Aufgabe 4 · Abitur NRW Chemie GK · Teelichtofen-GN 2025
Thema: Energetik chemischer Reaktionen · Aus der Prüfung GK · Teelichtofen-GN (2025)
Aufgabenstellung
Material 1: Schülerexperiment – Kalorimetrie
Geräte:
Becherglas als Kalorimetergefäß
Thermometer bzw. Thermofühler
Messzylinder (100 mL), Pipette
Rührer
Stativmaterial
Stoppuhr
Chemikalien:
Wasser
Teelicht
Streichhölzer
Durchführung:
Bauen Sie die Apparatur gemäß Abbildung 1 auf und führen Sie eine kalorimetrische Untersuchung durch.
Verwenden Sie dabei 100 mL destilliertes Wasser als Kalorimeterflüssigkeit.
Löschen Sie das Teelicht nach 2 Minuten Branndauer und lassen Sie es abkühlen.
Abb. 1: beispielhafte Versuchsanordnung
Material 2: Teelicht – Paraffin
Ein handelsübliches Teelicht setzt sich aus einer flachen Kerze und einem Aluminiumbecher zusammen. Ihre Kerze besteht aus 12 g Paraffin. Ihre Brenndauer beträgt ca. 4 Stunden.
Paraffin ist ein Stoffgemisch aus Alkanen, deren Moleküle 18 bis 32 Kohlenstoff-Atome enthalten können. Die Alkan-Moleküle können sich durch die Anzahl der Verzweigungen pro Molekül sowie durch die Kettenlänge voneinander unterscheiden. Je nach Anteil lässt sich Paraffin genauer in Hart- und Weichparaffin einteilen. Weichparaffin schmilzt bei etwa 45 °C, Hartparaffin zwischen 50 und 60 °C. Für die Herstellung von Teelichtern wird Hartparaffin verwendet. Stellvertretend für das Stoffgemisch kann Pentacosan, ein Alkan mit der Formel , betrachtet werden.
Tab. 1: Standardbildungsenthalpien ausgewählter Verbindungen (bei K, kPa) [1] · Aggregatzustand · Standardbildungsenthalpie in
Kohlenstoffdioxid · gasförmig · − 393,5
Pentacosan · fest · − 560
Wasser · gasförmig · − 241,8
Material 3: Der Teelichtofen
Sogenannte Teelichtöfen sind relativ einfach aufgebaut. Sie bestehen aus einem Tontopf ①, der von einer Gewindestange ② getragen wird. Durch die Verwendung von Unterlegscheiben und Muttern ③ ist der Abstand des Tontopfes einstellbar. Die Gewindestange ② ist mit einem stabilen Untersetzer ④ verbunden, auf dem die Teelichter platziert werden.
Ein Teelichtofen fasst in der Regel 6 Kerzen. Die Außenwandtemperatur kann auf 130 bis 160 °C ansteigen.
Abb. 2: Schema eines Teelichtofens
Material 4: Brandschutzexperten warnen vor Teelichtöfen [2]
Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen raten nicht nur von Teelichtöfen ab, sie warnen sogar davor. Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Jürgen Larisch, warnt vor dem Einsatz von Teelichtöfen. In einem Interview erklärt er, wie man im Ernstfall reagieren sollte, wenn ein Teelichtofen Feuer fängt.
Er sagt: „Teelichtöfen können sehr hohe Temperaturen erreichen [...]. Das kann zu einem gefährlichen Wachsbrand führen, weil flüssiges Kerzenwachs sich bei Temperaturen zwischen 250 und 300 Grad selbst entzünden kann. In einem solchen Fall ist der Wachsbrand auch mit Wasser nicht mehr löschbar. Wir haben dann einen ähnlichen Fall wie bei einer sogenannten Fettexplosion. Hier gibt es zwar keine Explosion, aber bereits bei 100 Grad verdampft Wasser schlagartig und dieser Dampf reißt dann das brennende Wachs mit sich, was zu einer explosionsartigen Verbrennung führt. Das kann dann nicht nur einen Wohnungsbrand auslösen, sondern auch Personen, die sich in der Nähe aufhalten, verletzen.“
Auf die Frage, was man sonst noch tun könne, wenn der Teelichtofen Feuer gefangen hat, meint er: „Ansonsten, wenn das Feuer außer Kontrolle ist, hilft eigentlich nur noch, das Feuer abzudecken. Die wenigsten Leute haben aber in ihrer Wohnung eine entsprechende Feuerlöschdecke. Der Teelichtofen ist sehr heiß. Wenn ich da nur einen Lappen drüberlege, wird dieser dann wahrscheinlich ebenfalls Feuer fangen. Wenn ein Teelichtofen in der Wohnung brennt, dann hilft nur noch die 112 wählen und sich in Sicherheit bringen und die Fachkräfte das Löschen übernehmen lassen.“
4.
Nennen und begründen Sie zwei Maßnahmen zum sicheren Umgang mit Teelichtöfen (M 3, M 4).
Beurteilen Sie anhand von zwei Aspekten die Verwendung von Teelichtöfen (M 1 – M 4).

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Nennen und begründen Sie zwei Maßnahmen zum sicheren Umgang mit Teelichtöfen (M 3, M 4).
Lösung: Zwei Maßnahmen mit jeweiliger Begründung, z. B.: - Weniger als 6 Teelichter verwenden, da die erzeugte Wärmemenge geringer ist und so ein gefährlicher Wachsbrand vermieden wird. - Abstand zwischen den Teelichtern vergrößern, damit eine gegenseitige Aufheizung verhindert wird. - Tontöpfe nicht zu niedrig einstellen/einschrauben, damit sich die Wärme darunter nicht stauen und somit für einen Flächenbrand sorgen kann.
Beurteilen Sie anhand von zwei Aspekten die Verwendung von Teelichtöfen (M 1 – M 4).
Lösung: Beurteilung anhand zweier Aspekte und Sachurteil, z. B.: - Die Teelichter stellen grundsätzlich eine Wärmequelle dar; unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsaspekte (z. B. weniger Kerzen) ergibt sich jedoch nur eine sehr geringe Wärmemenge. - Das erhebliche Sicherheitsrisiko (Wachsbrand, Giftgase/CO, Brandgefahr) bleibt bei der Verwendung von Teelichtöfen im Wohnraum bestehen. - Sachurteil: Die Verwendung eines Teelichtofens als ernsthafte Alternative zu anderen Heizmethoden ist anzuzweifeln bzw. abzulehnen.
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