Aufgabe 3 - Brennstoffzelle und Wasserstoff · Abitur NRW Technik GK · Haupttermin 2021
Thema: Brennstoffzelle und Wasserstoff · Aus der Prüfung GK · Haupttermin (2021)
Aufgabenstellung
Aufgabe: Analysebetrachtungen zum Einsatz eines Brennstoffzellenzuges (50 Punkte)
M 1: Vorliegende Problembeschreibung
Im Westen von Nordrhein-Westfalen verkehren auf einer nicht elektrifizierten Bahnstrecke ältere dieselbetriebene Nahverkehrszüge. Die Städte Musterhausen und Schönstadt sind durch diese eingleisige Strecke verbunden. Die Ballungszentren im Rheinland sind über Anschlussstrecken verbunden. In den vergangenen Jahren hat der Regionalbahnverkehr auf dieser Strecke enorm zugenommen, da immer mehr Personen berufs- oder ausbildungsbedingt aus den beiden Regionen in die Ballungszentren pendeln. Der Betreiber der Bahnstrecke möchte die Taktung der Verbindung erhöhen und die veralteten Dieselzüge durch moderne Züge mit einem umweltfreundlichen Antrieb ersetzen. Als Fachfrau bzw. Fachmann für Nahverkehrsstrecken erhalten Sie vom Streckenbetreiber den Auftrag, den Einsatz eines Brennstoffzellenzuges zu untersuchen.
a)
Funktionsweise einer Brennstoffzelle [16 Punkte]
Beschreiben Sie anhand von Material M 2, wie eine PEM-Brennstoffzelle funktioniert. Geben Sie die chemischen Reaktionsgleichungen für die beiden Elektroden sowie die Gesamtreaktionsgleichung an. Nennen Sie für die markierten Komponenten des Brennstoffzellenzuges in Material M 3 jeweils die Funktion und die auftretenden Energieumwandlungen.
M 2: Aufbau einer PEM-Brennstoffzelle (PEM – Protonen Exchange Membrane)
M 3: Aufbau des Brennstoffzellenzuges
Die Brennstoffzelle und die Akkus liefern die Antriebsenergie für den Elektromotor beim Anfahren. Die Brennstoffzelle lädt die Akkus während der Fahrt auf. Beim Bremsen wird die Bremsenergie auch zum Laden der Akkus verwendet.
b)
Volumen des Wasserstoffspeichers und Reichweitenbestimmung [15 Punkte]
Ermitteln Sie anhand der technischen Daten in Material M 4 das Wasserstoffvolumen bei einem Druck von 1 bar, das in den Drucktanks gespeichert ist. Bestimmen Sie die Reichweite des Zuges bei einer vollständigen Wasserstofffüllung und vergleichen Sie sie mit der Reichweite aus Material M 4. Erläutern Sie eine weitere Möglichkeit, Wasserstoff zu speichern.
M 4: Technische Daten des Brennstoffzellenzuges
Anschaffungskosten · ca. 15 Mio. €
Betriebsdauer · 25 bis 30 Jahre
Höchstgeschwindigkeit · 100 km/h
Reichweite bei vollem Wasserstofftank · 1000 km
elektrische Leistung der Brennstoffzelle · 200 kW (konstante Leistung während der Betriebszeit)
Spannung am Ausgang der Brennstoffzelle · 800 V
durchschnittlicher Wasserstoffverbrauch · 0,26 kg pro Kilometer
Wasserstoffdruckgasspeicher
• Anzahl
• Speicherkapazität
• Druck
2
jeweils 90 kg H₂
350 bar
Batterie
• Anzahl
• Kapazität
2
jeweils 110 kW·h
Elektromotor
• Anzahl
• elektrische Leistung
2
200 kW
M 7: Wissenschaftliche Größen und Konstanten (Auszug)
Brennwert von Wasserstoff:
Dichte von Wasserstoff bei 350 bar:
Universelle Gaskonstante:
Faraday-Konstante:
c)
Wirkungsgrad der Brennstoffzelle [12 Punkte]
Bestimmen Sie mithilfe der Materialien M 4 und M 5 den Wasserstoffbedarf für die Strecke pro Tag sowie die umgesetzte chemische Energie in . Ermitteln Sie außerdem die chemische Leistung und den elektrischen Wirkungsgrad der Brennstoffzelle.
M 5: Zugfahrplan (Entfernung zwischen Musterhausen und Schönstadt: 30 km, montags bis freitags)
d)
Herstellung von Wasserstoff durch regenerative Energiequellen [7 Punkte]
Erläutern Sie das Sankey-Diagramm in Material M 6. Bestimmen Sie anhand des Diagramms den Gesamtwirkungsgrad.
M 6: Regenerative Herstellung von Wasserstoff

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
a) Funktionsweise einer Brennstoffzelle: Beschreiben Sie anhand von Material M 2, wie eine PEM-Brennstoffzelle funktioniert.
