Abitur NRW Geographie 2022 · LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg
Abiturprüfung Geographie in Nordrhein-Westfalen 2022, LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg: 1 Aufgabe mit Lösungen. Mit automatischer Korrektur.
Themen der Prüfung: Intensivierung der Landwirtschaft und Ressourcengefährdung · Strukturwandel und Tertiärisierung · Stadtentwicklung und Stadtumbau · Wirtschaftsfaktor Tourismus
Aufgabe 1 · Intensivierung der Landwirtschaft und Ressourcengefährdung
Thema: Agrarproduktion in Trockenräumen – Das Beispiel des Murray-Darling Beckens
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: Murray-Darling Becken – Lage
M 3: Hay – Klima
M 4: Murray-Darling Becken – Steckbrief
M 5: Südliches Murray-Darling Becken – landwirtschaftliche Nutzung
M 6: Murray-Darling Becken – Agrardaten
M 7: Der Murray-Darling Plan
M 8: Südliches Murray-Darling Becken – Bewässerung
M 9: Südliches Murray-Darling Becken – Agrarproduktion und Wasserverbrauch
M 10: Murrumbidgee Tal – Anbauflächen ausgewählter Agrarprodukte und Wasserpreis
M 2: Murray-Darling Becken – Lage
M 3a: Klimadiagramm Hay (94 m, 16,9 °C, 352 mm)
M 3b: Jahresniederschlag 1890 – 2018 (blaue Linie = 10-Jahresdurchschnitt)
M 3c: Temperaturabweichung von der Jahresmitteltemperatur 1961 – 1990
M 4: Murray-Darling Becken – Steckbrief
Größe
ca. 1.040.000 km²
Naturraum
• über 77.000 km² an Flüssen und 25.000 km² an Schwemmland (wetlands)
• längste Flüsse Australiens Murray (2.508 km Länge) und Darling (1.472 km Länge)
• 120 verschiedene Arten von Wasservögeln und 50 verschiedene Fischarten
• dominiert von humusarmen Halbwüsten- und Wüstenböden (39 %) sowie verdichteten Lehmböden von mittlerer Qualität (32 %)
Landwirtschaft 2019
• Umsatz landwirtschaftlicher Produkte: 24 Mrd. AUD (davon 9 Mrd. AUD durch Bewässerungslandwirtschaft)
• Anteil an der Produktion Australiens: Reis (100 %), Baumwolle (96 %), Weintrauben (74 %), Früchte (46 %)
• Hauptexportprodukte: Weizen, Wein, Baumwolle, Früchte, Nüsse und Mandeln
Bevölkerung
2,2 Mio. Einwohner
Klimatische Extreme
• Jahrhundertdürren: 2002 – 2003 und 2017 – 2019 mit verheerenden Buschbränden
• Jahrhunderthochwasser: 2010 – 2011 und 2020 – 2021
M 5: Südliches Murray-Darling Becken – landwirtschaftliche Nutzung
M 6: Murray-Darling Becken – Agrardaten
M 7: Der Murray-Darling Plan (Maßnahmen und Reaktionen 2010 – 2021)
M 8: Südliches Murray-Darling Becken – Bewässerung
Lizensierte Entnahme von fossilem Grundwasser (in GL)
Bundesstaat
2016 – 2017
2017 – 2018
2018 – 2019
New South Wales
590
1.063
1.242
Victoria
314
351
441
Queensland
854
623
983
M 9: Südliches Murray-Darling Becken – Agrarproduktion und Wasserverbrauch
M 10: Murrumbidgee Tal – Anbauflächen ausgewählter Agrarprodukte und Wasserpreis
1.
Lokalisieren Sie das südliche Murray-Darling Becken und kennzeichnen Sie dessen naturräumliche Voraussetzungen im Hinblick auf eine intensive Landwirtschaft.
[21 Punkte]
2.
Erläutern Sie, wie sich die Landwirtschaft im Murray-Darling Becken entwickelt hat und welche Bedeutung sie hat, und berücksichtigen Sie dabei die Ziele sowie die Umsetzung des Murray-Darling Planes als Hintergrund.
[32 Punkte]
3.
Nehmen Sie Stellung zu den gegenwärtigen Entwicklungstendenzen in der landwirtschaftlichen Nutzung des Murray-Darling Beckens.
