Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · Deichsicherheit 2025

Thema: Elektrisches Feld und Kondensator · Aus der Prüfung LK · Deichsicherheit (2025)

Aufgabenstellung

Material 1: Querschnitt des Deichkörpers

Für eine geoelektrische Messung werden zwei Elektroden P1\text{P}_1 und P2\text{P}_2 im Abstand LL wenige Zentimeter tief in den Deich aus Sand und Kies gesteckt. Eine äußere Spannung UaußenU_\text{außen} erzeugt im Deichkörper ein elektrisches Feld.

Material 2: Spezifischer elektrischer Widerstand

Der spezifische elektrische Widerstand ρ\rho ist eine Materialkonstante. Je besser ein Material den elektrischen Strom leitet, desto kleiner ist der spezifische Widerstand.

Der spezifische elektrische Widerstand ρ\rho hat die Einheit 1 Ω⋅m2m=1 Ω⋅m1\,\frac{\Omega\cdot\text{m}^2}{\text{m}} = 1\,\Omega\cdot\text{m}.

Material 3: Messwerte zur Bestimmung des spezifischen Widerstands

Mithilfe der sogenannten Schlumberger-Anordnung kann der spezifische Widerstand des Deichmaterials ermittelt werden.

Die Spannung UaußenU_{\text{außen}} zwischen P1P_1 und P2P_2 führt zu einem elektrischen Strom, dessen Stärke II gemessen wird. Zusätzlich wird zwischen den inneren Elektroden M1M_1 und M2M_2 eine Spannung UMU_M gemessen (vergl. Abb. 3). Der Abstand aa zwischen den Elektroden M1M_1 und M2M_2 bleibt gleich, der Abstand LL der äußeren Elektroden wird variiert.

Unter folgender Bedingung lässt sich der spezifische Widerstand des Deichmaterials bestimmen: L≥10 aL \ge 10\,a, wobei LL der Abstand der äußeren Elektroden und aa der Abstand der inneren Messelektroden zwischen M1M_1 und M2M_2 ist. Gilt diese Bedingung, so kann der spezifische elektrische Widerstand ρ\rho des dazwischenliegenden Materials mit folgendem Zusammenhang bestimmt werden:

UMI=ρ⋅4aπL2\frac{U_M}{I} = \rho\cdot\frac{4a}{\pi L^2} Bei einem konstanten Abstand von a=10 ma = 10\text{ m} wurden folgende Messwerte erfasst:

Messung Nummer · 1 · 2 · 3

LL in m\text{m} · 40 · 100 · 120

UMU_M in mV\text{mV} · 106 · 10 · 5,0

II in mA\text{mA} · 208 · 129 · 95

2 Zur Untersuchung, ob in einen Deich Meerwasser eingedrungen ist, wird der spezifische elektrische Widerstand ρ\rho des Deichmaterials bestimmt (siehe M 2).

a)

Erklären Sie mithilfe des Zusammenhangs aus Material 3 die Veränderung der elektrischen Stromstärke II, falls Meerwasser in den Deichkörper eindringt. Gehen Sie von der Annahme einer konstanten Spannung UMU_M zwischen M1M_1 und M2M_2 aus. [4 BE]

b)

Ermitteln Sie unter Verwendung aller geeigneten Messwerte aus Tabelle 1 in Material 3 den spezifischen elektrischen Widerstand ρ\rho des Deichkörpers (siehe M 2). [6 BE]

[Kontrollwert: 60 Ω⋅m60\,\Omega\cdot\text{m}]

c)

Beurteilen Sie mithilfe von Material 1 und 2, ob bei dem spezifischen Widerstand von 60 Ω⋅m60\,\Omega\cdot\text{m} Meerwasser in den Deichkörper eingedrungen sein könnte. [6 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · Deichsicherheit 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Erklären Sie mithilfe des Zusammenhangs aus Material 3 die Veränderung der elektrischen Stromstärke I, falls Meerwasser in den Deichkörper eindringt. Gehen Sie von der Annahme einer konstanten Spannung UM zwischen M1 und M2 aus.

Lösung: Die Stromstärke II nimmt zu.

b) Ermitteln Sie unter Verwendung aller geeigneten Messwerte aus Tabelle 1 in Material 3 den spezifischen elektrischen Widerstand ρ des Deichkörpers (siehe M 2).

Lösung: 60 Ω⋅m60\,\Omega\cdot\text{m}

c) Beurteilen Sie mithilfe von Material 1 und 2, ob bei dem spezifischen Widerstand von 60 Ω·m Meerwasser in den Deichkörper eingedrungen sein könnte.

Lösung: Ein Eindringen von Meerwasser ist möglich und plausibel.

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