Aufgabe 2 · Abitur NRW Biologie LK · Salztoleranz-EN 2025

Thema: Enzyme, Stofftransport und Zellatmung · Aus der Prüfung LK · Salztoleranz-EN (2025)

Aufgabenstellung

Weizen – eine salzsensible Kulturpflanze

Weizen ( Triticum aestivum) ist eine wirtschaftlich bedeutsame Kulturpflanze. Der Verlust geeigneter Anbauflächen ist ein aktuelles Problem, das die gesicherte Ernährung der Menschheit in Zukunft weiter gefährden wird. Dieses Problem wird durch die zunehmende Bodenversalzung zusätzlich verschärft.

Material 1: Umweltfaktoren des Weizens

Eine Vielzahl von Umweltfaktoren hat Einfluss auf den Weizen ( Triticum aestivum). Ein Ausschnitt aus dem Beziehungsgefüge zwischen Weizenpflanze und Umwelt ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abb. 1: Ausgewählte Umweltfaktoren des Weizens

Material 2: Modellversuch zu den Auswirkungen der Bodenversalzung

Durch intensive Bewässerung werden vermehrt im Wasser gelöste Salze wie Natriumchlorid (NaCl) auf Felder gebracht und konzentrieren sich nach der Verdunstung des Wassers im Boden. Durch den Einsatz von Streusalz im Winter wird das Problem verstärkt, da Natriumchlorid von Straßen und Wegen auf Felder gelangt.衡nders in trockenen Gebieten wird diese zusätzliche Salzbelastung nicht vollständig ausgewaschen. Stattdessen führen geringe Niederschlagsmengen, die auf salzbelastete Böden fallen, zu hochkonzentrierten Salzlösungen im Wurzelbereich. Weizen reagiert empfindlich auf einen erhöhten Salzgehalt und ist daher als salzsensible Art zu charakterisieren.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde die Hypothese aufgestellt, dass eine Schädigung der Wurzelhaarzellen des Weizens bei Kontakt mit hochkonzentrierter Natriumchlorid-Lösung eintreten wird. Die Ursache dafür wird in der osmotischen Wirksamkeit hochkonzentrierter Salzlösungen auf pflanzliche Zellen vermutet.

Ihnen stehen für einen Modellversuch folgende Geräte und Materialien zur Verfügung:

Geräte: Lichtmikroskop, Objektträger, Deckgläschen, Bechergläser, Pasteurpipetten, Präparierbesteck, Küchenmesser, schnittfeste Unterlage, Filterpapier, weißes Papier DIN A4

Materialien: Rote Küchenzwiebel, Leitungswasser, gesättigte Natriumchlorid-Lösung

2.1

Planen Sie einen Modellversuch zur Überprüfung der Hypothese aus Material 2. Begründen Sie Ihre Planungsschritte (M 2). Führen Sie den Modellversuch durch (M 2). [13 BE]

Hinweis: Sollten Ihnen die Planung und/oder die Durchführung nicht gelingen oder sollten Ihnen die Ergebnisse unbrauchbar erscheinen, können Sie Ersatzergebnisse von der Aufsicht führenden Lehrkraft anfordern. Für die Planung und Durchführung werden in diesem Fall bis zu 13 Bewertungseinheiten nicht erteilt.

2.2

Beschreiben Sie die mikroskopisch beobachtbaren Veränderungen (M 2). Stellen Sie Ihr Ergebnis in einer mikroskopischen Zeichnung dar (M 2). [11 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Biologie LK · Salztoleranz-EN 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2.1 Planen Sie einen Modellversuch zur Überprüfung der Hypothese aus Material 2. Begründen Sie Ihre Planungsschritte (M 2). Führen Sie den Modellversuch durch (M 2).

Lösung: Planung und Begründung: 1. Anfertigung eines Frischpräparats der Epidermis der roten Küchenzwiebel in Leitungswasser als Kontrollansatz (Normalzustand, unbeeinflusstes Milieu). 2. Mikroskopische Betrachtung und Dokumentation der turgeszenten Zellen. 3. Austausch des Leitungswassers gegen gesättigte NaCl-Lösung (bzw. zweites Präparat in Salzlösung) zur Modellierung starker Bodenversalzung. 4. Nach kurzer Wartezeit erneutes Mikroskopieren bei sonst gleichen Parametern. Durchführung (5 BE gemäss Beobachtungsbogen): Sachgerechtes Präparieren, Einstellen des Mikroskops und sicheres Arbeiten.

2.2 Beschreiben Sie die mikroskopisch beobachtbaren Veränderungen (M 2).

Lösung: Ablösung der Zellmembran bzw. des Protoplasten von der Zellwand (Plasmolyse). Schrumpfung des Protoplasten sowie stärkere/intensivere Färbung und Volumenabnahme der Zellsaftvakuole im Vergleich zur Zelle in Leitungswasser.

2.2 Stellen Sie Ihr Ergebnis in einer mikroskopischen Zeichnung dar (M 2).

Lösung: Ersatzmikroskopiebilder der Zwiebelepidermis: In Leitungswasser (turgeszente Zellen): In gesättigter NaCl-Lösung (plasmolysierte Zellen): Anforderungen an die mikroskopische Zeichnung: - Formal und inhaltlich richtige Darstellung einer plasmolysierten Zelle (oder kleiner Zellgruppe). - Saubere Einfachlinien ohne Schraffuren. - Vollständige und korrekte Beschriftung: Zellwand, Plasmolyseraum (bzw. NaCl-Lösung), Zellmembran / Protoplast, Zellsaftvakuole mit gefärbtem Zellsaft, Angabe des Maßstabs bzw. der Vergrößerung.

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