Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Fullerene EN 2025

Thema: Quantenobjekte · Aus der Prüfung LK · Fullerene EN (2025)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Experiment von 1999

Informationen zum Versuchsaufbau von 1999 mit C60\text{C}_{60}-Molekülen:

Der Ausgangsstoff Graphit zur Erzeugung der Fullerene liegt bei Raumtemperatur als Feststoff vor. Vereinfacht betrachtet wird diesem Feststoff im Ofen Energie zugeführt, wodurch Atome aus dem Atomgitter herausgelöst werden, die sich in Folgeprozessen zu C60\text{C}_{60}-Molekülen verbinden. Die C60\text{C}_{60}-Moleküle besitzen eine breite Geschwindigkeitsverteilung. Die mittlere Geschwindigkeit der C60\text{C}_{60}-Moleküle steigt mit zunehmender Ofentemperatur. Durch die Öffnung an der Stirnseite des Ofens treten C60\text{C}_{60}-Moleküle aus. Mithilfe der Blende entsteht ein Strahl, dessen Intensität ebenfalls mit zunehmender Ofentemperatur steigt. Ein Gitter besteht aus vielen nebeneinander angeordneten Einzelspalten. Das Gitter kann hier wie ein Doppelspalt behandelt werden. Die Maxima und Minima liegen an denselben Stellen. Durch die Verschiebung des Detektors ist eine ortsaufgelöste Messung der C60\text{C}_{60}-Moleküle hinter dem Gitter möglich.

Versuchsdaten von 1999:

♦ Masse eines C60\text{C}_{60}-Moleküls: m=1,20⋅10−24 kgm = 1{,}20 \cdot 10^{-24}\text{ kg}

♦ Durchmesser eines C60\text{C}_{60}-Moleküls: D=0,7 nmD = 0{,}7\text{ nm}

♦ Ofentemperatur: ϑ=627 ∘C\vartheta = 627\text{ }^\circ\text{C}

♦ mittlere Geschwindigkeit der C60\text{C}_{60}-Moleküle: v=220 msv = 220\text{ }\frac{\text{m}}{\text{s}}

♦ mittlerer Zeitabstand zweier hintereinander aus dem Ofen austretender C60\text{C}_{60}-Moleküle: Δt=45 ms\Delta t = 45\text{ ms}

♦ Spaltmittenabstand benachbarter Spalte des Doppelspalts (vereinfacht statt eines Gitters): g=100 nmg = 100\text{ nm}

♦ Abstand Gitter–Detektor: a=1,25 ma = 1{,}25\text{ m}

Material 2: Thermische Strahlung zur Ortsmessung

Die C60\text{C}_{60}-Moleküle emittieren zwischen dem Ofen und dem Detektor elektromagnetische Strahlung, sogenannte thermische Strahlung. Die mittlere Photonenenergie dieser thermischen Strahlung sowie die Anzahl der pro Zeit emittierten Photonen steigt mit zunehmender Ofentemperatur (bzw. Temperatur der Moleküle) an. Die Detektion dieser thermischen Strahlung ermöglicht eine Messung des Orts der Moleküle. Je kürzer die Wellenlänge der emittierten Strahlung, desto genauer ist die Ortsmessung.

Material 3: Interferenzbilder der Experimente von 1999 und 2003

Beide Diagramme geben jeweils die Anzahl der Zählerereignisse des Detektors an einer bestimmten Position während einer festgelegten Zeit an. Die Position des Detektors variiert parallel zur Gitterebene wie in M 1, Abb. 1 dargestellt.

Interferenzbild der Messung von 1999

Interferenzbild der Messung von 2003

1 Im Experiment aus dem Jahre 1999 trifft ein Strahl von C60\mathrm{C}_{60}-Molekülen auf eine Interferenzanordnung. In Material 1 ist unter anderem der prinzipielle Aufbau des Experiments dargestellt.

a)

Berechnen Sie die mittlere de-Broglie-Wellenlänge der C60\mathrm{C}_{60}-Moleküle aus den Versuchsdaten in Material 1. [Kontrollwert: λde Broglie=2,51⋅10−12 m\lambda_{\text{de Broglie}} = 2{,}51\cdot 10^{-12}\text{ m}]

b)

Ermitteln Sie diese Wellenlänge mithilfe der Messdaten von Abbildung 3 (M 3). [Kontrollwert: λAbb. 3≈2,4⋅10−12 m\lambda_{\text{Abb. 3}} \approx 2{,}4\cdot 10^{-12}\text{ m}]

c)

Berechnen Sie die prozentuale Abweichung Ihres Ergebnisses aus Teilaufgabe b von dem aus Teilaufgabe a und geben Sie eine mögliche Ursache für Abweichungen an.

%

d)

Erläutern Sie einen möglichen Grund dafür, dass in Abbildung 3 bei den Minima 1. Ordnung nicht null Zählerereignisse vorliegen. Beschreiben Sie die Änderung von Abbildung 3, wenn die Geschwindigkeiten weniger stark streuen würden (schmale Geschwindigkeitsverteilung).

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Fullerene EN 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

1 a Berechnen Sie die mittlere de-Broglie-Wellenlänge der C60-Moleküle aus den Versuchsdaten in Material 1.

Lösung: 2,51⋅10−122{,}51\cdot 10^{-12} m / 2,512{,}51 pm

1 b Ermitteln Sie diese Wellenlänge mithilfe der Messdaten von Abbildung 3 (M 3).

Lösung: 2,4⋅10−122{,}4\cdot 10^{-12} m / 2,42{,}4 pm

1 c Berechnen Sie die prozentuale Abweichung Ihres Ergebnisses aus Teilaufgabe b von dem aus Teilaufgabe a

Lösung: 4 % / 4,4 %

1 c und geben Sie eine mögliche Ursache für Abweichungen an.

Lösung: Ableseungenauigkeit bei Abb. 3 / Näherung für den Beugungswinkel

1 d Erläutern Sie einen möglichen Grund dafür, dass in Abbildung 3 bei den Minima 1. Ordnung nicht null Zählerereignisse vorliegen. Beschreiben Sie die Änderung von Abbildung 3, wenn die Geschwindigkeiten weniger stark streuen würden (schmale Geschwindigkeitsverteilung).

Lösung: Verschiedene Geschwindigkeiten der Moleküle führen zu unterschiedlichen de-Broglie-Wellenlängen, sodass Minima an unterschiedlichen Stellen liegen. Bei schmalerer Verteilung blieben die Lagen der Extrema gleich, wären jedoch schmaler und die Minima tiefer.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe 3 · LK · Eletroneninterferenz EN 2025 · Aufgabe 2 · LK · Fullerene EN 2025 ›

Mehr Aufgaben zu Quantenobjekte