Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Natriumspektrum 2025

Thema: Atomhülle und Spektren · Aus der Prüfung LK · Natriumspektrum (2025)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Experimente mit unterschiedlich beleuchteten Flammen

In einem zweiteiligen Versuch wird zunächst jeweils ein Schirm mit dem Licht einer Natrium-(Na)-Dampflampe bzw. einer Quecksilber-(Hg)-Dampflampe beleuchtet (Abb. 1). In den Dampflampen werden Atome angeregt, die dann Energie in Form von Licht abgeben. Im Lichtweg zwischen der Dampflampe und einem Schirm steht jeweils ein brennender Gasbrenner.

Im Versuchsteil 2 wird in die von der Na-Dampflampe beleuchteten Flamme Kochsalz (NaCl) eingebracht. Dadurch entsteht in der Flamme ein hell gelb aufleuchtender Bereich, der auf dem Schirm einen Schatten wirft (Abb. 2).

Material 2: Emissionsspektren einer Na- und einer Hg-Dampflampe

Charakteristisch für das Natrium-Spektrum ist eine sichtbare gelbe Linie mit hoher Intensität bei 589 nm. Genauere Untersuchungen zeigen, dass es sich dabei um zwei dicht nebeneinander liegende Linien bei den Wellenlängen 588,995 nm und 589,592 nm handelt. Diese beiden Linien werden auch als „Natrium-Doppellinie“ bezeichnet. Daneben gibt es weitere, deutlich schwächere Linien.

Material 3: Das Natriumatom als Ein-Elektronen-Atom

Natriumatome besitzen die Ordnungszahl Z=11Z = 11. Fasst man den Kern und die inneren 10 Elektronen zu einer Einheit, dem sogenannten Atomrumpf, zusammen, so kann das Natrium-Atom als Ein-Elektronen-Atom angesehen werden. Das Natriumatom wird dann in Analogie zum Wasserstoffatom als ein Atom betrachtet, das aus dem einfach positiv geladenen Atomrumpf und dem einzelnen Außenelektron besteht. Im Grundzustand des Atoms hat dieses Außenelektron die Hauptquantenzahl n=3n = 3. Die untersten vier Energieniveaus des Natriumatoms haben die folgenden Energiewerte:

Tab. 1: Energiewerte der untersten vier Zustände des Natriumatoms.

nn · 3 · 4 · 5 · 6

EnE_n in eV · - 5,1 · - 3,0 · - 1,9 · - 1,4

Diese Energieniveaus lassen sich ähnlich wie beim Wasserstoffatom näherungsweise berechnen. Allerdings muss man anstelle der Ordnungszahl ZZ einen Wert Z∗Z^* einsetzen, der in der Regel deutlich kleiner ist als ZZ. Für die Energieniveaus eines Ein-Elektronen-Atoms gilt:

En=−13,6 eV⋅(Z∗)2n2,n=1,2,3,…E_n = -13{,}6\text{ eV} \cdot \frac{(Z^*)^2}{n^2},\quad n = 1, 2, 3, \dots

Material 4: Untersuchung des Natrium-Spektrums mit dem Kompaktspektrometer

Bei einem Spektrometer (Abb. 4) wird über ein Glasfaserkabel (1) ein Lichtbündel (2) in das Gerät geführt. Das Lichtbündel fällt auf ein Beugungsgitter (3). Dort wird das Licht ähnlich wie an einem Doppelspalt gebeugt. Im Folgenden wird hier die Beugung an einem Doppelspalt betrachtet. Das gebeugte Licht fällt auf einen CCD-Sensor (4), mit dem Maxima und Minima der Lichtintensität gemessen werden.

In einem Kompaktspektrometer wird das Licht sowohl vor als auch hinter dem Gitter durch Spiegel so umgelenkt, dass der Strahlengang wenig Raum einnimmt. Das Gerät ist dann nur noch ca. 5 cm x 10 cm x 20 cm groß. Der Spaltabstand in diesem Spektrometer beträgt g=3,0 μmg = 3{,}0\ \mu\text{m}, der Abstand zwischen Gitter und Sensor beträgt d=10 cmd = 10\text{ cm}.

Der CCD-Sensor besteht aus zahlreichen lichtempfindlichen Einzelsensoren (Pixel), die in einer Reihe angeordnet sind. Damit zwei Maxima getrennt dargestellt werden müssen Sie einen Abstand von mindestens 2 Pixel haben.