[27 Punkte]
Aufgabe 2 · Wirtschaftsfaktor Tourismus
Thema: Tourismus als Impulsgeber einer zukunftsfähigen räumlichen Entwicklung? – Das Beispiel Myanmar
Materialgebundene Problemerörterung. Lösen Sie die nachstehende Teilaufgabe unter Verwendung der Materialien M2, M6, M7, M9.
M 2: Myanmar – landeskundliche Informationen
Myanmar (ehemals Burma) 1824–1948 unter britischer Kolonialherrschaft
4. Januar 1948: Unabhängigkeit und Gründung des Staates Myanmar
Militärdiktatur bis 2011; ab 2011 Phase der Öffnung und Demokratisierung; 2015 erste freie Wahlen; 2021 erneute Machtübernahme durch das Militär
Einwohner der 4 größten Städte (2017): Yangon 4.728.524, Mandalay 1.225.546, Naypyitaw 333.506 (Regierungssitz seit 2005), Taunggyi 264.804
Informationen Yangon: kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes; Sitz nationaler und internationaler Unternehmen; internationaler Flughafen, Bahnverbindung; 7 Universitäten und nationale Forschungseinrichtungen
Korruptionsindex*: Myanmar 130 (Vergleich Deutschland 9) — *Rang 1 = Land mit geringster Korruption
M 6: Myanmar – Tourismuspotenzial und -regionen
Quelle: verändert nach Kraas et al. (2017): Socio-Economic Atlas of Myanmar; Girndt et al. (2020): Südostasien. Diercke Spezial.
M 7: Tourismus in Myanmar – ausgewählte Daten
* Hauptherkunftsländer 2019: China (39,5 %), Thailand (14,4 %), Japan (6,6 %), Südkorea (5,9 %). ** Anteil des Tourismus am BNE: 2010: 0,2 %; 2019: 3,3 %
Quellen: dica.gov.mm; laenderdaten.info; theaseanpost.com; tourism.gov.mm (Zugriff jeweils 13.09.2021)
M 9: Regionale touristische Entwicklung – Beispiele
[1] Inle Lake Hotel Zone Masterplan
2014: Verkauf von Grundstücken (621 ha) und infrastrukturelle Erschließung
Käufer: nationale und internationale Investoren
geplant: Bau von 87 Luxushotels und Resorts
geschätztes Investitionsvolumen: insgesamt ca. 360 Mio. US-$
Fertigstellung 2020
geringe Entschädigung der Grundstückseigentümer
[2] Myeik Archipel
Geheimtipp für Naturliebhaber und Tauchfreunde. Einsame feine Sandstrände, transparent-blaues Wasser, eine üppig grüne tropische Vegetation und eine zum Teil noch unerforschte Tierwelt erwarten den Besucher. Die touristisch unberührten Mergui-Inseln ermöglichen erst seit wenigen Jahren einen mehrtägigen Aufenthalt. Die einheimische Moken -Bevölkerung hat Resorts aus umweltfreundlichen Materialien unter Einbezug der Natur erbaut und diese sind Vorzeigebeispiel für einen verantwortlichen Ökotourismus. (Werbetext)
2. Erläutern Sie die Entwicklung und die Bedeutung des Tourismus in Myanmar und beziehen Sie dabei das touristische Potenzial mit ein. (30 Punkte)
Aufgabe 3 · Strukturwandel und Tertiärisierung
Abiturprüfung 2022 – Geographie, Leistungskurs
Thema: Veränderungen im globalen Güterverkehr als Auslöser raumwirksamer Prozesse – Das Beispiel der Seehäfen in der Jade-Weser-Mündung
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: Jade-Weser-Mündung
M 3: Bremerhaven und Wilhelmshaven – sozioökonomische Daten
M 4: Güterumschlag der Seehäfen der Jade-Weser-Mündung
M 5: Größenentwicklung in der Containerschifffahrt
M 6: Ausbauprojekt Containerhafen Jade-Weser-Port
M 7: Containerterminal Bremerhaven – Ausbaupläne
M 8: Seehäfen der Nordrange
M 9: Modell intermodaler Transportketten
M 10: Positionen der Landesregierungen Bremen und Niedersachsen
1.
