Aufgabe 1 · Abitur NRW Biologie LK · Eisenspeicherkrankheit-EN 2026

Thema: Humangenetik, Gendiagnostik und Gentechnik · Aus der Prüfung LK · Eisenspeicherkrankheit-EN (2026)

Aufgabenstellung

Die Eisenspeicherkrankheit – eine genetisch bedingte Erkrankung

Die Eisenspeicherkrankheit ist eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der es zu erhöhten Einlagerungen von Eisenverbindungen im Körper kommt. Diese Einlagerungen können zu Organschäden führen. Die Ursachen dieser Krankheit werden molekulargenetisch untersucht.

Material 1: Kennzeichen und Diagnose der Eisenspeicherkrankheit

Eisen ist für den Körper essenziell. Die Eisenspeicherkrankheit ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, bei der die Aufnahme von Eisen aus dem Dünndarm ins Blut erhöht ist. Eisen wird unter anderem in den Zellen von Leber und Herz eingelagert und dort gespeichert. Bei der Eisenspeicherkrankheit ist der Eisengehalt in den betroffenen Organen so hoch, dass diese geschädigt werden.

Bei der Regulation der Aufnahme von Eisen in Leberzellen spielt das HFE-Protein eine wichtige Rolle. Das HFE-Protein ist bei Personen mit Eisenspeicherkrankheit verändert. Das für dieses Protein codierende HFE -Gen wird bei der Diagnostik dieser Erkrankung untersucht: Dabei wird zuerst mithilfe der Polymerasekettenreaktion ein 158 Basenpaare (bp) großer Abschnitt des HFE -Gens vervielfältigt. Diese DNA-Abschnitte werden dann mit einem Restriktionsenzym behandelt, das DNA an bestimmten Positionen erkennen und schneiden kann. Das mutierte Allel weist eine spezifische Schnittstelle für das Restriktionsenzym auf. Dadurch entstehen Genfragmente mit den Längen 111 bp und 47 bp. Danach wird eine Gelelektrophorese durchgeführt (Abb. 1). DNA-Fragmente mit einer Länge unter 60 bp sind auf dem Gel nicht dargestellt.

1.1

Erklären Sie das Prinzip der Gelelektrophorese zur Auftrennung eines Gemisches unterschiedlich langer DNA-Fragmente.

[4 BE]

1.2

Leiten Sie mithilfe der Ergebnisse der Gelelektrophorese die Genotypen der drei untersuchten Personen ab (M 1).

[6 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Biologie LK · Eisenspeicherkrankheit-EN 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Erklären Sie das Prinzip der Gelelektrophorese zur Auftrennung eines Gemisches unterschiedlich langer DNA-Fragmente.

Lösung: Bei Anlegen einer elektrischen Spannung wandern die negativ geladenen DNA-Fragmente zum positiven Pol (Anode) und werden vom negativen Pol (Kathode) abgestoßen. Die Auftrennung erfolgt im Agarose-Gel, dessen poröse Struktur wie ein molekulares Sieb wirkt: Je kürzer ein DNA-Fragment ist, desto schneller bzw. weiter wandert es durch das Gel.

Genotyp von Person a:

Lösung: Aa / heterozygot

Genotyp von Person b:

Lösung: AA / homozygot für das nicht mutierte Allel

Genotyp von Person c:

Lösung: aa / homozygot für das mutierte Allel

Begründung der Genotypen anhand der Bandenmuster:

Lösung: Person a weist Banden mit 158 bp (nicht mutiertes Allel A) und 111 bp (mutiertes Allel a) auf, Genotyp Aa (heterozygot). Person b weist nur Fragmente mit 158 bp auf (nicht mutiertes Allel A), Genotyp AA (homozygot). Person c weist nur Fragmente mit 111 bp auf (mutiertes Allel a, 47 bp nicht dargestellt), Genotyp aa (homozygot für das mutierte Allel).

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