Aufgabe 4 · Abitur NRW Deutsch GK · Nachtermin 2023

Thema: Materialgestütztes Verfassen von Texten · Aus der Prüfung GK · Nachtermin (2023)

Aufgabenstellung

An Ihrer Schule soll die Verbundenheit mit der Heimatregion gefördert werden. Dazu werden auf der Schulhomepage in der Rubrik „Unsere Heimat" Beiträge von Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Fächern veröffentlicht. Ihr Deutsch-Grundkurs behandelt im Unterricht das Thema „Dialekte" und diskutiert dabei, ob Schülerinnen und Schüler der Oberstufe künftig jedes Jahr an Ihrer Schule einen „Poetry Slam" im Dialekt Ihrer Region planen und veranstalten sollten.

Verfassen Sie für die Internetseite Ihrer Schule einen argumentativen Beitrag, in dem Sie zur Frage, ob an Ihrer Schule jedes Jahr ein „Poetry Slam" im Dialekt Ihrer Region veranstaltet werden sollte, abwägend Stellung nehmen.

Greifen Sie dafür auf die folgenden Materialien 1 bis 5 zurück und berücksichtigen Sie zusätzlich Ihr Unterrichtswissen sowie eigene Erfahrungen.

Formulieren Sie eine geeignete Überschrift.

Wenn Sie auf Materialien verweisen, nennen Sie den Namen der Autorin bzw. des Autors und gegebenenfalls den Titel.

Der Umfang Ihres Beitrags sollte ungefähr 1 000 Wörter umfassen.

Materialgrundlage

Material 1: Alexander Willrich: Was ist Poetry Slam? In: Ders.: Poetry Slam für Deutschland. Die Sprache. Die Slam-Kultur. Die mediale Präsentation. Die Chancen für den Unterricht. Paderborn: Lektora 2010, S. 13 f.

Material 2: Anja Blum: Poetry Slam. „Dialekt ist seit einiger Zeit wieder sehr in Mode". Interview mit Moses Wolff. In: Süddeutsche Zeitung, 09.08.2021

Material 3: Lothar Müller: Dialekt in der Literatur. Mer lischt! In: Süddeutsche Zeitung, 12.11.2010

Material 4: Ingo Schulze: Kaugummikauen mit geschlossenem Mund. Sächsisch und Hochdeutsch. In: Valerio 13/2011, S. 24-27

Material 5: Alexandra N. Lenz: Vom Dialekt zur regionalen Umgangssprache - Zur Vielfalt regionaler Sprechweisen. In: Horst Haider Munske (Hrsg.): Sterben die Dialekte aus? Vorträge im Interdisziplinären Zentrum für Dialektforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 22.10.-10.12.2007, S. 3

Material 1 - Alexander Willrich: Was ist Poetry Slam?

Poetry Slams sind regelmäßig stattfindende, offene Bühnen, auf denen professionelle Performance-Poeten auf Amateurschriftsteller, Kabarettisten, Rapper und literarische Komiker treffen. Gleichermaßen nutzen sie die Slam-Bühnen als Podium, um ihre Texte zu präsentieren. Der Austragungsort ist meist eine Kleinkunstbühne, eine Kneipe oder ein Club. In jedem Fall finden Poetry Slams in einem ungezwungenen Rahmen statt, bei dem Bier getrunken und manchmal auch geredet wird, wenn der Poet es nicht schafft, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Diesen clubähnlichen Rahmen runden mitunter DJs oder Liedermacher ab, die in den Pausen für die musikalische Gestaltung zuständig sind.

Bei einem Poetry Slam treten zwischen 8 und 14 Poeten im Wettkampf gegeneinander an, indem jeder seine selbstgeschriebenen Texte vorliest. [...]

Doch egal welchen Slam man besucht, in jeder Stadt gibt es nur vier Regeln: So muss der Text erstens aus der eigenen Feder stammen, es dürfen zweitens keine Requisiten genutzt werden, es darf drittens nur auszugsweise gesungen werden, da es sich um keinen Gesangswettbewerb handelt, und viertens muss die vorgegebene Zeitdauer eingehalten werden, die i.d.R. fünf bis sieben Minuten beträgt. Der Slam besteht meist aus zwei bis vier Vorrundengruppen und einem Finale, in dem die Vorrundensieger bzw. die Erst- und Zweitplatzierten aufeinandertreffen. Am Ende jeder Vorrunde oder nach jedem Vortrag stimmt das Publikum über die zwei bis vier Finalisten ab [...] und kürt im Anschluss an die Finalrunde auch den Sieger des Abends.

