Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Sonnenspektrum 2025

Thema: Atomhülle und Spektren · Aus der Prüfung GK · Sonnenspektrum (2025)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Emissionsspektren einer Na- und einer Hg-Dampflampe

Material 2: Zweiteiliger Versuch mit einer Na-Dampflampe

Im Versuchsteil 1 werden zwei Schirme, vor denen jeweils ein Gasbrenner steht, mit dem Licht einer Na-Dampflampe bzw. einer Hg-Dampflampe beleuchtet (Abb. 2). Im Versuchsteil 2 wird in die von der Na-Dampflampe beleuchteten Flamme Kochsalz (NaCl) eingebracht. Dadurch entsteht in der Flamme ein hell gelb aufleuchtender Bereich, der auf dem Schirm einen Schatten wirft (Abb. 3).

Material 3: Sonnenspektrum mit Fraunhofer'schen Linien

Fraunhofer entdeckte mehr als 500 dunkle Linien im Spektrum des Lichts unserer Sonne, von denen einige in Abb. 4 dargestellt sind, und bezeichnete sie mit Buchstaben. Die Sonne ist aus mehreren gasförmigen Schichten aufgebaut. Das Sonnenlicht entsteht in der sogenannten Fotosphäre. Auf ihrem Weg zur Erde muss das Licht die weiter außen liegende und kühlere Chromosphäre durchqueren.

Material 4: Beobachtungen von Fraunhofer

„Das Farbenbild des roten Sternes Beteigeuze ist voll von Linien und Streifen, die sich jedoch ganz anders zu gruppieren scheinen als die von Sonnenlicht¹.“ (März 1819)

Auch im Spektrum des Sterns Sirius fand Fraunhofer eine ganz andere Anordnung der Linien als im Sonnenlicht.

„Ich sah heute im Farbenbild vom Lichte des Mondes [...] all die Linien und Streifen, die im Spectrum von Sonnenlicht gesehen werden. Ich erkannte die Linien D, E, b, F, G und selbst H noch schwach, auch einen großen Theil der zwischen diesen Räumen liegenden schwächeren Linien. Man erkennt schon im ersten Augenblick, daß alle Linien sich eben so wie im Sonnenlicht gruppieren.“ (April 1819)

Weiterhin stellte Fraunhofer fest, dass auch die Linien im Licht von Planeten des Sonnensystems eine hohe Übereinstimmung mit den Linien im Sonnenspektrum aufweisen.

¹ Gemeint ist das Licht unserer Sonne.

Die Rechtschreibung der Zitate folgt der Originalquelle.

2 In Material 2 wird ein zweiteiliger Versuch mit einer Na-Dampflampe beschrieben.

a

Erklären Sie die Schattenbildung mithilfe des Emissionsspektrums der Na-Dampflampe in Material 1.

b

Begründen Sie anhand von Material 1, dass auf dem Schirm kein Schatten sichtbar wird, wenn Kochsalz in die von der Hg-Dampflampe beleuchtete Gasbrennerflamme eingebracht wird.

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Sonnenspektrum 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2 a Erklären Sie die Schattenbildung mithilfe des Emissionsspektrums der Na-Dampflampe in Material 1.

Lösung: Die Photonenenergie des Lichts der Na-Dampflampe entspricht der Energiedifferenz des Übergangs eines Elektrons zwischen den Energieniveaus mit −3,0 eV-3{,}0\text{ eV} und −5,1 eV-5{,}1\text{ eV}. Dieses Licht ist in der Lage, Elektronen in den Natriumatomen in der Gasflamme zum selben Übergang anzuregen. Dabei wird das Licht von den Natriumatomen absorbiert und anschließend gleichmäßig in alle Richtungen emittiert. Die Natriumatome emittieren also nur einen kleinen Teil der absorbierten Photonen in Richtung des Schirms, sodass es dort zur Schattenbildung kommt.

2 b Begründen Sie anhand von Material 1, dass auf dem Schirm kein Schatten sichtbar wird, wenn Kochsalz in die von der Hg-Dampflampe beleuchtete Gasbrennerflamme eingebracht wird.

Lösung: Die Emissionslinien des Quecksilbers fallen nicht mit denen des Natriums zusammen. Die Hg-Dampflampe emittiert also keine Photonen, deren Energien der Differenz zweier Niveaus im Natriumatom entsprechen. Die Photonen können daher keinen Übergang im Natriumatom anregen. Sie werden also in der Flamme nicht absorbiert, sodass kein Schatten entstehen kann.

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