Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Feuchtigkeitsmessung von Getreide E 2026

Thema: Elektrisches Feld und Kondensator · Aus der Prüfung LK · Feuchtigkeitsmessung von Getreide EN (2026)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Experiment zum Entladevorgang für die Kapazitätsbestimmung (Aufgabe 1)

Folgende Geräte und Bauteile standen zur Verfügung: Kondensator unbekannter Kapazität CC

Widerstand R=47 kΩR = 47\ \text{k}\Omega

Gleichspannungsquelle

Spannungsmessgerät

Ein-/Aus-Schalter

Stoppuhr

Kabel in ausreichender Anzahl

Nach dem Aufladen des Kondensators wurde die Entladezeit tEt_\text{E}, in der sich die Spannung am Kondensator von U0U_0 auf 13U0\frac{1}{3}U_0 verringert hat, gemessen. Dieser Vorgang wurde insgesamt dreimal durchgeführt.

Messwerte:

Messung · 1 · 2 · 3

tEt_\text{E} in s · 49,5 · 51,8 · 50,0

Hinweis

Für die Kapazität des Kondensators gilt: C=tER⋅ln⁡(3)C = \frac{t_\text{E}}{R \cdot \ln(3)}

Material 2: Kornfeuchte

Als Kornfeuchte FF wird der prozentuale Anteil des Wassers bezeichnet, der sich in einem Getreidekorn befindet.

Bevor Getreide für längere Zeit gelagert wird, muss es ausreichend getrocknet sein, sodass die Kornfeuchte unter 14,5 %14{,}5\ \% beträgt.

Bei nicht ausreichender Trocknung des Getreides können durch Schimmelbildung und Fäulnisprozesse schädliche Substanzen für Mensch und Tier entstehen. Die Trocknung kann hohe Energiekosten erzeugen.

Material 3: Anordnung zur kapazitiven Messung der Kornfeuchte

Die Kornfeuchte FF soll mithilfe einer Kondensatorentladung ermittelt werden.

Dazu wird ein dünnwandiges Kunststoffgefäß vollständig mit Getreide ausgefüllt. An zwei gegenüberliegenden Flächen sind außerhalb zwei Metallplatten P1\text{P}_1 und P2\text{P}_2 befestigt, wie in der Abbildung 2 gezeigt. Dieses System bildet einen Plattenkondensator.

Plattenfläche · A=8,0⋅10−3 m2A = 8{,}0\cdot 10^{-3}\ \text{m}^2

Plattenabstand · d=10 mmd = 10\ \text{mm}

Der Plattenkondensator wird auf eine Spannung U0U_0 aufgeladen und dann über einen Widerstand R=10 MΩR = 10\ \text{M}\Omega entladen. Die Entladezeit tEt_\text{E} von Beginn des Entladevorgangs bis zum Zeitpunkt, in dem am Plattenkondensator die Spannung 13U0\frac{1}{3}U_0 anliegt, ist ein Maß für die Kornfeuchte.

Bedienungsanleitung für die Befüllung der Messanordnung

Das Einfüllen der Getreidekörner in das dünnwandige Kunststoffgefäß zwischen den Platten des Plattenkondensators in Abbildung 2 muss stets in gleicher Weise erfolgen. Durch leichtes Klopfen des befüllten Gefäßes auf einer Unterlage verteilen sich die Körner gleichmäßiger und rutschen nach. Größere Lufteinschlüsse können so vermieden werden. Schließlich wird der durch das Nachfüllen von Getreidekörnern entstandene Berg am oberen Gefäßrand sauber abgestreift.

Zusammenhang zwischen Kornfeuchte und Kapazität

Der Zusammenhang zwischen der Kornfeuchte und der Kapazität des Plattenkondensators ist vereinfacht in Abbildung 3 dargestellt.

Bei einer ordnungsgemäßen Befüllung mit extrem trockenem Getreide beträgt die Dielektrizitätszahl εr=2,3\varepsilon_\text{r} = 2{,}3. Das Getreide besitzt in diesem Fall eine Kornfeuchte von 8 %8\ \%.

