Aufgabe Vorschlag B - 1 (1.1, 1.2) - Klimaziele und Coron… · Abitur Hessen Umweltökonomie GK 2021
Thema: Klimaschutz, Energiewende und nachhaltige Mobilität · Aus der Prüfung GK (2021)
Aufgabenstellung
Material 1
Gero Rueter: Coronakrise: Deutschland schafft Klimaziel für 2020 (20.03.2020)
Flugzeuge bleiben am Boden, weniger PKW fahren, Fabriken ruhen und der CO 2 -Ausstoß sinkt. Laut Prognosen erreicht Deutschland überraschend das Klimaziel für 2020. Wichtig sei Weitblick mit einem grünen Konjunkturpaket.
5 Der Urlaubs- und Geschäftsreiseverkehr kommt zum Erliegen, Flugzeuge bleiben am Boden, Berufspendler arbeiten nun von Zuhause, Deutschlands gewichtige Autoindustrie schließt Fabriken und die Produktion bei Zulieferbetrieben sinkt.
Damit verbunden sinkt in Deutschland auch der CO 2 -Ausstoß erheblich. „Nach unseren Abschätzungen werden in Deutschland unter anderem durch den warmen Winter und durch die Corona-Krise die Treibhausgasemissionen in 2020 im Vergleich zu 2019 um 50 Millionen Tonnen CO 2 mindestens 10 sinken. Je nach weiterem Verlauf der Corona-Krise kann der Rückgang auch bei bis zu 135 Millionen Tonnen CO 2 liegen“, sagt Patrick Graichen von Agora Energiewende. Die Berliner Denkfabrik begleitet die deutsche und europäische Energiewende.
Laut Abschätzung von Agora könnten Deutschlands Emissionen auf bis zu 670 Millionen Tonnen CO 2 in 2020 sinken. Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel für 2020 von maximal 750 Millionen 15 Tonnen CO 2 wird mit großer Wahrscheinlichkeit entgegen allen bisherigen Prognosen jetzt doch noch erreicht.
„Angestrebt hatte die Bundesregierung eine Emissionsminderung von 40 Prozent im Vergleich zu 1990. Wir gehen davon aus, dass die CO 2 -Minderung zwischen 40 bis 45 Prozent liegen wird.“
19 Agora geht in der Analyse davon aus, dass durch Fabrikschließungen zum Beispiel in der Autoindustrie, auch der Bedarf an Stahl, Zement und Chemie sinkt und bei Produktionsausfällen über wenige Wochen die CO 2 -Minderung bei rund 10 Millionen Tonnen liegen wird. "Hält die Situation für drei Monate an, gehen die Emissionen durch Produktionsausfälle um rund 18 Millionen Tonnen zurück. Dauert die Krise in ihren Auswirkungen länger, sind Emissionsrückgänge in der Größenordnung von 25 25 Millionen Tonnen wahrscheinlich“, heißt es in der Analyse. Dies entspräche dem deutschen CO 2 -Reduktionsniveau während der Wirtschaftskrise von 2009. [...]
Konjunkturbelebung mit Klimaschutz
Um die Krise zu bewältigen und soziale Verwerfungen möglichst abzuwenden, wollen die Bundesregierung, die Europäische Zentralbank und die EU erhebliche Summen zur Verfügung stellen. „Wir müssen die gegenwärtige Corona-Krise so lösen, dass wir die Zukunftskrise Klimawandel, auf die wir 30 mit ungebremster globaler Erwärmung zusteuern, gleich mit lösen“, sagt der Chef vom Umweltbundesamt Dirk Messner. „Alle Konjunkturpakete für die Zeit nach Corona sollten darauf ausgerichtet sein, neben der Stützung von Beschäftigung und Wirtschaft gleichzeitig auch den europäischen Green Deal und den Klimaschutz voranzubringen. Es wäre fatal und äußerst kurzsichtig, wenn beim Umweltschutz jetzt Abstriche machen“, so Messner gegenüber der DW. [...]
35 Zur Weitsicht bei den anstehenden Konjunkturpaketen raten auch andere Energieexperten wie Claudia Kemfert vom DIW. Bei falschen Anreizen könnten nicht nur die durch Corona bedingten Emissionsminderung wieder rückgängig gemacht werden. Auch könnte der Ausstoß von CO 2 wieder beschleunigt werden wie in den Jahren nach der Wirtschaftskrise von 2009. [...]
