Aufgabe 4 · Abitur NRW Chemie LK · Aspartam – ein gefahrloser Zuckerer 2026
Thema: Stoffklassen, Bindung und Struktur-Eigenschafts-Beziehungen · Aus der Prüfung LK · Aspartam – ein gefahrloser Zuckerersatzstoff? (2026)
Aufgabenstellung
Material 1: Aspartam: Struktur und Eigenschaften [1], [2]
Aspartam ist ein synthetischer Zuckerersatzstoff, der als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 951 bekannt ist. Aspartam hat eine 200-fach höhere Süßkraft als Haushaltszucker (Saccharose) und ist heutzutage der am meisten genutzte Süßstoff. Beispielsweise enthält ein Liter eines zuckerfreien Cola-Getränks 130 mg Aspartam.
Tab. 1: Angaben zu Aspartam
Strukturformel eines Aspartam-Moleküls · Molare Masse von Aspartam
·
Der Abbau des Aspartams im Körper beginnt mit der hydrolytischen Spaltung des Aspartam-Moleküls in ein Methanol-Molekül und ein anderes Molekül. Das andere Molekül wird weiter hydrolytisch in ein Asparaginsäure-Molekül und ein Phenylalanin-Molekül gespalten. Diese Reaktionen verlaufen im Körper enzymkatalysiert, im Labor wird diese Hydrolyse im Sauren (pH < 2) und unter Erwärmung durchgeführt.
Material 2: Untersuchung eines Erfrischungsgetränks auf Aspartam
Ein zuckerfreies Erfrischungsgetränk soll auf das Vorhandensein von Aspartam als Inhaltsstoff untersucht werden.
Folgende Materialien und Geräte stehen zur Verfügung:
Material: Dreifuß, Brenner, geeignete Chromatografie-Platte, Mikrokapillaren, Trennkammer, kleine Bechergläser, Bleistift, Lineal, Föhn
Chemikalien: zu testendes zuckerfreies Erfrischungsgetränk, Asparaginsäure-Lösung, Phenylalanin-Lösung, Ninhydrin-Lösung, geeignetes Laufmittel, verdünnte Salzsäure
Material 3: Stabilität und Verarbeitung von Aspartam [1], [2]
Aspartam ist bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 8 % sehr lange haltbar. In gelöster Form kann es bei einem pH-Wert über 6 und Temperaturen ab 30 °C zu einer Reaktion kommen, bei der ein Diketopiperazin entsteht. Diketopiperazine haben einen stark bitteren Geschmack.
Aspartam ist unlöslich in Öl und Ethanol und schlecht löslich in Wasser.
Da es in der Lebensmittelindustrie oft in gelöster Form eingesetzt wird, muss die Löslichkeit in Wasser durch die Temperatur und den pH-Wert optimiert werden.
Material 4: Methanol im Stoffwechsel [2], [3]
Bei der Verstoffwechselung von Aspartam im menschlichen Körper entsteht als Zwischenprodukt Methanol .
Methanol führt ab einer Aufnahme von etwa zum Tod. Die toxische Wirkung setzt aber schon viel früher ein.
Methanol wird in der Leber zu Methanal und dann zu Methansäure umgesetzt. Da die Ausscheidung über die Nieren nur sehr langsam abläuft, kommt es zur Anreicherung im Körper.
4 Begründen Sie die veränderte Löslichkeit von Aspartam in Wasser mit zunehmendem Anteil an Citronensäure (M 1, M 3).
Leiten Sie Bedingungen für eine optimale Lagerung und für eine optimale Löslichkeit von Aspartam in Wasser zur Verwendung in der Lebensmittelindustrie ab (M 1, M 3).
[9 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Begründen Sie die veränderte Löslichkeit von Aspartam in Wasser mit zunehmendem Anteil an Citronensäure (M 1, M 3).
Lösung: Das Aspartam-Molekül besitzt eine Carboxygruppe und eine Aminogruppe, die abhängig vom pH-Wert protoniert und deprotoniert werden. Je größer die Konzentration der Oxonium-Ionen ist (zunehmender Anteil an Citronensäure), umso stärker liegt das Gleichgewicht auf der Seite mit den protonierten und dadurch positiv geladenen Teilchen. Durch die ionische Ladung sind intensive Wechselwirkungen (wie Ion-Dipol-Wechselwirkungen) mit den polaren Wasser-Molekülen gut möglich. Daraus resultiert eine wesentlich bessere Wasserlöslichkeit des Aspartams bei Zunahme des Citronensäure-Anteils.
Leiten Sie Bedingungen für eine optimale Lagerung von Aspartam ab (M 1, M 3).
Lösung: Trocken als Pulver oder Tablette lagern (Feuchtigkeitsgehalt bis maximal 8 %), da Aspartam in diesem Zustand eine sehr hohe Stabilität aufweist.
Leiten Sie Bedingungen für eine optimale Löslichkeit von Aspartam in Wasser zur Verwendung in der Lebensmittelindustrie ab (M 1, M 3).
Lösung: Temperatur: Die Löslichkeit von Aspartam nimmt mit steigender Temperatur zu. Deswegen sollte die Temperatur möglichst hoch gewählt werden, allerdings nicht höher als 30 °C (bzw. knapp unter 30 °C), da ansonsten ein bitter schmeckendes Diketopiperazin entsteht. pH-Wert: Aspartam ist umso besser löslich, je saurer die Lösung ist. Bei einem pH-Wert unter 2 kann es unter Wärmeeinfluss allerdings zu einem Zerfall der Moleküle (Hydrolyse) kommen. Daher ist ein leicht saurer Bereich oberhalb von pH = 2 optimal.
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