Lokalisieren Sie die Hafenstandorte Bremerhaven und Wilhelmshaven und kennzeichnen Sie die demografische und die sozioökonomische Entwicklung beider Städte. [20 Punkte]
2.
Erläutern Sie, wie beide Häfen verkehrsinfrastrukturell angebunden sind, wie sie sich entwickelt haben und welche Bedeutung sie besitzen, sowie welche Maßnahmen die jeweiligen Ausbaupläne vorsehen. [30 Punkte]
3.
Stellen Sie die zentralen Aussagen des Modells intermodaler Transportketten dar und nehmen Sie auf dieser Grundlage kritisch Stellung zur bisherigen Entwicklung sowie zu den Ausbauplänen. [30 Punkte]
Materialien
M 2: Jade-Weser-Mündung
Anmerkung: Kavernen sind große unterirdische Hohlräume, die zur Speicherung von Erdgas und Erdöl genutzt werden.
M 3: Bremerhaven und Wilhelmshaven – sozioökonomische Daten
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Jahr · Bremerhaven · Wilhelmshaven · Niedersachsen
2000 · 43.952 · 27.412 · 2.436.007
2010 · 46.993 · 27.976 · 2.356.527
2019 · 52.883 · 31.379 · 3.042.547
Anmerkung: Anteil der maritimen Hafenwirtschaft 2019 (direkt und indirekt) an der Gesamtbeschäftigung: Bremerhaven 21,9 %, Wilhelmshaven 19,1 % und Hamburg 10,8 %.
M 4: Güterumschlag der Seehäfen der Jade-Weser-Mündung
Bremerhaven
Jahr · Güterumschlag (in 1.000 t) · Anzahl der Seeschiffe · Hauptumschlaggüter
Container (TEU)* · Pkw/Fahrzeuge
2000 · 30.318 · k. A. · 2.726.301 · 1.099.986
2010 · 55.667 · 6.943 · 5.182.991 · 1.631.443
2019 · 57.285 · 5.239 · 5.180.115 · 2.166.382
Wilhelmshaven
Jahr · Güterumschlag (in 1.000 t) · Anzahl der Seeschiffe · Hauptumschlaggüter
Container (TEU)* · Mineralöl (in 1.000 t)
2000 · 40.927 · 1.559 · – · 29.120
2010 · 24.728 · 1.128 · – · 23.967
2019 · 28.296 · 1.036 · 639.084 · 24.694
* TEU = Twenty-foot Equivalent Unit, Einheit für einen Standardcontainer
M 5: Größenentwicklung in der Containerschifffahrt
Baujahr · Länge in m · Breite in m · Tiefgang in m · Kapazität in TEU
ab 1980 · bis 295 · bis 32,20 · bis 13,50 · bis 5.000
ab 1997 · bis 318 · bis 42,00 · bis 14,50 · bis 6.000
ab 2005 · bis 397 · bis 56,00 · bis 16,50 · bis 14.000
ab 2017 · > 400 · bis 59,00 · bis 16,50 · bis 20.000
M 6: Ausbauprojekt Containerhafen Jade-Weser-Port
Tiefster Seehafen Deutschlands* mit gezeitenunabhängiger Wassertiefe von 18,50 m
Arbeitsplatzprognose 2008
Arbeitsplätze 2014
Arbeitsplätze 2018 · 1.100 – 1.900
650
400
Kosten für allgemeine Infrastruktur (Kaianlagen, Ufereinfassungen, Geländeaufspülung, Anschluss der Verkehrsträger etc.) · ca. 600 Mio. Euro (Hauptinvestor: Land Niedersachsen)
Kosten für spezifische Infrastruktur (Containerbrücken etc.) · ca. 350 Mio. Euro
Containerumschlag-Kapazität pro Jahr · 2,7 Mio. TEU
* Zum Vergleich: Bremerhaven 14,10 m; Hamburg 13,80 m (Vertiefung auf 14,50 m 2021 abgeschlossen)
2009 Aufschüttung der späteren Hafenfläche
2012 Zustand bei Inbetriebnahme
Ausbauzustand 2019 und Ausbaupläne
Planungen für Anlandemöglichkeiten für Flüssiggastanker jeder Größe
VW-Logistikzentrum: Baubeginn 2018, Inbetriebnahme 2019; ca. 500 Beschäftigte
M 7: Containerterminal Bremerhaven – Ausbaupläne
zentrale Infrastrukturmaßnahme: Vertiefung der Fahrrinne in der Wesermündung von derzeit 14,10 m auf 14,50 m; Baubeginn 2023, Fertigstellung 2025
gezeitenunabhängige Wassertiefe nach dem Ausbau: 14,10 m
Ausbau der Hafenumschlaganlagen im Bereich des Containerumschlags; Steigerung der Umschlagkapazität pro Jahr von derzeit 6 auf 7 Mio. TEU
Höhe der geplanten Investitionen in allgemeine Infrastruktur (Kaianlagen, Ufereinfassungen, Anschluss der Verkehrsträger etc.): ca. 170 Mio. Euro (Hauptinvestor: Land Bremen)
durch den Ausbau entstehende neue Arbeitsplätze im Hafenbereich: 350
Verkehrsanbindung des Überseehafens und der hafennahen Gewerbegebiete an die Autobahn A27, u. a. durch den sogenannten Hafentunnel; geschätztes Investitionsvolumen: ca. 370 Mio. Euro
M 8: Seehäfen der Nordrange
Anmerkung: Nordrange ist eine Bezeichnung für die kontinentaleuropäischen Häfen an der Nordsee.
