Überlegungen folgende naheliegende Versuch, Elektronenbeugung am künstlich hergestellten Spalt […] zu machen, stößt auf einige technische Schwierigkeiten, die seine Verwirklichung bisher verhindert haben. Diese sind einmal die kleine Wellenlänge des Elektronenstrahls, denn um eine vernünftige Elektronenoptik treiben zu können, muß man mit mittelschnellen Elektronen arbeiten. Hier wurden stets auf beschleunigte Elektronen verwendet, deren de Broglie-Wellenlänge etwa beträgt. Sie ist also wesentlich kleiner als die Atomdimensionen […]. Es können nur wesentlich gröbere Spalte hergestellt werden. Dies ist an sich keine Einschränkung für solche Versuche, nur muß man sich dann sehr um […] die Nachvergrößerung der sehr feinen Interferenzfiguren bemühen. […] Die in der Auffangebene entstehende Beugungsfigur ist noch so fein, dass sie bis zu 100fach elektronenoptisch nachvergrößert werden muß, ehe man sie auf dem Leuchtschirm bei 10facher lichtoptischer Nachvergrößerung bequem beobachten kann.“
(Die Rechtschreibung und die Verwendung von Fachbegriffen folgt dem Original.)
Die im Versuch von C. Jönsson verwendeten Spalte hatten eine Breite von jeweils und einen Spaltmittenabstand von . Der Leuchtschirm, auf dem das Interferenzmuster in Abb. 1 beobachtet wurde, hatte einen Abstand von von den Spalten.
Material 2: Elektronenbeugungsaufnahme am Doppelspalt von C. Jönsson
2 C. Jönsson schreibt in der Veröffentlichung, dass eine „Nachvergrößerung der sehr feinen Interferenzfiguren“ zur Beobachtung notwendig ist (M 1).
a)
Berechnen Sie den Beugungswinkel des Maximums 1. Ordnung, welcher unter den von C. Jönsson in Material 1 beschriebenen Versuchsbedingungen ohne Nachvergrößerung zu erwarten ist. [6 BE]
[Kontrollwert: ]
b)
Beurteilen Sie mithilfe einer Berechnung der Streifenabstände auf dem Schirm (M 2), ob diese nach der beschriebenen Nachvergrößerung, wie in Material 1 behauptet, groß genug sind, um sie mit dem bloßen Auge beobachten zu können. [6 BE]
c)
Begründen Sie schrittweise und kausal korrekt strukturiert, in welcher Weise sich das Interferenzmuster aus Material 2 verändert, wenn die Beschleunigungsspannung vergrößert wird. [5 BE]
d)
Erläutern Sie die Veränderung des Interferenzmusters aus Material 2, wenn das Experiment mit einem Elektronenstrahl durchgeführt wird, in dem die Elektronen viele unterschiedliche Geschwindigkeiten haben. Gehen Sie dabei sowohl auf den Fall einer schmalen als auch auf den Fall einer breiten Geschwindigkeitsverteilung ein. [4 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) Berechnen Sie den Beugungswinkel des Maximums 1. Ordnung, welcher unter den von C. Jönsson in Material 1 beschriebenen Versuchsbedingungen ohne Nachvergrößerung zu erwarten ist.
Lösung: / rad
b) Streifenabstand auf dem Schirm nach der beschriebenen Nachvergrößerung
Lösung: mm / mm / m
b) Beurteilung der Beobachtbarkeit mit bloßem Auge
Lösung: Bei einem Streifenabstand von einem knappen Millimeter (ca. 0,86 mm) sollten die Streifen mit bloßem Auge deutlich sichtbar sein.
c) Begründen Sie schrittweise und kausal korrekt strukturiert, in welcher Weise sich das Interferenzmuster aus Material 2 verändert, wenn die Beschleunigungsspannung vergrößert wird.
Lösung: Für die De-Broglie-Wellenlänge gilt: . Bei einer größeren Beschleunigungsspannung wirkt eine größere Beschleunigung auf die Elektronen. Dadurch wird ihre Geschwindigkeit und damit auch ihr Impuls am Ort der Spalte größer. Je größer der Elektronenimpuls, desto kleiner wird die Wellenlänge. Der Beugungswinkel und somit auch die Abstände der beobachteten Maxima hängen gemäß der Formel aus Aufgabenteil 2a von der Wellenlänge ab. Eine kleinere Wellenlänge führt zu einem kleineren Abstand der Maxima. Bei größerer Beschleunigungsspannung werden die Streifenabstände also enger und das Interferenzbild aus M 2 horizontal gestaucht.
d) Erläutern Sie die Veränderung des Interferenzmusters aus Material 2, wenn das Experiment mit einem Elektronenstrahl durchgeführt wird, in dem die Elektronen viele unterschiedliche Geschwindigkeiten haben. Gehen Sie dabei sowohl auf den Fall einer schmalen als auch auf den Fall einer breiten Geschwindigkeitsverteilung ein.
Lösung: Bei unterschiedlichen Elektronengeschwindigkeiten besitzen die Elektronen verschiedene Wellenlängen. Die Maxima liegen daher an unterschiedlichen Orten. Die Interferenzbilder für Elektronen verschiedener Geschwindigkeiten überlagern sich. Bei kleinen Geschwindigkeitsunterschieden werden die Maxima der verschiedenen Wellenlängen, mit Ausnahme des zentralen Maximums, nur wenig gegeneinander verschoben. Die Streifen werden daher etwas breiter und das Interferenzbild etwas unschärfer. Sollten die Elektronengeschwindigkeiten aber stark unterschiedlich sein, liegen die Maxima der einen Geschwindigkeitsklasse in den Minima der Elektronen mit anderer Geschwindigkeit. Die Maxima sind dann nicht mehr trennbar und es ist kein klares Interferenzbild mehr zu beobachten.
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