Neben den Slam-Poeten kommt dem Slam-Master eine wichtige Funktion zu, da er durch den Abend führt. Er hat die Aufgabe, die Veranstaltung zu moderieren, auf die Einhaltung der Regeln zu achten, sie durchzusetzen und diese auch den Gästen zu erklären. Er sollte das Publikum einstimmen und bei Laune halten. Denn im Gegensatz zu klassischen Lesungen ist das Publikum bei Poetry Slams stark involviert. [...]

Anmerkungen zum Autor: Alexander Willrich (* 1985 in Görlitz) ist Veranstalter, Moderator und Slam-Poet.

Material 2 - Anja Blum: Poetry Slam. „Dialekt ist seit einiger Zeit wieder sehr in Mode" (Interview mit Moses Wolff)

[...]

SZ: Herr Wolff, 2018 haben Sie zusammen mit Ko Bylanzky in München den ersten „Bairischen Poetry Slam" ins Leben gerufen. Seltsam eigentlich, dass nicht schon früher jemand auf diese geniale Idee gekommen ist, oder?

Moses Wolff: Ja, das haben wir uns auch gedacht, schließlich ist Dialekt seit einiger Zeit wieder sehr in Mode. Sei es in der Literatur oder im Hip Hop. Genau wie das Format des Poetry Slams. Was also lag näher, als beides zu kombinieren?

SZ: Was unterscheidet einen Mundart-Slam von einem herkömmlichen Dichterwettstreit?

So einiges! Zunächst einmal ist es ja so, dass bei uns Künstler aus allen sieben bayerischen Regierungsbezirken auftreten, und diese Vielfalt der Dialekte mit ihren einzigartigen Färbungen ist per se sehr abwechslungsreich. Sprechen beispielsweise ein Allgäuer und ein Stuttgarter denselben Text, wird es sich völlig anders anhören, obwohl beide aus Schwaben stammen. Außerdem finde ich, dass Mundart sich sehr gut dazu eignet, Stimmungen zu transportieren. Humor ist damit genauso gut möglich wie großes Pathos. Eine Eigenheit des Dialekts ist zudem, dass sich mit wenigen Worten viel sagen lässt. [...]

SZ: Es gibt ja Menschen, die sich sogar in Vereinen für den Erhalt des Bairischen einsetzen...

Richtig. Und solche Dialektliebhaber sitzen manchmal auch bei uns im Publikum. Hochwertige Tracht mit Gamsbart, Schariwari und allem Drumrum - da weiß man dann gleich, dass derjenige vermutlich noch nie auf einem Poetry Slam war. Aber diese Leute sind meist sehr gesellig, und das passt wunderbar zu uns. Schließlich soll auch unser Publikum an den Abenden mitwirken, etwa, indem es uns auf die Schippe nimmt. Gute Stimmung ist uns wichtig, deswegen fliegt auch zwischen den Runden keiner der Poeten raus. Der Sieger wird bei uns erst ganz am Ende gewählt. [...]

SZ: Als Organisatoren des Slams sind Sie und Bylanzky auch Talentscouts, richtig?

Ja, aber es ist wirklich nicht leicht, gute Mundart-Slammer zu finden. Denn viele Künstler wollen auf der Bühne kein Bairisch sprechen. Und jene, die es schon tun, haben oftmals Berührungsängste mit dem Format. [...] Ich kann das gut verstehen, ich würde schließlich auch nicht gerne in einer französischen Komödie mitwirken, weil ich diese Sprache nicht kann. Man muss sich schon wohlfühlen, mit dem, was man tut. Deshalb sind wir oft unterwegs, schauen uns Kabarettisten, Rapper und andere Künstler an, um neue bayerische Poeten zu finden. Überredet wird aber niemand, wir bieten nur eine Chance. [...]

Anmerkungen zum Interviewten: Moses Wolff (* 1969 in München) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist und Musiker.

Material 3 - Lothar Müller: Dialekt in der Literatur. Mer lischt!

In der deutschen Literatur kommt der Dialekt nur selten vor - nicht einmal im Heimatroman ist er richtig zu Hause. Dabei kann er etwas ausdrücken, was die Hochsprache nicht vermag.