Lösung: Eine PEM-Brennstoffzelle besteht aus Anode und Kathode, die durch die PEM getrennt sind. An der Anode wird das Brennstoffgas (hier Wasserstoff) oxidiert. Die bei der Oxidation des Wasserstoffs entstehenden Protonen fließen von der Anode zur Kathode durch die PEM, die nur für Protonen durchlässig ist. Die bei der Oxidation frei werdenden Elektronen reduzieren an der Kathode den Luftsauerstoff. Aus dem reduzierten Sauerstoff und den Protonen entsteht als Reaktionsprodukt Wasser. Der stattfindende Elektronenaustausch kann über einen äußeren geschlossenen Stromkreis genutzt werden.
a) Geben Sie die chemische Reaktionsgleichung für die Anode an.
Lösung:
a) Geben Sie die chemische Reaktionsgleichung für die Kathode an.
Lösung:
a) Geben Sie die Gesamtreaktionsgleichung an.
Lösung:
a) Nennen Sie für die markierten Komponenten des Brennstoffzellenzuges in Material M 3 jeweils die Funktion und die auftretenden Energieumwandlungen.
Lösung: 1. Brennstoffzelle: wandelt die chemische Energie des Wasserstoffs in elektrische Energie um. 2. Wasserstofftanks: speichern den Wasserstoff und damit die chemische Energie unter hohem Druck. 3. Elektromotor/Generator: wandelt die elektrische Energie in Bewegungsenergie zum Antrieb des Zuges um, wandelt die kinetische Energie beim Bremsen in elektrische Energie um. 4. Antriebswechselrichter: wandelt die Gleichspannung von Akku und Brennstoffzelle in eine Wechselspannung zum Antrieb des Elektromotors um, wandelt die Wechselspannung im Generatorbetrieb beim Bremsen in eine Gleichspannung um, Umwandlung von elektrischer Energie in elektrische Energie. 5. Umrichter: wandelt die elektrische Spannung von Akku und Brennstoffzelle in eine niedrige Spannung zur Versorgung der Bordsysteme um, Umwandlung von elektrischer Energie in elektrische Energie. 6. Lithium-Ionen-Akku: Speicherung der elektrischen Energie von der Brennstoffzelle und der Bremsenergie, gibt die elektrische Energie beim Anfahren ab, Umwandlung von elektrischer Energie in chemische Energie und umgekehrt.
b) Ermitteln Sie anhand der technischen Daten in Material M 4 das Wasserstoffvolumen bei einem Druck von 1 bar, das in den Drucktanks gespeichert ist.
Lösung:
b) Bestimmen Sie die Reichweite des Zuges bei einer vollständigen Wasserstofffüllung.
Lösung:
b) Vergleichen Sie sie mit der Reichweite aus Material M 4. Erläutern Sie eine weitere Möglichkeit, Wasserstoff zu speichern.
Lösung: Vergleich: Die berechnete Reichweite mit ca. 700 km weicht um ca. 300 km von der angegebenen Reichweite mit 1000 km ab. Weitere Speichermöglichkeiten (eine Auswahl): • Flüssiggasspeicher: Der Wasserstoff wird verflüssigt (bei −253 °C) und bei tiefen Temperaturen in Kryotanks gelagert. Diese Tanks müssen hohe Isolationseigenschaften haben, um Abdampfverluste durch Erwärmung zu minimieren. • Metallhydridspeicher: Hierbei werden bestimmte Metalllegierungen zur Speicherung genutzt. Der Wasserstoff wird vom Metall adsorbiert und es entstehen Metallhydride. Bei der Speicherung wird Wärme abgegeben. Bei der Freisetzung muss Wärme zugeführt werden. Diese Speicher besitzen vergleichsweise ein hohes Gewicht. • Adsorptionsspeicher: Wasserstoff kann auch in Materialien mit einer geeigneten Porengröße und einer großen inneren Oberfläche gespeichert werden (z. B. poröser Kohlenstoff oder Zeolithe).
c) Bestimmen Sie mithilfe der Materialien M 4 und M 5 den Wasserstoffbedarf für die Strecke pro Tag.
Lösung:
c) Bestimmen Sie die umgesetzte chemische Energie in kW·h.
Lösung:
c) Ermitteln Sie außerdem die chemische Leistung der Brennstoffzelle.
Lösung:
c) Ermitteln Sie den elektrischen Wirkungsgrad der Brennstoffzelle.
Lösung:
d) Erläutern Sie das Sankey-Diagramm in Material M 6.
Lösung: Das Sankey-Diagramm zeigt die Energieumwandlungskette von der Windkraftanlage über mehrere Umwandlungsstufen bis zur nutzbaren chemischen Energie. Die Windkraftanlage wandelt im ersten Schritt die Windenergie in elektrische Energie um. In einem 2. Schritt wird die elektrische Energie zu einer Elektrolyseanlage übertragen. Diese Anlage wandelt die elektrische Energie im weiteren Verlauf in chemische Energie um. Im Anschluss erfolgen die Lagerung und der Transport des Brenngases bis zur Nutzung. Das Diagramm zeigt maßstabsgerecht die auftretenden Verluste und den nutzbaren Energieanteil. An der Breite der Pfeile ist der Anteil der Verluste sichtbar und auch der am Ende nutzbare Anteil.
d) Bestimmen Sie anhand des Diagramms den Gesamtwirkungsgrad.
Lösung:
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