In dem hier betrachteten Kompaktspektrometer enthält der Sensor insgesamt 2048 rechteckige Pixel mit den Kantenlängen 14 μm14\ \mu\text{m} und 200 μm200\ \mu\text{m}. Die gesamte Länge des CCD-Sensors beträgt L=2,87 cmL = 2{,}87\text{ cm}.

Abb. 5: schematischer Aufbau des CCD-Sensors aus Abb. 4, vergrößert.

1 In einem Experiment (M 1) wird die Entstehung des Schattens einer Flamme auf einem Schirm bei unterschiedlichen Kombinationen von Lichtquelle und Flamme untersucht.

a)

Stellen Sie alle in Material 1 dargestellten Beobachtungen bei den beiden Teilversuchen in einer tabellarischen Übersicht dar. [4 BE]

Beleuchtung mit Na-Dampflampe

Beleuchtung mit Hg-Dampflampe

Gasbrenner-Flamme ohne Kochsalz

Gasbrenner-Flamme mit Kochsalz

b)

In Tabelle 1 (M 3) sind mögliche Energieniveaus eines Natriumatoms aufgeführt. Zeichnen Sie dazu ein maßstabsgerechtes Energieniveauschema. [4 BE]

c)

Untersuchen Sie, welcher Übergang im Energieniveauschema die intensive Emissionslinie im Natrium-Spektrum in Material 2 erzeugt, und zeichnen Sie den Übergang als Pfeil in das Energieniveauschema ein. [5 BE]

Zeichnen Sie den Übergang als Pfeil in Ihr Energieniveauschema ein:

d)

Erläutern Sie die Absorption und Emission von Licht am Beispiel der Natriumatome aus dem Kochsalz im zweiten Teil des Experiments in Material 1. [4 BE]

e)

Begründen Sie, dass kein Schatten sichtbar wird, wenn Kochsalz in die von der Hg-Dampflampe beleuchtete Gasbrennerflamme eingebracht wird. Nehmen Sie dabei Bezug auf die Emissionsspektren der beiden Dampflampen in Material 2. [2 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik LK · Natriumspektrum 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Gasbrenner-Flamme ohne Kochsalz bei Beleuchtung mit Na-Dampflampe

Lösung: kein Schatten der Flamme sichtbar

a) Gasbrenner-Flamme ohne Kochsalz bei Beleuchtung mit Hg-Dampflampe

Lösung: kein Schatten der Flamme sichtbar

a) Gasbrenner-Flamme mit Kochsalz bei Beleuchtung mit Na-Dampflampe

Lösung: Schatten der Flamme sichtbar

a) Gasbrenner-Flamme mit Kochsalz bei Beleuchtung mit Hg-Dampflampe

Lösung: --- / nicht untersucht

c) Berechnete Energiedifferenz ΔE\Delta E des Übergangs für die intensive Na-Emissionslinie

Lösung: 2,1 eV / 3,37e-19 J

c) Ausgangsniveau des Übergangs

Lösung: -3,0 eV / 4

c) Endniveau des Übergangs

Lösung: -5,1 eV / 3 / Grundzustand

d) Erläuterung der Absorption und Emission von Licht am Beispiel der Natriumatome aus dem Kochsalz

Lösung: Ein Photon wird nur dann von einem Natriumatom absorbiert, wenn seine Energie der Energiedifferenz zwischen zwei Niveaus im Natriumatom entspricht. Anschließend kann das angeregte Natriumatom den höheren Energiezustand wieder verlassen und in ein geringeres Energieniveau übergehen. Dabei wird ein Photon, dessen Energie der Differenz zwischen den Energieniveaus entspricht, emittiert.

e) Begründung für das Ausbleiben eines Schattens bei Beleuchtung mit der Hg-Dampflampe

Lösung: Es wird kein Schatten sichtbar, da die Emissionslinien des Quecksilbers nicht mit denen des Natriums zusammenfallen. Weil die Photonenenergie der Energiedifferenz zwischen den Energieniveaus im Natriumatom entsprechen muss, kann kein Übergang angeregt werden. Die Photonen aus der Quecksilberdampflampe werden also nicht von den Natriumatomen absorbiert.

b) & c) Maßstabsgetreues Energieniveauschema und Übergangspfeil

Lösung: b) Energieniveauschema: c) Energieniveauschema mit eingezeichnetem Übergang:

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