M 9: Modell intermodaler Transportketten
M 10: Positionen der Landesregierungen Bremen und Niedersachsen
Bremen
Ziel bremischer Politik muss es daher sein, die ökonomische Schlüsselrolle der Häfen für das Land Bremen auch in den kommenden Jahren zu erhalten und auszubauen. Hierzu gilt es, im Rahmen einer konsequenten Investitions- und Instandhaltungsstrategie verschiedene, wichtige Projekte und Themenstellungen zu evaluieren und bedarfsgerecht umzusetzen.
Niedersachsen
Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen zu sichern gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben der niedersächsischen Wirtschaftspolitik. Eine gut ausgebaute Infrastruktur (Häfen, Hinterlandanbindungen, Gewerbeflächen) ist dabei der Schlüssel zu Wachstum und Beschäftigung in der seit jeher eher strukturschwachen Küstenregion. Hier eine vernünftige Balance zwischen notwendigen Investitionen auf der einen und strukturell ausgeglichenen Haushalten auf der anderen Seite zu finden, wird auch in den nächsten Jahren zu den wesentlichen Herausforderungen gehören. Aus- und Neubaumaßnahmen müssen sich demzufolge streng am Bedarf orientieren.
Aufgabe 4 · Stadtentwicklung und Stadtumbau
Abiturprüfung 2022 – Geographie, Leistungskurs
Thema: Leitbildorientierte Stadtentwicklung – Das Beispiel Heidelberg-Bahnstadt
Materialgrundlage
M 1: Atlaskarten nach Wahl
M 2: Heidelberg – Stadtteile
M 3: Heidelberg – Wirtschaft
M 4: Heidelberg – Demografie
M 5: Heidelberg – Daten und Fakten
M 6: Heidelberg – Ausschnitt Stadtplan
M 7: Heidelberg – Immobilienpreise
M 8: Bahnstadt – Daten und Fakten
M 9: Bahnstadt – realisierte und geplante Vorhaben
M 10: Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt
M 11: Bahnstadt – Pressemeldungen
M 2: Heidelberg – Stadtteile
Quelle: https://www.heidelberg.de/hd/HD/Leben/Stadtteile.html (Zugriff 07.12.2021)
M 3: Heidelberg – Wirtschaft
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Arbeitslosenquote (%)
Insgesamt
Produzierendes Gewerbe (%)
Dienstleistungen (%)
2000 · 75.400 · 20,6 · 79,4 · 6,6
2004 · 73.763 · 18,7 · 81,3 · 7,2
2008 · 77.731 · 16,7 · 83,3 · 6,0
2012 · 82.911 · 16,1 · 83,9 · 5,3
2016 · 89.588 · 16,7 · 83,3 · 4,7
2020 · 91.438 · 13,4 · 86,6 · 5,0
Verfügbares Einkommen pro Kopf (€)
Heidelberg
Mannheim
2000 · 18.309 · 14.498
2010 · 21.010 · 17.316
2018 · 23.822 · 21.983
Quelle: www.statistik-bw.de (Zugriff 07.12.2021)
M 4: Heidelberg – Demografie
Heidelberg Wanderungssaldo
1991 – 2000: + 5.830
2012 – 2017: + 10.177
Altersstruktur
Altersdurchschnitt
Heidelberg
Bahnstadt
2018 · 2035* · 2018 · 2035*
40,4 · 39,7 · 29,1 · 31,5
* Prognose | Altersstruktur Baden-Württemberg 2005 (19,1/14,4/23,4/25,3/17,8) und 2019 (17,0/14,6/19,2/28,8/20,4)
Quellen: Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadt Heidelberg; www.statistik-bw.de (Zugriff 12.11.2021)
M 5: Heidelberg – Daten und Fakten (Stand 2020)
5 Hochschulen, 39.000 Studierende, Universität als größter Arbeitgeber
Sitz internationaler Forschungseinrichtungen, u. a.: Europäisches Laboratorium für Molekulare Biologie, Krebsforschungszentrum
Tourismus: historische Altstadt, 11,9 Mio. Gäste jährlich