Ein etwas alberner Goethe-Witz behauptet, die letzten Worte des Dichters seien nicht „Mehr Licht!" gewesen. Vielmehr habe auch auf dem Totenbett in Weimar der Frankfurter seine Herkunft nicht verleugnet. Doch habe ihm die hessische Zunge mitten im Satz den Dienst versagt, als er sagen wollte: „Mer lischt die Deck so schwer uf de Brust". Ein schönes Wort: Mundart. Aber die Literatur, nach den Buchstaben benannt, ist mit der Schrift im Bunde, und mit der Hochsprache, und je moderner die Zeiten wurden, desto mächtiger wurde das Gleichheitszeichen zwischen Hochsprache und Schriftsprache.

Natürlich, es gab im Gegenzug die Mimikry mit dem Mündlichen in der Literatur, die Sprache des Volkes zu bewahren gehörte zum großen romantischen Projekt, in Georg Büchners Woyzeck floss das Hessische in die Sprache des Helden und in das trostlose Märchen der Großmutter, später das Schlesische in Hauptmanns Weber, und das Volkstheater wurde zur Hochburg des Dialekts, gerade weil er dort dem Siegeszug von Hochsprache und Schriftsprache eine lange Nase drehen konnte.

Aber es hilft nichts. Mag der Dialekt auch nach wie vor im Karneval seinen Heimvorteil ausspielen und im Kabarett zwischen Schwaben und Ostwestfalen Triumphe feiern, in der Literatur führt er meist Auswärtsspiele, und wenn auch zum Beispiel das Plattdeutsche eine reiche schriftsprachliche Tradition hat und gern darauf verweist, es sei eine eigene Sprache und nicht lediglich ein Dialekt, so wirkt doch auch hier der noch so virtuos in die Schrift übertragene Zungenschlag wie hineinzitiert.

Moderne Romane, auch wenn sie sich der Provinz zuwenden, legen kaum einmal ihren Erzählern den Dialekt in den Mund, mögen sie auch noch so munter reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Meist eröffnet der Dialog einen mehr oder weniger breiten Spalt, durch den die Mundart in den Text hineinschlüpfen kann: „ausgerechnet für unsre letzte Sau ließ sich partout keen Schlachter offtreiben. Die ganzen Dörfer von hier bis Leipzsch sin weg", sächselt die Mutter in Patrick Hofmanns Roman Die letzte Sau (2010), der in einem Dorf südlich von Leipzig spielt.

Aber zur Heimat der Dialekte kann die Literatur auch im Heimatroman nicht werden. Und da sie nun einmal nicht in Lautschrift verfasst wird, klingen die dialektalen Einsprengsel in Prosatexten immer ein wenig nach „als ob". Ihre Wirkung entfalten sie nicht zuletzt durch den Kontrast zur hochdeutschen Schriftsprache, in der sie auftauchen wie durchreisende Fremde. [...]

Das mag auch heutzutage noch so aussehen, als bewahrte die moderne Literatur dem Dialekt immer noch aus romantischen Motiven die Treue oder als wüchse der Dialekt, wie geschwächt auch immer durch das Hochdeutsche, stets „von unten" in die Literatur hinein, von der gesprochenen Sprache des Volkes her. Es ist aber eher umgekehrt: der modernen, fest in der Schriftsprache verwurzelten Literatur macht es gelegentlich Spaß, vom Plateau der Hochsprache wieder in die Dialekte hineinzuwachsen.

[...] Der Hauptschauplatz dieses vorsätzlichen Hineinwachsens ist in der neueren Literatur nicht die erzählende Prosa, sondern die Lyrik. [...]

Anmerkungen zum Autor: Lothar Müller (* 1954 in Dortmund) ist ein deutscher Journalist, Literaturkritiker, Kultur- und Literaturwissenschaftler.

Material 4 - Ingo Schulze: Kaugummikauen mit geschlossenem Mund. Sächsisch und Hochdeutsch

In gewisser Weise bin ich zweisprachig aufgewachsen, zu Hause hochdeutsch, auf dem Hof und in der Schule sprach ich, wie alle sprachen: sächsisch. Von Hochdeutsch zu reden ist sicher nicht ganz richtig, denn meine Großmutter stammte aus Siebenbürgen, mein Großvater aus dem Badischen. Seit Mitte der Dreißiger lebten sie in Mitteldeutschland. Meine Mutter empfand Halle an der Saale als ihre Heimatstadt.

