Aufgabe 1 - Teilaufgabe 1 (Redoxreaktion) · Abitur NRW Chemie GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2022
Thema: Redoxreaktionen und galvanische Zellen · Aus der Prüfung GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (2022)
Aufgabenstellung
Fachspezifische Vorgaben:
„Gezieltes Heilen“ durch Nano-Polyester
Bei einigen Erkrankungen bilden kranke Zellen im Gegensatz zu gesunden Zellen bestimmte Stoffe, z. B. Wasserstoffperoxid. Ärztinnen und Ärzte nutzen dies aus: Das am Wirkort vorhandene Wasserstoffperoxid setzt ein in die Zellen eingebrachtes Medikament frei.
Für eine bestimmte Erkrankung ist Diethylstilbestrol (DES) ein sehr wirksamer Wirkstoff.
DES gelangt dabei als molekularer Baustein eines Copolymers in die Zelle und wird dort durch das in kranken Zellen vorhandene Wasserstoffperoxid freigesetzt.
Das DES-Copolymer ist ein Polyester, der aus drei verschiedenen Monomeren aufgebaut wird:
Oxalsäuredichlorid
DES (Wirkstoff)
1,4-Cyclohexandimethanol (CHDM)
Synthese des Eduktes Oxalsäuredichlorid
Zur Gewinnung von Oxalsäure werden Formiat-Ionen thermisch dehydriert (I), danach reagieren die Oxalat-Ionen mit Schwefelsäure (II). Abschließend wird die Säure in Oxalsäuredichlorid überführt.
Untersuchung von medizinisch wirksamen Polyestern
Auch andere Wirkstoffe können in einen derartigen Polyester eingebaut werden. In einer Forschungsarbeit wurde auf diese Weise der Polyester PVAX hergestellt. Die Untersuchung kugelförmiger Mikropartikel daraus lieferte folgende Ergebnisse:
Zusatzinformationen:
Elektronegativitätswerte:
Wasserstoff · 2,1 · Kohlenstoff · 2,5 · Sauerstoff · 3,5
1,4-Cyclohexandimethanol (CHDM):
CHDM wird als ungiftig eingestuft. Indem CHDM den Wirkstoff ersetzt, kann es zur Steuerung des Wirkstoffanteils eingesetzt werden.
Partikelgrößen:
Nanopartikel · Teilchen einer Größe von unter 0,1 µm
Mikropartikel · Teilchen einer Größe im Bereich von 0,1–100 µm
1. Erläutern Sie unter Verwendung von Oxidationszahlen, in welchem der beiden ersten Schritte der Herstellung von Oxalsäuredichlorid eine Redoxreaktion abläuft.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erläutern Sie unter Verwendung von Oxidationszahlen, in welchem der beiden ersten Schritte der Herstellung von Oxalsäuredichlorid eine Redoxreaktion abläuft.
Lösung: Bei Reaktion (I) liegt eine Redoxreaktion vor: Die Oxidationszahl der Kohlenstoff-Atome erhöht sich von +II (im Formiat-Ion) auf +III (im Oxalat-Ion), was einer Oxidation entspricht. Die Oxidationszahl der Wasserstoff-Atome verringert sich von +I (im Formiat-Ion) auf 0 (im elementaren Wasserstoff ), was einer Reduktion entspricht. Bei Reaktion (II) bleiben die Oxidationszahlen unverändert (C bleibt bei +III, H bei +I, O bei -II, S bei +VI). Somit liegt nur bei Reaktion (I) eine Redoxreaktion vor.
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