„Es muss ein grünes Wachstumspaket sein und nicht Investitionen in alte Technologien“, betont auch 40 Graichen. Er empfiehlt Investitionen in die grüne Wasserstofftechnologie, in nachhaltige Stahlproduktion, Investitionen in die Elektromobilität und ein großangelegtes Programm zur energetischen Sanierung von Gebäuden. „Hier muss der Staat einspringen, weil viele Hausbesitzer jetzt durch die Corona-Krise zurückhaltender sind“, sagt Graichen. „Durch den Kursverlust bei Aktien haben viele 45 nun weniger Geld und auch durch die neuen Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt, wird es Zurückhaltung geben.“ [...]
geändert nach: https://www.dw.com/de/corona-krise-deutschland-schafft-klimaziel-f%C3%BCr-2020-pandemie-merkel-deutschland-co2-covid-19/a-52862238 (abgerufen am: 10.4.2020).
1 In Material 1 werden mögliche Auswirkungen von Corona auf die Klimaziele 2020 geschildert.
1.1
Fassen Sie den Textauszug „Coronakrise: Deutschland schafft Klimaziel für 2020“ von Gero Rueter zusammen.
(8 BE)
1.2
Begründen Sie ausgehend von Material 1 die Notwendigkeit nachhaltiger politischer Maßnahmen zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Corona-Krise.
(8 BE)

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
1.1 Fassen Sie den Textauszug „Coronakrise: Deutschland schafft Klimaziel für 2020“ von Gero Rueter zusammen.
Lösung: In dem Text „Coronakrise: Deutschland schafft Klimaziel für 2020“ von Gero Rueter vom 20.03.2020 geht es darum, dass durch die Folgen der Corona-Krise die Klimaziele in Deutschland eventuell erreicht werden können. Wegen Corona gebe es im Jahr 2020 weniger Flugverkehr (Privat- und Geschäftsreisen) und Autoverkehr (durch Homeoffice) und die Produktion in den Unternehmen würde heruntergefahren und teilweise eingestellt (Stilllegung von Fertigungsanlagen). Dadurch, und durch den warmen Winter im Jahr 2019/20, komme es zu weniger -Ausstoß. Es werde damit gerechnet, dass eine -Minderung von 40 bis 45 % im Vergleich zu 1990 erreicht werden könne. Das entspreche einer Senkung von ca. 135 Millionen Tonnen auf insgesamt 670 Millionen Tonnen für das Jahr 2020. Damit die Krise – möglichst ohne soziale Verwerfungen – überstanden werden könne, seien finanzielle Hilfen notwendig, die der Bund, die EZB und die EU zur Verfügung stellen würden. Gleichzeitig solle auch die Klimaproblematik gelöst werden, indem man den Klimaschutz und den Green Deal der EU voranbringe. Solle dies nicht geschehen und z. B. in alte Technologien investiert werden, dann könne der -Ausstoß wieder beschleunigt werden.
1.2 Begründen Sie ausgehend von Material 1 die Notwendigkeit nachhaltiger politischer Maßnahmen zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Corona-Krise.
Lösung: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie verschärfen auch die gesellschaftlichen Missstände wie z. B. Arbeitslosigkeit, Verschuldung von Privathaushalten und unterschiedliches Bildungsniveau. Weiterhin müssen für die ökologischen Probleme, wie z. B. Klimawandel, abnehmende Biodiversität oder Vermüllung, langfristige Lösungen gefunden werden, damit es nicht zu einem Wiederholungseffekt wie 2009 kommt, bei dem die gesunkenen Emissionen in der Wirtschaftskrise sich bei Erholung der Wirtschaft wieder dem Emissionsniveau vor der Krise angenähert haben. Deshalb müssen die Maßnahmen durch die Politik langfristig nachhaltig ausgerichtet sein. Nachhaltig bedeutet, dass – ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden und – auf eine intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit geachtet wird. Würden ausschließlich Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergriffen, würde die Konjunktur wachsen und evtl. die Arbeitslosigkeit verringert werden. Eine Reduktion der Arbeitslosigkeit bedeutet aber nicht automatisch, dass es den Bürgern dadurch finanziell deutlich bessergeht, bzw. sie wieder den finanziellen / ökonomischen Status wie vor der Corona-Pandemie erreichen. So kann es z. B. zu niedrigeren Löhnen kommen oder es besteht bei Haushalten die Situation, dass sie sich durch die Situation während der Corona-Pandemie verschulden mussten und nun Kredite abzahlen müssen.
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