Mir fiel es nicht nur nicht schwer, von dem einen Deutsch zum anderen zu wechseln, ich merkte es gar nicht.

Die verschiedenen Sprachorte hatten zur Folge, dass Themen wie Fußball, Popmusik, Filme oder Mädchen eher auf Sächsisch besprochen wurden, ob ich die Hausaufgaben gemacht und Flöte geübt hatte, wurde auf Hochdeutsch gefragt. Auf Hochdeutsch wurde über die Dinge diskutiert, die außerhalb der eigenen vier Wände nicht oder nur mit Zurückhaltung Erwähnung fanden. Ich könnte auch sagen, das Politische fand auf Hochdeutsch statt, denn letztlich war fast alles politisch lesbar. Und auch die Koseworte waren keine sächsischen.

An ihnen bemerkte ich zuerst, wie unübersetzbar sie waren. Wurde ein Klassenkamerad von seiner Großmutter „mei Schneggl" genannt, ließ sich das weder mit „mein Schneckchen" übersetzen noch mit „mein Süßchen", wie es meine Großmutter formuliert hätte.

Meine Großmutter war ratlos, als ich ihr auf die Frage, warum ein Freund von mir jetzt kaum noch komme, antwortete: Der hat eine Kirsche. Ich merkte selbst, dass es auf Hochdeutsch falsch klang, denn eigentlich hieß es: Der had ne Girsche, also eine Freundin. Hochdeutsch fühlte sich dann oft an, als würde ich mit geschlossenem Mund Kaugummi kauen müssen. [...]

Manchmal ließ sich der Unterschied zwischen Sächsisch und Hochdeutsch kaum in der Schriftsprache ausdrücken. „Bärisch" - ebenfalls ein Ausdruck für Bewunderung, klingt im korrekten Deutsch nach nichts, auf Sächsisch, ganz weich und langgezogen als bährisch, versteht man sofort, auch wenn man nicht weiß, was dieses Wort eigentlich soll.

Ganz schlimm wurde es, wenn meine Mutter versuchte, sich mit meiner sächsischen Welt gemein zu machen. „Isch geh ma bäbbeln" ließ sich nicht so einfach mit „Ich gehe Fußball spielen" übersetzen. Das meinte: „Ich gehe mal auf den Hof oder auf den Sportplatz. Vielleicht findet sich dort jemand, mit dem ich herumbolzen kann." Ich hätte jede Umschreibung akzeptiert, aber nicht das unsächsisch ausgesprochene: Gehst du päppeln? Oder noch schlimmer, nämlich vor anderen: Geht ihr päppeln?

Andererseits wäre es mir schwergefallen, unsere Familiengespräche ins Sächsische zu übertragen. Damit meine ich nicht nur die Diskussion „kritikwürdiger Zustände", sondern eine bestimmte Art der Unterhaltung, der Umgangsformen. Nicht dass das Hochdeutsche eher erhaben und das Sächsische eher profan wäre. Aber auf Sächsisch war und bin ich ein anderer als auf Hochdeutsch. Es ist nicht nur die Stimme, die anders klingt, es ist nicht nur eine andere Tonfärbung, ein anderes Tempo, eine andere Mimik und Gestik. Man fühlt im Dialekt anders, man ist letztlich ein anderer Mensch.

Deshalb wundere ich mich, dass wir uns offenbar damit abgefunden haben, den Dialekt nicht in unserer Schriftsprache zu verwenden. Was geben wir preis, indem wir darauf verzichten! Es sind mehr als nur Nuancen. Es sind ganze Welten, die wir durch die Hochsprache verdunkeln. [...]

Anmerkungen zum Autor: Ingo Schulze (* 1962 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller.

Material 5 - Alexandra N. Lenz: Vom Dialekt zur regionalen Umgangssprache

Aufgabenstellung: Aufgabe 4 · Abitur NRW Deutsch GK · Nachtermin 2023

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Verfassen Sie für die Internetseite Ihrer Schule einen argumentativen Beitrag, in dem Sie zu der Frage, ob an Ihrer Schule jährlich ein „Poetry Slam“ im Dialekt Ihrer Region stattfinden sollte, abwägend Stellung nehmen.