Grünflächenanteil 70 %
Bildung: Gymnasialquote 70 % (Baden-Württemberg 44 %); Akademikerquote 38 % (Baden-Württemberg 20 %)
aktuelle durchschnittliche Wohnungsmiete pro m²: 11,30 €; Bahnstadt: 14,70 €; angrenzende Gemeinden: 8,00 €
Einschätzung der Lebensqualität (ausgewählte Indikatoren im Bereich Wohnen)
Anmerkung: Die Einschätzung ist das Ergebnis einer Studie, in der die Lebensumstände in allen deutschen Kreisen und Städten Anfang der 2000er-Jahre untersucht wurden. 0 ≙ schlechte Bewertung; 10 ≙ gute Bewertung. Im Gesamtranking belegte Heidelberg auf Basis von 53 Indikatoren den zweiten Platz.
Quellen: www.heidelberg.de; www.de.hotels.com/go/deutschland/attraktionen-heidelberg; www.deutschland-studie.zdf.de (Zugriff jeweils 07.12.2021)
M 6: Heidelberg – Ausschnitt Stadtplan
Anmerkung: Die abgebildete räumliche Situation im Bereich der heutigen Bahnstadt entspricht der von 1997.
Quelle: verändert nach: https://landkartenarchiv.de/falkplan.php?q=falk_heidelberg_12_1974 (Zugriff 07.12.2021)
M 8: Bahnstadt – Daten und Fakten
neuer Stadtteil von Heidelberg (seit 2010); Träger der Entwicklungsmaßnahme: Stadt Heidelberg
ehemaliger Güter- und Rangierbahnhof (Stilllegung 1997) sowie Militärfläche der US-Armee (Übereignung an die Stadt Heidelberg Anfang der 2010er Jahre)
Gesamtfläche: 116 ha, Deutschlands größtes innerstädtisches Siedlungsprojekt
größte Passivhaussiedlung* der Welt
Projektlaufzeit: 2008 bis 2027; Ziele: ca. 6.500 Einwohner in ca. 3.700 Wohneinheiten; 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätze
Verkaufsstart von Immobilien: September 2010
Investitionserwartungen: ca. 2 Mrd. €
Wissensquartier: 22 ha großer Bahnstadt-Campus; Herzstück: das repräsentative Büro- und Laborgebäude SkyLabs
19 ha große Fläche für Wissenschaft und Hightech-Unternehmen
Ansiedlung von bereits fünf Firmen auf dem rund 2,7 ha großen Campus-Technologiepark (Stand 2020)
Strom- und Wärmeversorgung aus 100 % erneuerbaren Energien
* Deckung des Energiebedarfs durch Sonneneinstrahlung und Wärmeabgabe von Geräten und Personen im Innenraum
Strukturdaten 2020
BS
HD
Anteil der Wohnungen mit 1 oder 2 Räumen (in %) · 51,9 · 19,9
Anteil der Beschäftigten in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen (in %) · 55,3 · 54,8
Bevölkerungsdichte (Einwohner / ha) · 51,3 · 13,4
Arbeitslosenquote (%) · 2,2 · 5,2
BS = Bahnstadt; HD = Heidelberg
Quelle: www.heidelberg-bahnstadt.de; ww2.heidelberg.de/datenatlas/2020/ (Zugriff 12.11.2021)
M 9: Bahnstadt – realisierte und geplante Vorhaben
Quellen: Amt für Öffentlichkeitsarbeit Presse- und Informationsdienst der Stadt Heidelberg; Faktenblatt zur Heidelberger Bahnstadt
M 10: Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt
Quelle: verändert nach: Jessen, J.: Leitbilder der Stadtentwicklung. In: ARL (Hrsg.): Handwörterbuch der Stadt- und Raumentwicklung. Hannover 2018, S. 1403
M 11: Bahnstadt – Pressemeldungen
Verkehrsclub kritisiert Stadt wegen Bahnstadt
Viele Pkw, viel Verkehr: Felix Berschin wirft der Stadt eine „klimapolitische Fehlleistung“ vor – Mit dem Auto heim zum Passivhaus?
