Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik GK · Fassadenbeleuchtung Allianz Arena 2026

Thema: Atomhülle und Spektren · Aus der Prüfung GK · Fassadenbeleuchtung Allianz Arena (2026)

Aufgabenstellung

Material 1: Bilder und Spektren von Leuchtstofflampen und RGB-LEDs

Hinweis

Das Licht dieser Lampe setzt sich im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen zusammen: einerseits aus dem Licht eines leuchtenden Gases im Inneren der Lampe und andererseits aus dem Licht eines Leuchtstoffs, der sich auf den Innenwänden der Glasröhre befindet.

Hinweis

Eine RGB-LED besteht aus einer roten, einer grünen und einer blauen LED, welche separat angesteuert werden können. Entsprechend setzt sich das Spektrum aus den Spektren der drei einzelnen LEDs zusammen.

Material 2: Vereinfachtes Energieniveauschema von Quecksilber

Material 3: Aspekte zur Bewertung der Fassadenbeleuchtung

In den Leuchtstoffröhren wurde Quecksilberdampf verarbeitet.

Laut dem FC Bayern konnte durch die Umrüstung von acht 8 000 Leuchtstoffröhren auf mehr als 300 000 LEDs eine Energieersparnis von 60 Prozent erreicht werden.

Statt bislang drei Farben (Rot, Blau, Weiß) kann die neue Beleuchtung 16 Millionen Farben erzeugen.

Beleuchtungskosten von lediglich 50 bis 60 Euro pro Stunde reichen aus, um eine so große Leuchtkraft zu erzeugen, dass die Arena in klaren Nächten auch noch von österreichischen Berggipfeln aus zu sehen ist.

Die Lebensdauer der eingesetzten LEDs beläuft sich auf durchschnittlich 80 000 Stunden. Die Lebensdauer von Leuchtstoffröhren liegt bei 7 000 bis 20 000 Stunden, was etwa einer Zeitspanne von 2 bis 6 Jahren entspricht. Außerdem kann sie sich durch häufiges Ein- und Ausschalten verkürzen.

Der Mangel an Dunkelheit ohne künstliche Lichtquellen hat zahlreiche störende Einflüsse auf Organismen.

LEDs verändern das Farbspektrum der nächtlichen Beleuchtung. Anhand von Fotos, die von der Internationalen Raumstation ISS aufgenommen wurden, haben Forschende festgestellt, dass durch die weißeren LEDs insbesondere der Anteil der Emissionen im blauen Bereich des Spektrums zugenommen hat. Weil blaues Licht die Ausschüttung von Melatonin hemmt, kann der Biorhythmus bei Tieren, aber auch beim Menschen durcheinandergeraten.

Die Nutzung von LEDs bewirkt zudem, dass in Städten noch weniger Sterne sichtbar sind.

Die Bewegung von Insekten, die sich Lichtquellen nähern oder sie vermeiden, wird verändert.

1 Im Material 1 finden sich Abbildungen zu den bis 2015 in der Allianz Arena genutzten Leuchtmitteln und den danach verwendeten LEDs sowie die Spektren des Lichts dieser beiden Lampen.

a)

Beschreiben Sie die beiden Spektren in den Abbildungen 3 und 4 hinsichtlich Form, Lage und Höhe der Intensitätsmaxima. Gehen Sie hierbei auch auf die jeweiligen Farben und Wellenlängen ein. [5 BE]

b)

Die Maxima in Abbildung 3 (M 1) sind auf die angeregte Gasfüllung zurückzuführen. Erläutern Sie auf atomarer Ebene, wie es zu diesen kommt. [5 BE]

c)

Prüfen Sie auf Basis der Abbildung 3 (M 1) und von Material 2, ob in der Leuchtstofflampe Quecksilberdampf zur Lichtemission beitragen könnte, indem Sie die Wellenlängen des Lichts berechnen, das bei zwei geeigneten Übergängen emittiert wird. [4 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Physik GK · Fassadenbeleuchtung Allianz Arena 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a) Beschreiben Sie die beiden Spektren in den Abbildungen 3 und 4 hinsichtlich Form, Lage und Höhe der Intensitätsmaxima. Gehen Sie hierbei auch auf die jeweiligen Farben und Wellenlängen ein.

Lösung: Beide Spektren erstrecken sich im Bereich des sichtbaren Lichts von ca. 400 nm bis ca. 700 nm. Das Spektrum in Abb. 3 verfügt über drei scharfe, intensitätsstarke Maxima bei 430 nm (violett), 545 nm (grün) und 610 nm (rot) sowie mehrere relativ scharfe, intensitätsschwächere Maxima, daneben mehrere intensitätsschwächere, breitere Bereiche. In Abb. 4 findet man hingegen drei breitere Maxima in den Farbbereichen Rot (Maximum bei 640 nm), Grün (Maximum bei 520 nm) und Blau (Maximum bei 465 nm) mit ähnlich hoher Intensität, wovon sich zwei überlagern.

b) Die Maxima in Abbildung 3 (M 1) sind auf die angeregte Gasfüllung zurückzuführen. Erläutern Sie auf atomarer Ebene, wie es zu diesen kommt.

Lösung: Die Atome der Gasfüllung haben diskrete Energieniveaus. Beim Übergang von einem höheren auf ein tieferes Niveau werden Photonen emittiert, deren Energie gleich der Energiedifferenz der Niveaus ist. Das Gas emittiert viele Photonen gleicher Wellenlänge. Diese Wellenlängen entsprechen den Wellenlängen der Maxima im Spektrum.

c) Berechnete Wellenlänge für den Übergang F nach C:

Lösung: 544544 nm / 5,44⋅10−75{,}44 \cdot 10^{-7} m

c) Berechnete Wellenlänge für einen zweiten geeigneten Übergang (z. B. D nach B):

Lösung: 405405 nm / 4,05⋅10−74{,}05 \cdot 10^{-7} m

c) Begründung und Abgleich mit dem Spektrum aus Abb. 3:

Lösung: Bei den berechneten Wellenlängen befinden sich in Abb. 3 Intensitätsmaxima. Das legt nahe, dass Quecksilberdampf zur Lichtemission beitragen könnte.

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