Aufgabe 3 · Abitur NRW Physik GK · Hochfeld-Magnetspule 2025

Thema: Magnetfeld und elektromagnetische Induktion · Aus der Prüfung GK · Hochfeld-Magnetspule (2025)

Aufgabenstellung

Hochfeld-Magnetspulen

Im Hochfeld-Magnetlabor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) werden unter Verwendung von Spulen extrem starke Magnetfelder erzeugt. Mithilfe dieser starken Magnetfelder können neue Materialien entwickelt werden.

Material 1: Magnetfeld einer von Strom durchflossenen Zylinderspule

Material 2: Erfassung des Zusammenhangs zwischen der magnetischen Flussdichte im Inneren einer Spule und der Stärke des Spulenstromes

Die Messspitze des Magnetfeldsensors befand sich während der Messungen auf der Spulenachse im Punkt P und in der Mitte der Spule. Vor dem Anlegen der Spannung UU wurde der Messwert des Magnetfeldsensors auf 0 mT0\text{ mT} gesetzt.

Folgende Messwerte wurden aufgenommen:

II in mA\text{mA} · BB in mT\text{mT}

31 · 0,9

61 · 1,9

90 · 2,8

119 · 3,4

151 · 4,5

Material 3: Hochfeld-Magnetspulen des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR)

Bei den Hochfeld-Magnetspulen des HZDR werden Flussdichten von bis zu 100 Tesla100\text{ Tesla} erreicht, indem die Spulen von Strömen mit Stärken bis 400 kA400\text{ kA} durchflossen werden. Die Spulen werden wie folgt betrieben:

Der Strom fließt „gepulst“ durch die Spulen, das heißt, dass der Strom jeweils nur einige Millisekunden fließt und den Strompulsen jeweils eine kurze Pause folgt.

Die Spulen werden kontinuierlich mit flüssigem Stickstoff gekühlt.

Die Abbildung 3 zeigt den zeitlichen Verlauf der magnetischen Flussdichte in einer im HZDR getesteten Hochfeld-Magnetspule. Im Inneren dieser Spule befindet sich Luft. Für den Zusammenhang zwischen der magnetischen Flussdichte BB im Inneren der Spule und der Stromstärke II durch die Spule gilt B=kH⋅IB = k_\mathrm{H} \cdot I mit kH=3,93⋅10−4 TAk_\mathrm{H} = 3{,}93 \cdot 10^{-4}\ \frac{\text{T}}{\text{A}}.

Material 4: Biologische und gesundheitliche Wirkungen statischer Magnetfelder

In einer Veröffentlichung des Bundesamts für Strahlenschutz 2 wird ausgeführt:

„Biologische und gesundheitliche Wirkungen statischer Magnetfelder: Statische Magnetfelder üben Kräfte auf magnetisierbare Metalle [...] aus.

Der Mensch nutzt stärkere Magnetfelder beispielsweise für bildgebende medizinische Verfahren.

Untersuchungen zeigten bisher keine [...] negativen biologischen und gesundheitlichen Wirkungen statischer Magnetfelder bis zu einer Magnetflussdichte von vier Tesla.

Die Auswirkungen stärkerer statischer Magnetfelder müssen weiter erforscht werden.“

2 in Anlehnung an: Bundesamt für Strahlenschutz (2025). Elektromagnetische Felder. Verfügbar unter: https://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/statische/statische.html (Zugriff am 13.11.2025)

3 a

Weisen Sie anhand der im Material 2 gegebenen Messwerte nach, dass der Zusammenhang zwischen BB und II mithilfe der Gleichung B=k⋅IB = k \cdot I angegeben werden kann.

b

Ermitteln Sie unter Berücksichtigung aller Messwerte einen Wert für kk.

c

Erklären Sie, dass sich bei Vergrößerung der Windungszahl der Spule unter sonst gleichen Bedingungen die Größe kk ändert. Geben Sie dabei auch an, wie sich kk qualitativ ändert.

Aufgabenstellung: Aufgabe 3 · Abitur NRW Physik GK · Hochfeld-Magnetspule 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

3 a Weisen Sie anhand der im Material 2 gegebenen Messwerte nach, dass der Zusammenhang zwischen B und I mithilfe der Gleichung B = k · I angegeben werden kann.

Lösung: Quotientengleichheit: Die Quotienten B/IB/I ergeben für alle Messwerte nahezu denselben Wert: - 0,9 mT/31 mA≈0,029 T/A0{,}9\text{ mT} / 31\text{ mA} \approx 0{,}029\text{ T/A} - 1,9 mT/61 mA≈0,031 T/A1{,}9\text{ mT} / 61\text{ mA} \approx 0{,}031\text{ T/A} - 2,8 mT/90 mA≈0,031 T/A2{,}8\text{ mT} / 90\text{ mA} \approx 0{,}031\text{ T/A} - 3,4 mT/119 mA≈0,029 T/A3{,}4\text{ mT} / 119\text{ mA} \approx 0{,}029\text{ T/A} - 4,5 mT/151 mA≈0,030 T/A4{,}5\text{ mT} / 151\text{ mA} \approx 0{,}030\text{ T/A} Da die Quotienten im Rahmen der Messgenauigkeit konstant sind (bzw. die Punkte auf einer Ursprungsgeraden liegen), gilt Proportionalität B∼IB \sim I bzw. B=k⋅IB = k \cdot I.

3 b Ermitteln Sie unter Berücksichtigung aller Messwerte einen Wert für k.

Lösung: 0,0300{,}030 T/A / 3030 mT/A

3 c Erklären Sie, dass sich bei Vergrößerung der Windungszahl der Spule unter sonst gleichen Bedingungen die Größe k ändert. Geben Sie dabei auch an, wie sich k qualitativ ändert.

Lösung: Wird unter sonst gleichen Bedingungen die Windungszahl der Spule vergrößert, so vergrößert sich die magnetische Flussdichte im Inneren der Spule. Wegen B=k⋅IB = k \cdot I folgt somit unter den angegebenen Bedingungen: Je größer die Windungszahl der Spule, desto größer ist auch kk.

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