Lösung: Es gibt keine einzelne 'richtige' Musterlösung; bewertet wird nach dem offiziellen Kriterienraster (Inhalt und Darstellung). Ein gelungener Beitrag enthält: (1) eine passende Überschrift und einen adressatenbezogenen Einstieg, z. B. unter Aufgreifen des Themas dialektaler Poetry Slam in der Schule oder Veranschaulichung an einem Beispiel; (2a) Pro-Argumente mit Materialbezug, etwa: Vereinbarkeit von Poetry Slam und Dialekt durch Neubewertung der Dialekte in Literatur und Hip-Hop am Beispiel des 'Bairischen Poetry Slams' (M2, M3); Eignung des Dialekts als Poetry-Slam-Sprache wegen seiner Nähe zur Mündlichkeit und zur Lyrik (M3); Chance, den Dialekt der eigenen Region zu stärken angesichts eines Anteils von 30-40% dialektsprechender Bevölkerung in NRW (M2, M3, M5); abwechslungsreicher, humorvoller, expressiver Wortschatz der Dialekte (M2, M4); Dialekt als Möglichkeit authentischen Selbstausdrucks (M3, M4); Förderung von Mehrsprachigkeit und Ausdrucksfähigkeit (M4); Stärkung kommunikativer Kompetenz durch Codeswitching (M4); Sensibilisierung für Sprachvarietäten in NRW (M4); identitätsstiftende Wirkung und Stärkung der Heimatverbundenheit (M3, M4); Wettbewerbscharakter als Anreiz zu kreativem Schreiben (M1); Öffnung der Schule für moderne Kunstformen (M1, M2); partizipativer Charakter des Formats (M1, M2); ggf. lokale Besonderheiten (starke Dialektverbreitung am Schulort); Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch Organisation (M1, M2); (2b) Contra-Argumente mit Materialbezug, etwa: Dialekt als unnötige sprachliche Hürde und doppelter Anspruch, Texte dialektal zu verfassen und vorzutragen (M1, M2, M3); Gefahr der Ausgrenzung von Nicht-Dialektsprechenden (M2, M5); Schwierigkeit der Umsetzung wegen relativ geringer Dialektverbreitung von nur 30-40% in NRW (M5); Zweifel an der Ernsthaftigkeit wegen Nähe zu Kabarett und Karneval (M3, M4); Sorge um geringe Akzeptanz bei Jugendlichen durch Rückgang der Dialektkompetenz (M3, M4, M5); Anerkennung der normierenden Funktion der Standardsprache für Literatur (M3, M4); Aufgabe der Schule, kompetenten Gebrauch der Hochsprache zu fördern; mögliche Unpassendheit des schulischen Kontexts im Gegensatz zur club­ähnlichen Atmosphäre (M1, M2); ggf. rudimentäre lokale Dialektverbreitung; Überforderung der Oberstufenschüler durch Organisationsverantwortung; (3) unterrichtliches Wissen, z. B. zur Trennung hoch-/niederdeutscher Sprachgruppen und sprachlichen Teilung NRWs, zur Normbildung ausgehend von Dialekten bei fehlender einheitlicher Standardvarietät, zum Rückgang der Dialekte als natürlichem Sprachwandel, zur Gefahr der Benachteiligung von Dialektsprechenden im Berufsleben, zu sprachpflegerischen Maßnahmen (Projektkurse, AGs) und zur Neubewertung der inneren Mehrsprachigkeit (Vorteile beim Fremdsprachenerwerb, analytisches Denken); (4) eine abwägende eigene Positionierung unter Berücksichtigung der doppelten Herausforderung (qualitativ hochwertige Texte UND Dialektgebrauch), der sprachpflegerischen Wirkung, der Stärkung der Heimatverbundenheit und des Bildungsauftrags der Schule; (5) eine funktionale, nicht redundante Materialnutzung mit eigenständiger Verknüpfung; (6) adressaten- und zielgerichtete Gestaltung für die Schulhomepage-Rubrik 'Unsere Heimat'. Der Beitrag soll kohärent strukturiert, sprachlich korrekt, stilistisch sicher und mit funktionalen Textbelegen (Paraphrasen/Zitate) versehen sein.

Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium

Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.

‹ Aufgabe HT 4 · GK · Haupttermin (2) 2023 · Aufgabe 4 · GK · Nachtermin · Weiterbildungskolleg 2023 ›

Mehr Aufgaben zu Materialgestütztes Verfassen von Texten