Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 9 · Abitur Hessen Biologie GK 2022
Thema: Synapse, Hormone und neuronale Plastizität · Aus der Prüfung GK (2022)
Aufgabenstellung
Material 8
Auslöser für den Herzstillstand
Obgleich es sich beim Long-QT-Syndrom um eine zeitlebens bestehende Anomalie der Herzmuskelzellen handelt, sind damit keine ständigen Symptome oder Beschwerden verbunden. Hierzu sind spezielle Auslöser erforderlich, die für jeden Long-QT-Typ unterschiedlich sind. Die situationsbedingt auftretenden Symptome unterscheiden sich allerdings nur wenig. Sie reichen von Herzrhythmusstörungen, Herzrasen bis zum Herzstillstand, d. h., sie können im Einzelfall durchaus lebensbedrohlich werden. Bei einem Long-QT-Syndrom ist es daher wichtig, das Risiko für einen tödlich verlaufenden Herzstillstand abzuschätzen. Neben Alter und Geschlecht wurden noch weitere Risikofaktoren ausgemacht.
9 Untersuchen Sie anhand von Material 8 die Wirksamkeit von Betablockern zur Vorbeugung eines Herzstillstands bei den verschiedenen LQT-Typen. (Material 3, 6, 7 und 8) [10 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
9 Untersuchen Sie anhand von Material 8 die Wirksamkeit von Betablockern zur Vorbeugung eines Herzstillstands bei den verschiedenen LQT-Typen. (Material 3, 6, 7 und 8)
Lösung: Betablocker hemmen nur den zusätzlichen Calcium-Einstrom, der durch Adrenalin ausgelöst wird. Die Adrenalinkonzentration im Blut wiederum ist von auslösenden Ereignissen wie körperlicher und emotionaler Belastung abhängig. Deshalb dürfte eine Betablocker-Therapie vor allem bei solchen LQT-Typen am wirksamsten sein, deren Symptome am ehesten von körperlicher oder emotionaler Belastung ausgelöst werden. In diesem Fall wäre der Therapieerfolg am wahrscheinlichsten bei LQT1, da hier über 75% der Symptome durch körperliche und ca. 15% durch emotionale Belastung ausgelöst werden. Auch bei LQT2 wäre eine Betablocker-Therapie noch sinnvoll, da hier zwar eine körperliche Belastung als Auslöser keine Rolle spielt, aber eine emotionale mit immerhin ca. 35%. Nur bei LQT3 machen eine körperliche und emotionale Belastung zusammen lediglich 20% der Auslöser aus, so dass eine Betablocker-Therapie hier am wenigsten wirksam sein dürfte.
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