Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Beschleunigungssensoren 2025

Thema: Elektrisches Feld und Kondensator · Aus der Prüfung GK · Beschleunigungssensoren (2025)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Kapazitives Messen von Beschleunigungen

Der hier betrachtete kapazitive Beschleunigungssensor basiert auf einem Plattenkondensator. Zur Messung der Beschleunigung ist eine Masse (schraffierter Bereich) an einer Feder beweglich und reibungsfrei aufgehängt. Die Feder kann als ideale Feder aufgefasst werden, die Dehnung bzw. Stauchung der Feder erfolgt also proportional zur Krafteinwirkung. Die rechte Kondensatorplatte ist fest mit dem Gehäuse verbunden, die linke Platte ist mit der Masse verbunden, welche über eine Feder am Gehäuse hängt.

Abb. 1: prinzipieller Aufbau eines kapazitiven Beschleunigungssensors

Material 2: Erste Messreihe mit einem kapazitiven Sensor

Bei einem Versuch wird die Kapazität eines Beschleunigungssensors für verschiedene Beschleunigungen gemessen (siehe Tab. 1).

Vereinfacht soll für den Zusammenhang zwischen der Kapazität und der Beschleunigung zunächst der Zusammenhang C=kaC = \frac{k}{a} angenommen werden, wobei kk eine Konstante ist.

Tab. 1: Messwerte von Kapazitäten im Beschleunigungssensor bei unterschiedlichen Beschleunigungen.

Beschleunigung aa in ms2\frac{\text{m}}{\text{s}^2} · 9,0 · 12,0 · 15,0 · 18,0

Kapazität CC in pF · 1,88 · 1,39 · 1,10 · 0,93

Material 3: Weitere Untersuchung an einem kapazitiven Sensor

Zur Überprüfung des angenommenen Zusammenhangs zwischen Kapazität und Beschleunigung werden weitere Werte für einen größeren Bereich der Beschleunigung aufgenommen. Die Ergebnisse sind im Kurvenverlauf in Abbildung 2 dargestellt.

Material 4: Zeitlicher Verlauf der Kapazität während einer Aufzugfahrt

Um die vertikale Bewegung eines Aufzugs zu messen, wird der Sensor aus Material 1 bei stillstehendem Aufzug um 90∘90^\circ in der Zeichenebene gegen den Uhrzeigersinn gedreht und an der Decke der Aufzugskabine befestigt. Die in Abbildung 1 rechte Gehäuseseite befindet sich nun an der Decke. Die Werte des Diagramms der Abbildung 3 wurden bei einer aus der Ruhe heraus beginnenden Aufzugfahrt aufgenommen.

2 a

Begründen Sie mithilfe der in Material 2 gegebenen Messwerte, dass der Zusammenhang C=kaC = \frac{k}{a} erfüllt wird und zeigen Sie unter Berücksichtigung aller Messwerte, dass sich für die Konstante kk der Wert k=16,7 pF⋅ms2k = 16{,}7\,\frac{\mathrm{pF}\cdot\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} ergibt.

b

Berechnen Sie die Beschleunigungen, die sich nach der Gleichung C=kaC = \frac{k}{a} für die Kapazitäten C1=3,50 pFC_1 = 3{,}50\text{ pF} und C2=14,0 pFC_2 = 14{,}0\text{ pF} ergeben.

c

Ergänzen Sie in der Abbildung 2 (M 3) die Messwerte aus Material 2 sowie die Wertepaare aus Aufgabe 2b und verbinden Sie diese Datenpunkte auf eine geeignete Weise.

d

Beurteilen Sie mithilfe des in Aufgabe 2c vervollständigten Diagramms, ob die Annahme des Zusammenhangs C=kaC = \frac{k}{a} zur Beschreibung der Messwerte der zweiten Messreihe geeignet ist.

Berücksichtigen Sie dabei die folgenden Fälle:

den Bereich von Beschleunigungen a>10 ms2a > 10\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}

den Bereich von Beschleunigungen 0 ms2<a<10 ms20\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} < a < 10\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}

Beschleunigung a=0 ms2a = 0\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik GK · Beschleunigungssensoren 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2 a Begründen Sie mithilfe der in Material 2 gegebenen Messwerte, dass der Zusammenhang C = k/a erfüllt wird und zeigen Sie unter Berücksichtigung aller Messwerte, dass sich für die Konstante k der Wert k = 16,7 (pF·m)/s² ergibt.

Lösung: Produktgleichheit k=C⋅ak = C \cdot a; Mittelwert: k=16,7 pF⋅ms2k = 16{,}7\,\frac{\mathrm{pF}\cdot\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}

2 b Berechnen Sie die Beschleunigung a₁, die sich nach der Gleichung C = k/a für die Kapazität C₁ = 3,50 pF ergibt.

Lösung: 4,774{,}77 m/s²

2 b Berechnen Sie die Beschleunigung a₂, die sich nach der Gleichung C = k/a für die Kapazität C₂ = 14,0 pF ergibt.

Lösung: 1,191{,}19 m/s²

2 c Ergänzen Sie in der Abbildung 2 (M 3) die Messwerte aus Material 2 sowie die Wertepaare aus Aufgabe 2b und verbinden Sie diese Datenpunkte auf eine geeignete Weise.

Lösung: Im Diagramm sind die vier Messwerte aus Material 2 sowie die beiden berechneten Wertepaare aus 2b eingetragen und mit einer Kurve (Modellkurve) verbunden.

2 d Beurteilen Sie mithilfe des in Aufgabe 2c vervollständigten Diagramms, ob die Annahme des Zusammenhangs C = k/a zur Beschreibung der Messwerte der zweiten Messreihe geeignet ist.

Lösung: Für a>10 ms2a > 10\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} ist das Modell gut geeignet; für 0<a<10 ms20 < a < 10\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} weicht es zunehmend ab; für a=0a = 0 liefert das Modell keinen Wert (Polstelle), während die Messreihe ca. 14 pF14\text{ pF} zeigt.

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