[…] Berschin fordert die Stadt Heidelberg auf, eine ehrliche Klimabilanz zur größten Passivhaussiedlung der Welt aufzustellen. „Nach Berechnungen des VCD kommt ziemlich genau die CO2-Einsparung aus den Gebäuden nun bei den Autoabgasen wieder heraus“. […] „Jeder Bewohner spart gegenüber einem Niedrigenergiehaus durch das Passivhaus 227 Liter Diesel pro Jahr. […] Umso enttäuschender sei es aber, dass allein die Auspendler aus der Bahnstadt statistisch berechnet 162 Liter pro Jahr und Einwohner verbrauchten.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 28.05.2019
Zeitgemäßes Bauen ist in Heidelberg nicht einfach
Der Architekturexperte Bernd Müller über die anhaltende Kritik an der Bahnstadt und wenig gelungene Neubauten
Die Bahnstadt als jüngster Stadtteil Heidelbergs polarisiert wie kein anderer. Wie finden Sie die Passivhäuser, begrünten Doppel-Fassaden und Dächer?
Ich wohne in der Weststadt – die war auch mal ein neuer Stadtteil. Als man diese gebaut hat, standen da nur Häuser. Und wenn Sie heute durch die Weststadt laufen, sehen Sie einen hohen Grünanteil in den Außenräumen. So wird das auch in der Bahnstadt kommen. Man muss dem neuen Stadtteil und der Natur einfach nur Zeit geben. Die Planer haben sich die grünen Räume und Grünflächen ja mitgedacht.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 14.10.2017
Heidelberger-Bahnstadt: Ein Stadtteil nur für Gutverdiener?
Wohnungen in der Bahnstadt sind begehrt und teuer, vor allem durch den durchgängigen Passivhausstandard. Darum gibt es ein Förderprogramm, das Mieter und Käufer bezuschusst, es steht ein Topf von sechs Millionen Euro zur Verfügung. 20 Prozent der Bewohner sollen in den Genuss dieses Geldes kommen, wenn die Bahnstadt fertig gebaut ist. Doch Ende Dezember 2014 waren es nur rund neun Prozent. Vor allem bei den Eigentumswohnungen scheint das Programm nicht zu funktionieren. Von den zum Stichtag fertiggestellten 861 Wohnungen in der Bahnstadt wurden nur 73 finanziell gefördert. Bei Mietverhältnissen waren es 64, bei Käufern neun. Rund 160 000 Euro wurden bisher ausgezahlt.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 14.03.2015
1.
Lokalisieren Sie die Stadt Heidelberg räumlich und kennzeichnen Sie ihre demografische sowie sozioökonomische Lage zu Beginn der 2000er Jahre. (20 Punkte)
2.
Erläutern Sie auf dieser Grundlage, wie sich der Stadtteil Bahnstadt entwickelt hat und welche Bedeutung er besitzt. (32 Punkte)
3.
Ordnen Sie die Entwicklungen in der Bahnstadt dem Leitbild der kompakten und durchmischten Stadt zu und nehmen Sie kritisch Stellung zu den bereits umgesetzten und den vorgesehenen Vorhaben. (28 Punkte)
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- Wirtschaftsfaktor Tourismus · 17 Aufgaben · 60 % Wahrscheinlichkeit
- Weltmarktorientierte Landwirtschaft in den Tropen · 14 Aufgaben · 55 % Wahrscheinlichkeit
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- Strukturwandel und Tertiärisierung · 10 Aufgaben · 30 % Wahrscheinlichkeit
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