Aufgabe HT 3 - Laboruntersuchung einer Brennstoffzelle · Abitur NRW Technik GK · Haupttermin 2023

Thema: Brennstoffzelle und Wasserstoff · Aus der Prüfung GK · Haupttermin (2023)

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung: Laboruntersuchung einer Brennstoffzelle

Im Labor wird eine Polymerelektrolytmembran-Brennstoffzelle (PEM) getestet, um zu klären, wofür sie sich einsetzen lässt. Für diese Zelle liegen die Kennlinie in M 2 sowie Messwerte zum Wasserstoffverbrauch unter Last in M 3 vor.

a)

Erläutern Sie mithilfe der Abbildung in M 1, wie eine PEM-Brennstoffzelle aufgebaut ist und funktioniert. Geben Sie die Reaktionsgleichungen der beiden Elektrodenreaktionen und der Gesamtreaktion an. Nennen Sie außerdem Vor- und Nachteile dieses Brennstoffzellen-Typs. [10 Punkte]

b)

Beschreiben Sie anhand der Kennlinie in M 2 die drei typischen Lastbereiche einer PEM-Brennstoffzelle. Im mittleren Lastbereich bestimmt der von der Membran verursachte ohmsche Innenwiderstand das Verhalten. Ermitteln Sie aus Material M 2 zeichnerisch und/oder rechnerisch den Innenwiderstand der Brennstoffzelle. [10 Punkte]

c)

Zeichnen Sie aus Material M 2 die Leistungskennlinie der PEM-Brennstoffzelle. Bestimmen Sie den Punkt maximaler Leistung und geben Sie dafür Spannung, Stromstärke und elektrische Leistung an. [10 Punkte]

d)

Material M 3 enthält Messdaten zum Gasverbrauch der PEM-Brennstoffzelle in einem festen Arbeitspunkt. Ermitteln Sie die Gasverbrauchsrate. Bestimmen Sie für diesen Arbeitspunkt den Faradayschen und den elektrischen Wirkungsgrad der Zelle. [10 Punkte]

M 3: Messwerte im Lastbereich

Die Tabelle zeigt den Verbrauch an Wasserstoff in 5 cm³-Schritten bei einer konstanten Last von 3,3 Ω an.

Der Heizwert von Wasserstoff beträgt HH2=10,8 MJ/m3H_{\text{H2}} = 10{,}8\text{ MJ/m}^3, das Molvolumen bei Laborbedingungen VM=24.500 cm3/molV_M = 24.500\text{ cm}^3/\text{mol}.

VH2V_{\text{H2}} in cm³

Zeit in s

Stromstärke in A

Spannung in V

30 · 0 · 0,17 · 0,69

25 · 206 · 0,18 · 0,68

20 · 413 · 0,19 · 0,67

15 · 620 · 0,18 · 0,68

10 · 828 · 0,18 · 0,67

e)

Die im Labor untersuchte Zelle soll in einer Notstromversorgung für Gebäude zum Einsatz kommen. Nennen Sie drei Verfahren zur Speicherung von Wasserstoff. Stellen Sie eines davon genauer dar. Erklären Sie, weshalb dieses Verfahren für diesen Anwendungsfall geeignet bzw. ungeeignet ist. [10 Punkte]

Aufgabenstellung: Aufgabe HT 3 - Laboruntersuchung einer Brennstoffzelle · Abitur NRW Technik GK · Haupttermin 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

c) Zeichnen Sie aus Material M 2 die Leistungskennlinie der PEM-Brennstoffzelle.

Lösung: Leistungskennlinie mit deutlichem Anstieg von 0 W bei 0 A bis zu einem flachen Maximum um ca. 0,48 W bis 0,49 W zwischen 1,4 A und 1,6 A und anschließendem Abfall bis ca. 0,20 W bei 2,0 A.

a) Erläutern Sie mithilfe der Abbildung in M 1, wie eine PEM-Brennstoffzelle aufgebaut ist und funktioniert. Geben Sie die Reaktionsgleichungen der beiden Elektrodenreaktionen und der Gesamtreaktion an. Nennen Sie außerdem Vor- und Nachteile dieses Brennstoffzellen-Typs.

