Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022

Thema: Fehlreaktionen: Allergien, Autoimmunerkrankungen und Immundefekte · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

3 Störungen der Spermatogenese können auch durch Immunsuppressiva verursacht werden.

3.1

In der Versuchsreihe in Material 7 wurden Nude-Mäusen und Scid-Mäusen (beide Mäusestämme haben unterschiedliche Defekte des Immunsystems) wechselseitig Gewebe des Immunsystems übertragen (transplantiert) und bei beiden nach einiger Zeit jeweils nur die Zahl funktionsfähiger T-Zellen ermittelt. Die Bestimmung der Zahl funktionsfähiger T-Zellen erfolgte dabei mithilfe einer Gewebeprobe der Milz.

Material 7: Übertragung von Immungewebe

Hinweis: Außer den T-Zellen befinden sich noch andere Zelltypen in der Milz. Sie werden vereinfacht als Nicht-T-Zellen bezeichnet.

3.2

Der Mensch verfügt über ein hochkomplexes Immunsystem mit einer Vielzahl von Zelltypen. Fehlen einzelne Zelltypen des Immunsystems, ist der Infektionsverlauf im Vergleich zu Menschen mit intaktem Immunsystem verändert.

In Material 8 (Kurven 1–3) sind die Infektionsverläufe der Personen A–C dargestellt:

A: Person mit intaktem Immunsystem

B: Person, der Granulozyten und Makrophagen fehlen (sie verfügt jedoch über funktionsfähige B- und T-Lymphozyten)

C: Person, der B- und T-Lymphozyten fehlen (sie verfügt jedoch über funktionsfähige Granulozyten und Makrophagen)

Material 8: Infektionsverlauf bei intaktem und defektem Immunsystem

Ordnen Sie den Kurvenverläufen (Material 8, Kurven 1–3) die Personen A–C zu und begründen Sie Ihre Zuordnungen:

Kurve 1: Person

Kurve 2: Person

Kurve 3: Person

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

3.1 Beschreiben Sie die in Material 7 gezeigten Schritte der Gewebeübertragung sowie die Versuchsergebnisse.

Lösung: In dem Versuch erhielten die Scid-Mäuse einige Stammzellen aus dem Knochenmark der Nude-Mäuse, Nude-Mäuse erhielten Thymusgewebe der Scid-Mäuse. Beide Mäuse können ohne Zell-/Gewebstransplantat keine funktionsfähigen T-Zellen bilden, erst nach der Transplantation haben beide Mäuse T-Zellen in der Milz gebildet.

3.1 Deuten Sie die Versuchsergebnisse einschließlich der Bedeutung von Knochenmark und Thymus für die Bildung funktionsfähiger T-Lymphozyten.

Lösung: Scid-Mäuse: Die Knochenmarksstammzellen der Nude-Mäuse konnten sich im Thymus der Scid-Mäuse zu reifen funktionsfähigen T-Zellen entwickeln. Das bedeutet, dass bei den Scid-Mäusen die Bildung von Stammzellen im Knochenmark gestört ist, ihr Thymus dagegen ist intakt. Nude-Mäuse: Im Thymus der Nude-Mäuse konnten sich die eigenen Knochenmarksstammzellen nicht entwickeln, wohl aber im transplantierten Thymusgewebe der Scid-Mäuse. Das bedeutet, Nude-Mäuse verfügen über intakte reifungsfähige Stammzellen im Knochenmark, können daraus jedoch aufgrund eines Defekts im Thymus keine funktionsfähigen T-Zellen bilden. Beide Versuche zeigen, dass für die Entwicklung von T-Zellen zunächst Stammzellen aus dem Knochenmark erforderlich sind, die dann in den Thymus einwandern müssen und dort zu T-Lymphozyten heranreifen.

3.1 Leiten Sie aus den Versuchen die Fähigkeit von Nude- und Scid-Mäusen her, auch ohne die jeweilige Gewebetransplantation funktionsfähige B-Lymphozyten zu bilden.

Lösung: B-Lymphozyten reifen im Knochenmark heran und verlassen dieses als funktionsfähige B-Lymphozyten. Da bei den Scid-Mäusen die Bildung von Stammzellen im Knochenmark gestört ist, sind sie vermutlich nicht in der Lage, B-Lymphozyten zu bilden. Bei den Nude-Mäusen dagegen ist die Stammzellbildung normal, sodass sie im Knochenmark vermutlich funktionsfähige B-Lymphozyten bilden.

3.2 Geben Sie die Funktionen der Makrophagen und der natürlichen Killerzellen an.

Lösung: Makrophagen phagozytieren eingedrungene Krankheitserreger, sie präsentieren phagozytierte Antigene auf ihren MHC-Komplexen für T-Lymphozyten mit den passenden Antigenrezeptoren. Makrophagen sind für die Beseitigung von Immunkomplexen zuständig. Natürliche Killerzellen sind in der Lage, tumorartig veränderte Zellen oder virusbefallene Zellen abzutöten.

3.2 Kurve 1: Zuordnung Person

Lösung: B / Person B

3.2 Begründung für Kurve 1

Lösung: Die Zahl der Erreger steigt zu Beginn der Infektion drastisch an, da es keine Makrophagen und Granulozyten gibt, die die Erreger phagozytieren. Die zweite Phase der Immunabwehr fehlt vollkommen, da die B- und T-Lymphozyten nicht durch die Makrophagen aktiviert werden.

3.2 Kurve 2: Zuordnung Person

Lösung: C / Person C

3.2 Begründung für Kurve 2

Lösung: In der ersten Phase nimmt die Zahl der Erreger genauso zu wie bei Menschen mit intaktem Immunsystem, da die Makrophagen und Granulozyten durch Phagozytose zunächst die Vermehrung der Krankheitserreger begrenzen können. Der Verlauf in der zweiten Phase beruht darauf, dass die Makrophagen die Erreger nicht vollständig eliminieren können.

3.2 Kurve 3: Zuordnung Person

Lösung: A / Person A

3.2 Begründung für Kurve 3

Lösung: Die Erregervermehrung wird zu Beginn der Infektion durch Phagozytose durch die Makrophagen begrenzt. Das Einsetzen der spezifischen Immunabwehr führt zur vollständigen Erregerelimination.

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