Aufgabe 3 - Bionik und Statik von Stabtragwerken · Abitur NRW Technik GK · Haupttermin 2022

Thema: Bionik und Statik von Stabtragwerken · Aus der Prüfung GK · Haupttermin (2022)

Aufgabenstellung

b)

Erläutern Sie, wie die Planung beim Bottom-Up-Ansatz und wie sie beim Top-Down-Ansatz der Bionik grundsätzlich abläuft. Leiten Sie danach aus Ihren Ausführungen ab, welche Methode für dieses Projekt geeignet ist. (10 Punkte)

c)

Erläutern Sie mithilfe der Materialien M 2 und M 3, in welchen Form- und Funktionsanalogien der Kollektor seinem natürlichen Vorbild entspricht. Nennen Sie die Vorteile, die aus dieser bionischen Entwicklung resultieren. (8 Punkte)

d)

Laut Material M 3 bewirbt der Hersteller der bionisch optimierten Kollektoren deren höhere Effizienz. Vergleicht man die Beispieldaten aus Material M 4, so beruht dies auch auf einem besseren Leistungsverhalten bei ungünstigen Einfallswinkeln. Skizzieren Sie anhand der vorgegebenen Sonnenstandsdaten in Material M 5 die Einfallswinkel zur Mittagszeit bei einer Aufständerung von 30° und von 60°. Interpretieren Sie, bei welcher Neigung die Effizienzunterschiede voraussichtlich stärker ausfallen. Ordnen Sie jeder der beiden Kollektorneigungen mit Begründung ein sinnvolles Einsatzszenario zu. (20 Punkte)

Aufgabenstellung: Aufgabe 3 - Bionik und Statik von Stabtragwerken · Abitur NRW Technik GK · Haupttermin 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

b) Erläutern Sie, wie die Planung beim Bottom-Up-Ansatz und wie sie beim Top-Down-Ansatz der Bionik grundsätzlich abläuft. Leiten Sie danach aus Ihren Ausführungen ab, welche Methode für dieses Projekt geeignet ist.

Lösung: Bottom-Up: Biologisches Phänomen/Grundlagenforschung -> Abstraktion -> technische Anwendung/Produkt. Top-Down: Technische Problemstellung -> Suche nach biologischen Vorbildern/Analogien -> Analyse der biologischen Lösung -> Übertragung auf technisches Produkt. Für dieses Projekt eignet sich der Top-Down-Ansatz.

c) Erläutern Sie mithilfe der Materialien M 2 und M 3, in welchen Form- und Funktionsanalogien der Kollektor seinem natürlichen Vorbild entspricht. Nennen Sie die Vorteile, die aus dieser bionischen Entwicklung resultieren.

Lösung: Formanalogie: Verästelung/fraktale Netzstruktur der Blattadern analog zum Kanalsystem auf der Absorberoberfläche. Funktionsanalogie: Optimierung der Druckverteilung und gleichmäßige Durchströmung/Wärmeübertragung über die Fläche. Vorteile: Höhere Energieeffizienz, besserer Wirkungsgrad, Minderung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe durch geringeren Pumpeneinsatz, ökologische und ökonomische Vorteile.

d) Skizzieren Sie anhand der vorgegebenen Sonnenstandsdaten in Material M 5 die Einfallswinkel zur Mittagszeit bei einer Aufständerung von 30° und von 60°.

Lösung: Skizze der mittäglichen Sonnenstände (Juni: 62∘62^\circ, März/September: 38∘38^\circ, Dezember: 15∘15^\circ) bezogen auf die Kollektorflächen mit 60∘60^\circ und 30∘30^\circ Neigung inklusive Kennzeichnung der Abweichungsbereiche (50∘50^\circ und 70∘70^\circ).

d) Interpretieren Sie, bei welcher Neigung die Effizienzunterschiede voraussichtlich stärker ausfallen. Ordnen Sie jeder der beiden Kollektorneigungen mit Begründung ein sinnvolles Einsatzszenario zu.

Lösung: Größere Effizienzunterschiede bei 30° Aufständerung (besonders im Winter/Übergangszeiten mit großen Abweichungen von 50° bis 70°, wo der bionische Kollektor 72 % gegenüber 53 % erreicht). Einsatzszenario 30°: Hohe Erträge im Sommer (z. B. Energiedorf mit saisonalem Speicher). Einsatzszenario 60°: Ganzjährige Unterstützung und bessere Wintererträge bei geringeren Speicherkapazitäten.

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