Lösung: Aufbau und Funktionsweise: Anodenseitig wird Wasserstoff zugeführt und über eine Gasdiffusionsschicht verteilt. Anode spaltet katalytisch H2 in Protonen (H+) und Elektronen (e-). Die protonenleitende Membran lässt H+ zur Kathode wandern, Elektronen fließen über den äußeren Stromkreis. Kathodenseitig reagiert O2 aus Luft/Sauerstoff mit H+ und e- katalytisch zu Wasser (H2O). Oxidation: 2 H2 - 4 e- -> 4 H+ (bzw. H2 -> 2 H+ + 2 e-) Reduktion: O2 + 4 e- -> 2 O2- (bzw. O2 + 4 H+ + 4 e- -> 2 H2O) Redox/Gesamtreaktion: 2 H2 + O2 -> 2 H2O Vorteile: gute Lastdynamik, niedrige Betriebstemperatur, kompakter Aufbau, reversibler Betrieb möglich. Nachteile: hohe Anforderungen an die Gasreinheit, relativ geringe Lebensdauer der Membran, Platin-Katalysatorkosten.

b) Beschreiben Sie anhand der Kennlinie in M 2 die drei typischen Lastbereiche einer PEM-Brennstoffzelle.

Lösung: 1. Bereich (0,00 A bis ca. 0,15 A): Schneller Spannungsabfall durch Überspannungen / Aktivierungsverluste an den Phasengrenzen. 2. Bereich (ca. 0,15 A bis 1,80 A): Linearer Kennlinienverlauf, dominiert von ohmschen Verlusten durch den Innenwiderstand der protonenleitenden Membran. 3. Bereich (über 1,80 A): Steiler Spannungsabfall bis zum Zusammenbruch der Zellspannung durch Stofftransportbegrenzung / endliche Reaktionsgeschwindigkeit.

b) Ermitteln Sie aus Material M 2 zeichnerisch und/oder rechnerisch den Innenwiderstand der Brennstoffzelle.

Lösung: 0,267 Ω / 267 mΩ

c) Bestimmen Sie den Punkt maximaler Leistung: Spannung UMPPU_{\text{MPP}}

Lösung: 0,32 V / 0,35 V

c) Bestimmen Sie den Punkt maximaler Leistung: Stromstärke IMPPI_{\text{MPP}}

Lösung: 1,50 A / 1,40 A

c) Bestimmen Sie den Punkt maximaler Leistung: Leistung PMPPP_{\text{MPP}}

Lösung: 0,48 W / 0,49 W

d) Ermitteln Sie die Gasverbrauchsrate.

Lösung: 0,0242 cm³/s

d) Bestimmen Sie für diesen Arbeitspunkt den Faradayschen Wirkungsgrad der Zelle.

Lösung: 95 % / 0,95

d) Bestimmen Sie für diesen Arbeitspunkt den elektrischen Wirkungsgrad der Zelle.

Lösung: 47 % / 0,47

e) Nennen Sie drei Verfahren zur Speicherung von Wasserstoff. Stellen Sie eines davon genauer dar. Erklären Sie, weshalb dieses Verfahren für diesen Anwendungsfall geeignet bzw. ungeeignet ist.

Lösung: Drei Techniken: z. B. Druckgasspeicherung, Speicherung von flüssigem Wasserstoff (Kryospeicher), Metallhydridspeicher (oder LOHC / flüssige organische Träger). Beispielhafte Darstellung (Flüssigwasserstoff): Bei -253 °C drucklos in wärmeisolierten Tanks gelagert. Hohe gravimetrische und volumetrische Energiedichte. Eignung für Gebäudenotstrom: Ungeeignet wegen kontinuierlicher Speicherverluste durch Abdampfen (Boil-off ca. 1 % pro Tag), da kein stetiger Verbrauch vorliegt und regelmäßiges Nachfüllen erforderlich ist. Alternativ: Druckgasspeicherung oder Metallhydridspeicher eignen sich deutlich besser für lange Standzeiten ohne Abdampfverluste.

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