Aufgabe 2 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2022

Thema: Wirtschaftsfaktor Tourismus · Aus der Prüfung LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (2022)

Aufgabenstellung

Thema: Tourismus als Impulsgeber einer zukunftsfähigen räumlichen Entwicklung? – Das Beispiel Myanmar

Materialgebundene Problemerörterung. Lösen Sie die nachstehende Teilaufgabe unter Verwendung der Materialien M2, M6, M7, M9.

M 2: Myanmar – landeskundliche Informationen

Myanmar (ehemals Burma) 1824–1948 unter britischer Kolonialherrschaft

4. Januar 1948: Unabhängigkeit und Gründung des Staates Myanmar

Militärdiktatur bis 2011; ab 2011 Phase der Öffnung und Demokratisierung; 2015 erste freie Wahlen; 2021 erneute Machtübernahme durch das Militär

Einwohner der 4 größten Städte (2017): Yangon 4.728.524, Mandalay 1.225.546, Naypyitaw 333.506 (Regierungssitz seit 2005), Taunggyi 264.804

Informationen Yangon: kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes; Sitz nationaler und internationaler Unternehmen; internationaler Flughafen, Bahnverbindung; 7 Universitäten und nationale Forschungseinrichtungen

Korruptionsindex*: Myanmar 130 (Vergleich Deutschland 9) — *Rang 1 = Land mit geringster Korruption

M 6: Myanmar – Tourismuspotenzial und -regionen

Quelle: verändert nach Kraas et al. (2017): Socio-Economic Atlas of Myanmar; Girndt et al. (2020): Südostasien. Diercke Spezial.

M 7: Tourismus in Myanmar – ausgewählte Daten

* Hauptherkunftsländer 2019: China (39,5 %), Thailand (14,4 %), Japan (6,6 %), Südkorea (5,9 %). ** Anteil des Tourismus am BNE: 2010: 0,2 %; 2019: 3,3 %

Quellen: dica.gov.mm; laenderdaten.info; theaseanpost.com; tourism.gov.mm (Zugriff jeweils 13.09.2021)

M 9: Regionale touristische Entwicklung – Beispiele

[1] Inle Lake Hotel Zone Masterplan

2014: Verkauf von Grundstücken (621 ha) und infrastrukturelle Erschließung

Käufer: nationale und internationale Investoren

geplant: Bau von 87 Luxushotels und Resorts

geschätztes Investitionsvolumen: insgesamt ca. 360 Mio. US-$

Fertigstellung 2020

geringe Entschädigung der Grundstückseigentümer

[2] Myeik Archipel

Geheimtipp für Naturliebhaber und Tauchfreunde. Einsame feine Sandstrände, transparent-blaues Wasser, eine üppig grüne tropische Vegetation und eine zum Teil noch unerforschte Tierwelt erwarten den Besucher. Die touristisch unberührten Mergui-Inseln ermöglichen erst seit wenigen Jahren einen mehrtägigen Aufenthalt. Die einheimische Moken -Bevölkerung hat Resorts aus umweltfreundlichen Materialien unter Einbezug der Natur erbaut und diese sind Vorzeigebeispiel für einen verantwortlichen Ökotourismus. (Werbetext)

2. Erläutern Sie die Entwicklung und die Bedeutung des Tourismus in Myanmar und beziehen Sie dabei das touristische Potenzial mit ein. (30 Punkte)

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Geographie LK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2. Erläutern Sie die Entwicklung und die Bedeutung des Tourismus in Myanmar und beziehen Sie dabei das touristische Potenzial mit ein.

Lösung: Eine vollständige Erläuterung zeigt: (1) das touristische Potenzial Myanmars in physisch-geographischer Hinsicht (tropisches Klima mit ganzjährig hohen Lufttemperaturen und angenehmer Wassertemperatur an den Küsten, Seen, Strände, Inselgruppen, einzigartige Flora und Fauna, Naturschutzgebiete, unterschiedliches Relief mit verschiedenen Landschaftsformen wie Gebirgsregionen); (2) das historisch-kulturelle Potenzial (bedeutende buddhistische Tempelanlagen sowie historische Stätten, Aufnahme verschiedener Orte in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, fernöstliche Traditionen); (3) die touristische Infrastruktur sowie die Erreichbarkeit (internationale Flughäfen sowie einige Inlandsflughäfen, Grenzübergänge in die Nachbarstaaten, insbesondere nach Thailand, dichte Verkehrsinfrastruktur mit Straßen und Eisenbahn, Erreichbarkeit mit dem Schiff); (4) Merkmale der touristischen Entwicklung (rasant wachsende Zahl der Touristenankünfte seit 2011, Konzentration touristischer Einrichtungen auf etablierte Ziele wie ausgewählte religiöse und kulturelle Stätten sowie besondere Landschaften, kontinuierlich steigende Zahl der Beherbergungskapazitäten, hoher Anteil von Pauschaltouristen, Schwerpunkte der Herkunftsländer aus den Nachbarstaaten bzw. aus dem ostasiatischen Raum); (5) die ökonomische und soziokulturelle Bedeutung (Tourismus als wichtige Deviseneinnahmequelle, Generierung von ausländischen Direktinvestitionen, bisher positive Wertschöpfung aufgrund von Ausgaben für Unterbringung sowie Verpflegung, wichtiger Beschäftigungsfaktor im formellen und informellen Sektor im Zentrum und in der Peripherie); (6) eine Relativierung vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Daten (der Tourismusanteil am BNE ist trotz starken Wachstums mit 3,3 % (2019) weiterhin gering im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren).

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