Aufgabe 4 · Abitur NRW Chemie LK · „Grüner Wasserstoff“ als Energieträ 2026

Thema: Elektrolyse und Korrosion · Aus der Prüfung LK · „Grüner Wasserstoff“ als Energieträger (2026)

Aufgabenstellung

2 Material

Material 1: Die Herstellung von „Grünem Wasserstoff“ durch die Elektrolyse [1] – [3]

„Grüner Wasserstoff“ entsteht durch die elektrolytische Spaltung von Wasser mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien.

Um Wasserstoff herzustellen, werden sogenannte Elektrolyseure eingesetzt, in denen in mehreren Elektrolysezellen Wasserstoff und Sauerstoff an Platinelektroden gebildet werden. Alkalische Elektrolyseure enthalten eine flüssige Elektrolytlösung, wie z. B. eine Kaliumhydroxid-Lösung (KOH).

Da die elektrolytische Herstellung von Wasserstoff in kleinen Mengen wegen der teuren Anlagen unwirtschaftlich ist, wird er nur in großem Maßstab hergestellt. Die anschließende Speicherung ist aber energieaufwändig und daher kostenintensiv.

Material 2: Die „Zn2H2“-Zelle [4], [5]

Forschende des „Zinc-to-Hydrogen“-Projekts haben ein neuartiges galvanisches Element („Zn2H2“-Zelle) entwickelt, das auf dem häufig vorkommenden, günstig zu gewinnenden Metall Zink aufbaut.

Das galvanische Element besteht vereinfacht aus einer Zink-Elektrode und einer Nickelelektrode in einer Kaliumhydroxid-Lösung der Konzentration c=1 molLc = 1\,\mathrm{\frac{mol}{L}} als Elektrolyt.

Die Erzeugung des Wasserstoffs erfolgt hier nicht durch eine Elektrolyse von Wasser, sondern durch die Oxidation des Zinks der Zinkelektrode („Entladevorgang“). In der Kaliumhydroxid-Lösung entstehen dabei Tetrahydroxidozinkat(II)-Ionen ([Zn(OH)4]2−[\mathrm{Zn(OH)}_4]^{2-}). An der Nickel-Elektrode werden gleichzeitig Wasserstoff-Moleküle freigesetzt.

Das Zink kann durch Elektrolyse aus der basischen Lösung zurückgewonnen werden („Ladevorgang“). Dabei werden an der einen Elektrode Hydroxid-Ionen zu Sauerstoff-Molekülen umgesetzt, während an der anderen Elektrode aus Zink(II)-Ionen der Tetrahydroxidozinkat(II)-Ionen wieder Zink-Atome an der Elektrode abgeschieden werden. Die Ladespannung beträgt hierbei 2,2 V2{,}2\ \mathrm{V}.

Tab. 1: Reaktionen beim Lade- und Entladevorgang

Reaktionen beim Ladevorgang · Reaktionen beim Entladevorgang

Mögliche Reaktionen:

(1) [Zn(OH)4]2−+2 e−⇌Zn+4 OH−[\mathrm{Zn(OH)}_4]^{2-} + 2\,\mathrm{e}^- \rightleftharpoons \mathrm{Zn} + 4\,\mathrm{OH}^-

(2) 2 H2O+2 e−⇌H2+2 OH−2\,\mathrm{H}_2\mathrm{O} + 2\,\mathrm{e}^- \rightleftharpoons \mathrm{H}_2 + 2\,\mathrm{OH}^-

· Zn+4 OH−⇌[Zn(OH)4]2−+2 e−\mathrm{Zn} + 4\,\mathrm{OH}^- \rightleftharpoons [\mathrm{Zn(OH)}_4]^{2-} + 2\,\mathrm{e}^-

4 OH−⇌O2+2 H2O+4 e−4\,\mathrm{OH}^- \rightleftharpoons \mathrm{O}_2 + 2\,\mathrm{H}_2\mathrm{O} + 4\,\mathrm{e}^- · 2 H2O+2 e−⇌H2+2 OH−2\,\mathrm{H}_2\mathrm{O} + 2\,\mathrm{e}^- \rightleftharpoons \mathrm{H}_2 + 2\,\mathrm{OH}^-

Der beim Entladevorgang entstehende Wasserstoff kann direkt, d. h. ohne Speicherung, als Energieträger genutzt werden, da die Wasserstoff-Produktion in der „Zn2H2“-Zelle ohne großen Aufwand sehr gut steuerbar ist.

Material 3: Ausgewählte elektrochemische Daten [3], [6]

Tab. 2: Überspannung η\eta von Wasserstoff und Sauerstoff (bei T=298,15 KT = 298{,}15\ \mathrm{K} und p=101,325 kPap = 101{,}325\ \mathrm{kPa})

Tab. 3: Standardpotenzial bei T=298,15 KT = 298{,}15\ \mathrm{K}, p=101,325 kPap = 101{,}325\ \mathrm{kPa} und c=1 molLc = 1\,\mathrm{\frac{mol}{L}}

· Standardpotenzial E∘E^\circ in V

Zn+4 OH−⇌[Zn(OH)4]2−+2 e−\mathrm{Zn} + 4\,\mathrm{OH}^- \rightleftharpoons [\mathrm{Zn(OH)}_4]^{2-} + 2\,\mathrm{e}^- · −1,199 (pH=14)-1{,}199\ (\mathrm{pH} = 14)

4 Nennen Sie drei Faktoren, mit denen man die Zersetzungsspannung (Ladespannung) der „Zn2H2“-Zelle beeinflussen kann und erläutern Sie diese. [6 BE]

1.

2.

3.

Aufgabenstellung: Aufgabe 4 · Abitur NRW Chemie LK · „Grüner Wasserstoff“ als Energieträ 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Faktor 1 zur Beeinflussung der Zersetzungsspannung

Lösung: Sauerstoff-Partialdruck: Eine Erhöhung des Sauerstoff-Partialdrucks bevorzugt die Bildung von Hydroxid-Ionen. E(A)E(\text{A}) wird positiver, UZU_Z wird größer.

Faktor 2 zur Beeinflussung der Zersetzungsspannung

Lösung: Hydroxid-Ionen-Konzentration: Eine Erhöhung der Hydroxid-Ionen-Konzentration bevorzugt die Bildung von Zinkat und von Sauerstoff. E(A)E(\text{A}) und E(K)E(\text{K}) werden negativer.

Faktor 3 zur Beeinflussung der Zersetzungsspannung

Lösung: Wahl des Elektrodenmaterials: Die vom Elektrodenmaterial abhängigen Überspannungen führen zu einer Veränderung der Zersetzungsspannung bei der Entstehung von Gasen (z. B. durch katalytische Wirkung oder veränderte Aktivierungsenergie).

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