Abitur Sachsen-Anhalt Mathematik 2017 · LK · Teil B · Lineare Algebra (WTR)

Aufgabe Mathematik aus dem IQB-Pool 2017, LK · Teil B · Lineare Algebra (WTR): 2 Teilaufgaben mit Lösungen. Themen: Matrizen und Übergangsprozesse. Kostenlos.

Themen der Aufgabe: Matrizen und Übergangsprozesse

Aufgabe 1

Wölfe leben im Rudelverband. Ein Rudel besteht aus einem Elternpaar, das das Rudel führt, und dessen Nachkommen.

Betrachtet wird die Entwicklung einer Population der weiblichen Tiere eines Wolfsbestands in einem großen, abgeschlossenen Gebiet. Im ersten Lebensjahr werden die Tiere als Welpen und im zweiten als Jungtiere bezeichnet. Ab dem dritten Lebensjahr sind die Tiere geschlechtsreif und werden Rudelführerinnen. Jede Rudelführerin bringt pro Jahr durchschnittlich drei weibliche Welpen zur Welt.

In einem Modell werden Zusammensetzungen der Population der weiblichen Wölfe durch Vektoren der Form (WJR)\begin{pmatrix} W \\ J \\ R \end{pmatrix} dargestellt, wobei WW die Anzahl der Welpen, JJ die Anzahl der Jungtiere und RR die Anzahl der Rudelführerinnen bezeichnet. Zu Beginn der Beobachtung wird die Zusammensetzung der Population durch den Vektor v⃗0\vec{v}_0 dargestellt.

Die Entwicklung der Population von einem Jahr nn zum nächsten lässt sich zunächst durch die Matrix L=(003x0000,70,8)L = \begin{pmatrix} 0 & 0 & 3 \\ x & 0 & 0 \\ 0 & 0{,}7 & 0{,}8 \end{pmatrix} und die Gleichung v⃗n+1=L⋅v⃗n\vec{v}_{n+1} = L \cdot \vec{v}_n beschreiben.

a)

Stellen Sie die Entwicklung der Population in einem Übergangsdiagramm dar. [3 BE]

b)

Beschreiben Sie die Bedeutung von xx im Sachzusammenhang. [1 BE]

c)

72 %72\,\% der Tiere sterben innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Ermitteln Sie den Wert von xx. [2 BE]

d)

Zu Beobachtungsbeginn gehören zur Population 3939 Rudelführerinnen, ein Jahr später sind es bereits 5555. Bestimmen Sie die Anzahl der Jungtiere zu Beobachtungsbeginn. [2 BE]

Zwei Jahre nach Beobachtungsbeginn ändern sich die Umweltbedingungen und damit die Entwicklung der Population. Die Entwicklung kann nun im Zwei-Jahres-Rhythmus, d. h. von einem Jahr zum übernächsten, durch die Matrix M=(033,750020,240,450,56)M = \begin{pmatrix} 0 & 3 & 3{,}75 \\ 0 & 0 & 2 \\ 0{,}24 & 0{,}45 & 0{,}56 \end{pmatrix} und die Gleichung v⃗n+2=M⋅v⃗n\vec{v}_{n+2} = M \cdot \vec{v}_n beschrieben werden. Sechs Jahre nach Beobachtungsbeginn wird die Zusammensetzung der Population durch den Vektor v⃗6=(600173165)\vec{v}_6 = \begin{pmatrix} 600 \\ 173 \\ 165 \end{pmatrix} dargestellt, d. h. die Population besteht aus 938938 Tieren.

e)

Bestimmen Sie die Anzahl der Welpen, Jungtiere und Rudelführerinnen acht Jahre nach Beobachtungsbeginn. [2 BE]

f)

Die Vektoren v⃗10≈(2168629598)\vec{v}_{10} \approx \begin{pmatrix} 2168 \\ 629 \\ 598 \end{pmatrix} und v⃗12≈(412611951138)\vec{v}_{12} \approx \begin{pmatrix} 4126 \\ 1195 \\ 1138 \end{pmatrix} stellen die Zusammensetzungen der Population zehn bzw. zwölf Jahre nach Beobachtungsbeginn dar. Aus diesen Vektoren soll ein Faktor ermittelt werden, mit dem die Anzahl der Welpen, Jungtiere und Rudelführerinnen von einem Jahr zum nächsten zunimmt. Zeigen Sie rechnerisch, dass dieser Faktor für jede der drei Altersgruppen etwa 1,381{,}38 beträgt. [2 BE]

g)

Bestimmen Sie die Lösung der Gleichung 938⋅1,38t−6=45000938 \cdot 1{,}38^{t-6} = 45000 mit t∈[6;+∞[t \in [6; +\infty[. Interpretieren Sie unter Verwendung der Lösung dieser Gleichung die Zahl 4500045000 im Sachzusammenhang. [3 BE]

h)

Beurteilen Sie das verwendete Modell hinsichtlich seiner Eignung zur langfristigen Beschreibung der Entwicklung der Population. [2 BE]

Aufgabe 2

Betrachtet werden 3×33\times 3-Matrizen NN sowie Vektoren u⃗=(u1u2u3)\vec{u} = \begin{pmatrix} u_1 \\ u_2 \\ u_3 \end{pmatrix} mit u⃗≠(000)\vec{u} \neq \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}, für die N⋅u⃗=u⃗N \cdot \vec{u} = \vec{u} gilt.

a)

Die Matrix N−1N^{-1} ist die inverse Matrix zu einer der Matrizen NN. Prüfen Sie für jede der beiden folgenden Gleichungen, ob es einen Wert von a∈Ra \in \mathbb{R} gibt, für den die Gleichung erfüllt ist:

Wert von aa:

Wert von aa:

b)

Zeigen Sie für N=(0040,250000,40,6)N = \begin{pmatrix} 0 & 0 & 4 \\ 0{,}25 & 0 & 0 \\ 0 & 0{,}4 & 0{,}6 \end{pmatrix}, dass u2=u3u_2 = u_3 gilt.

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