Mit extrem feuchtem Getreide ergibt sich eine Dielektrizitätszahl εr=10\varepsilon_\text{r} = 10 und die Kornfeuchte beträgt 40 %40\ \%.

Der Einfluss des Kunststoffs als Dielektrikum wird vernachlässigt.

Messunsicherheit

Vereinfachend soll für alle Kapazitätsermittlungen von einer relativen Messunsicherheit von 5 %5\ \% ausgegangen werden. Dies bedeutet, dass die wahren Werte für die Kapazität um 5 %5\ \% von den ermittelten Werten nach oben oder unten abweichen können.

Material 1: Experiment zum Entladevorgang für die Kapazitätsbestimmung (Aufgabe 1)

Kondensator unbekannter Kapazität CC

Widerstand R=47 kΩR = 47\ \text{k}\Omega

Gleichspannungsquelle

Spannungsmessgerät

Ein-/Aus-Schalter

Stoppuhr

Kabel in ausreichender Anzahl

Nach dem Aufladen des Kondensators wurde die Entladezeit tEt_\text{E}, in der sich die Spannung am Kondensator von U0U_0 auf 13U0\frac{1}{3}U_0 verringert hat, gemessen. Dieser Vorgang wurde insgesamt dreimal durchgeführt.

Messung

1

2

3

tEt_\text{E} in s

49,5

51,8

50,0

Hinweis:

Für die Kapazität des Kondensators gilt: C=tER⋅ln⁡(3)C = \frac{t_\text{E}}{R \cdot \ln(3)}

1 Damit ein Kondensator zur Kornfeuchtemessung benutzt werden kann, muss seine Kapazität, zum Beispiel über einen Entladevorgang, bestimmt werden.

a

Beschreiben Sie den Einfluss des im Schaltplan (Abb. 1, M 1) dargestellten Widerstandes auf den Entladevorgang. [2 BE]

b

Berechnen Sie unter Verwendung des Mittelwertes t‾E\overline{t}_\text{E} der drei Entladezeiten die Kapazität des Kondensators (M 1).

Leiten Sie die in Material 1 gegebene Gleichung zur Berechnung der Kapazität her. [6 BE]

c

Nennen Sie zwei Einflussgrößen, die zu Unsicherheiten bei der Kapazitätsbestimmung führen können. Erläutern Sie deren Auswirkungen auf die berechnete Kapazität. [4 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Feuchtigkeitsmessung von Getreide E 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a Beschreiben Sie den Einfluss des im Schaltplan (Abb. 1, M 1) dargestellten Widerstandes auf den Entladevorgang.

Lösung: Je größer der Widerstand R, desto länger dauert das Entladen des Kondensators.

b Berechnen Sie unter Verwendung des Mittelwertes t_E der drei Entladezeiten die Kapazität des Kondensators (M 1).

Lösung: 9,8⋅10−49{,}8\cdot 10^{-4} F / 0,980{,}98 mF / 980980 µF

b Leiten Sie die in Material 1 gegebene Gleichung zur Berechnung der Kapazität her.

Lösung: U(t)=U0⋅e−tRC  ⟹  13U0=U0⋅e−tERC  ⟹  13=e−tERC  ⟹  −ln⁡(3)=−tERC  ⟹  C=tER⋅ln⁡(3)U(t) = U_0 \cdot e^{-\frac{t}{RC}} \implies \frac{1}{3}U_0 = U_0 \cdot e^{-\frac{t_\text{E}}{RC}} \implies \frac{1}{3} = e^{-\frac{t_\text{E}}{RC}} \implies -\ln(3) = -\frac{t_\text{E}}{RC} \implies C = \frac{t_\text{E}}{R \cdot \ln(3)}

c Nennen Sie zwei Einflussgrößen, die zu Unsicherheiten bei der Kapazitätsbestimmung führen können. Erläutern Sie deren Auswirkungen auf die berechnete Kapazität.

Lösung: 1. Messunsicherheit der Entladezeit: Ist die gemessene Zeit zu groß, ergibt sich eine zu große Kapazität. 2. Unsicherheit beim Widerstand: Ist der tatsächliche Widerstand größer als der Nennwert (oder der in der Rechnung verwendete kleiner), wird eine zu große Kapazität berechnet.

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