Aufgabe 2 · Abitur NRW Biologie LK · Mikroben-Hefe 2025
Thema: Enzyme, Stofftransport und Zellatmung · Aus der Prüfung LK · Mikroben-Hefe (2025)
Aufgabenstellung
Material 1: Stoffwechselwege bei Hefezellen
Hefen sind eukaryotische Mikroorganismen. Sie besiedeln unter anderem den Darm von Säugetieren. Hefen gewinnen Energie für Wachstum und Vermehrung aus dem Abbau organischer Stoffe, die sie aus der Umgebung aufnehmen. Je nach Verfügbarkeit von Sauerstoff können sie aeroben Energiestoffwechsel über Zellatmung oder anaeroben Energiestoffwechsel über alkoholische Gärung betreiben.
In einem Laborexperiment wurde der Einfluss von Luftzufuhr auf die Zusammensetzung einer Hefe-Zucker-Suspension untersucht. Dabei wurde das Gemisch zuerst für eine bestimmte Zeit durch eine Schutzatmosphäre unter Luftabschluss gehalten. Im Anschluss wurde durch Entfernen der Schutzatmosphäre Raumluft zugeführt. Die folgende Abbildung zeigt die Ergebnisse der dabei durchgeführten Messungen.
Material 2: Untersuchung der Substratabhängigkeit des Hefestoffwechsels
Durch ein Experiment soll die Abhängigkeit der Stoffwechselaktivität von der Art des zur Verfügung stehenden Zuckers bei Hefezellen untersucht werden. Dabei sollen die Stoffe Glukose, Maltose und Stärke (vgl. Tabelle 1) verglichen werden.
Tabelle 1: Chemischer Aufbau von Zuckern (vereinfacht)
Zucker-Typ · Molekularer Aufbau
Glukose
Monosaccharid · einzelne Glukosemoleküle
Maltose
Disaccharid · zwei chemisch verknüpfte Glucosemoleküle
Stärke
Polysaccharid · chemisch verknüpfte Ketten aus Glukosemolekülen
Ihnen stehen folgende Geräte und Materialien zur Verfügung:
Geräte: Erlenmeyerkolben, Messzylinder, Reagenzgläser, Reagenzglasständer, Stopfen, Wasserbad mit 35-40 °C, Stoppuhr
Chemikalien: Hefe-Suspension, Substrat-Lösungen (w = 10 %) von Glukose, Maltose und löslicher Stärke
Für das Experiment macht man sich zunutze, dass das im Stoffwechsel gebildete Kohlenstoffdioxid zur Schaumbildung im Reagenzglas führt.
Zur Durchführung werden jeweils 5 mL einer Hefe-Suspension mit 10 mL der zu untersuchenden Substrat-Lösung versetzt, geschüttelt und für 15 Minuten in das Wasserbad überführt. In Zeitintervallen von 5 Minuten werden die Beobachtungen notiert.
2.1
Erläutern Sie das experimentelle Vorgehen hinsichtlich des Variablengefüges (M 2). Begründen Sie die Verwendung des Wärmebads (M 1, M 2). [8 BE]
2.2
Führen Sie das Experiment gemäß Material 2 durch. [8 BE]
Hinweis: Sollten Ihnen die Ergebnisse unbrauchbar erscheinen, können Sie Ersatzergebnisse gegen die Nichterteilung von acht Bewertungseinheiten von der Aufsicht führenden Lehrkraft anfordern.
2.3
Stellen Sie Ihre Ergebnisse tabellarisch dar. [6 BE]
2.4
Diskutieren Sie auf der Grundlage Ihrer Ergebnisse einen möglichen Zusammenhang von Stoffwechselaktivität und Art des Substrats auf enzymatischer Ebene (M 2). [6 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
2.1 Erläutern Sie das experimentelle Vorgehen hinsichtlich des Variablengefüges (M 2). Begründen Sie die Verwendung des Wärmebads (M 1, M 2).
Lösung: - Unabhängige Variable: Art des Substrats (Glukose, Maltose, Stärke) - Abhängige Variable: Schaumhöhe bzw. Gasentwicklung () - Kontrollvariablen: Konstante Temperatur (Wärmebad), Volumina (5 mL Hefesuspension, 10 mL Substrat), Konzentration (w = 10 %) - Begründung Wärmebad: Modellierung der physiologischen Umgebungstemperatur bzw. Temperaturoptimum der Hefeenzyme.
2.2 Führen Sie das Experiment gemäß Material 2 durch.
Lösung: Sachgerechte Vorbereitung und Durchführung des Experiments sowie Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte.
2.3 Stellen Sie Ihre Ergebnisse tabellarisch dar.
Lösung: | Zeit | RG 1 (Glukose) | RG 2 (Maltose) | RG 3 (Stärke) | | :--- | :--- | :--- | :--- | | nach ½ min | Gasentwicklung und Beginn der Schaumbildung | keine Veränderung | keine Veränderung | | nach 5 min | Gasentwicklung und Schaumbildung | Beginn der Gasentwicklung und Schaumbildung | keine Veränderung | | nach 10 min | Zunahme der Gasentwicklung und Schaumbildung | Zunahme der Gasentwicklung und Schaumbildung | keine Veränderung | | nach 15 min | Weitere Zunahme der Gasentwicklung und Schaumbildung (Schaumkrone mit Höhe von ca. 4 cm) | Weitere Zunahme der Gasentwicklung und Schaumbildung (Schaumkrone mit Höhe von ca. 4 cm) | keine Veränderung |
2.4 Diskutieren Sie auf der Grundlage Ihrer Ergebnisse einen möglichen Zusammenhang von Stoffwechselaktivität und Art des Substrats auf enzymatischer Ebene (M 2).
Lösung: - Stoffwechselaktivität hängt grundsätzlich von der Verfügbarkeit von Glukose als direktem Substrat ab (sofortige Reaktion bei Glukose). - Verzögerte Schaumbildung bei Maltose weist auf das Vorhandensein eines hydrolysierenden Enzyms (Maltase) hin, das Glukose zeitversetzt bereitstellt. - Fehlende Schaumbildung bei Stärke belegt das Fehlen stärkeabbauender Enzyme (Amylasen) bei der Bäckerhefe.
Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium
Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.
‹ Aufgabe 1 · LK · Mikroben-Hefe 2025 · Aufgabe 1 · LK · Mitochondrien 2025 ›
Mehr Aufgaben zu Enzyme, Stofftransport und Zellatmung
- Aufgabe 2 - Enzyme, Stofftransport und Zellatmung · GK · Salztoleranz-GN 2025
- Aufgabe · GK · Tödliche Höhe 2025
- Aufgabe 3 - Enzyme, Stofftransport und Zellatmung · GK · Weißklee 2025
- Aufgabe 1 - Enzyme, Stofftransport und Zellatmung · LK · Maniok-EN 2025
- Aufgabe 1 · LK · Mikroben-Hefe 2025
- Aufgabe 1 · LK · Mitochondrien 2025
- Aufgabe 2 · LK · Mitochondrien 2025
- Aufgabe 4 · LK · Mitochondrien 2025
- Aufgabe 5 · LK · Mitochondrien 2025
- Aufgabe 2 · LK · Salztoleranz-EN 2025