Aufgabe 1 - Teilaufgabe 2 (Proteinstoffwechsel) · Abitur NRW Ernährungslehre LK · Haupttermin 2021
Thema: Stoffwechsel der Nährstoffe und seine Regulation · Aus der Prüfung LK · Haupttermin (2021)
Aufgabenstellung
M 1: Ursachen und Folgen der Sarkopenie
Der Alterungsprozess ist mit Veränderungen der Skelettmuskulatur verbunden, die mit einer Abnahme von körperlicher Aktivität, Funktionalität und Leistungsfähigkeit einhergehen und von großer Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen sind.
Muskelmasse und -funktion nehmen im Rahmen des normalen Alterungsprozesses ab dem 50. Lebensjahr kontinuierlich um etwa 1 – 2 % pro Jahr ab, wobei die Ausprägung des Muskelabbaus durch verschiedene Faktoren verstärkt werden kann (siehe Abbildung). Geht die Abnahme an Muskelmasse und Muskelfunktion über den normalen Altersverlust hinaus, spricht man von Sarkopenie.
Die wichtigsten und therapeutisch relevanten Ursachen der Sarkopenie sind eine verminderte und proteinarme Nahrungsaufnahme und eine verminderte körperliche Aktivität bei alten Menschen. Hormonelle Veränderungen, wie ein altersbedingt niedriger Wachstumshormonspiegel oder durch chronische Erkrankungen erhöhte Cortisolspiegel verschlechtern den muskulären Zustand weiter. Auch der Einfluss altersassoziierter niedrigschwelliger Entzündungen, eine Insulinresistenz, die verschlechterte Muskelinnervation (Versorgung des Muskels mit Nervengewebe) durch degenerativ bedingten Verlust von Motoneuronen im Rückenmark und die schwindenden Fähigkeiten des Körpers, oxidativen Stress zu bewältigen, wirken sich negativ auf die Muskulatur aus.
Eng mit Sarkopenie verbunden ist das Syndrom der Gebrechlichkeit, auch „Frailty“ genannt (siehe Abbildung), das insbesondere im hohen Alter weit verbreitet ist und durch einen unbeabsichtigten Gewichtsverlust, körperliche Schwäche, rasche Ermüdbarkeit, Gang- und Standunsicherheit mit Sturzneigung und verminderte Aktivität charakterisiert wird.
M 2: Proteinstoffwechsel
M 3: Health ABC Studie – Auswirkungen unterschiedlicher Proteinzufuhr
In der „Health ABC Studie“ (2066 Personen im Alter von 70 – 79 Jahren) wurden drei Jahre lang Daten zur Abnahme der fettfreien Körpermasse (Magermasse/LM) bei einer Protein-zufuhr von fünf verschiedenen Energie-%-Anteilen (Gruppe 1 bis 5) ermittelt:
Median*: Der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt, wenn man die Messwerte nach der Größe sortiert
M 4: Ausgewählte Mechanismen zur Beeinflussung der Muskelmasse
M 5: Protein- und Leucin*-Gehalt in Lebensmitteln (pro 100 g)
* Zur maximalen Muskelstimulation im Alter werden mindestens 3 g (3000 mg) Leucin pro Mahlzeit empfohlen.
** EL: Esslöffel (bei festen Lebensmitteln leicht gehäuft)
*** Molke ist die Restflüssigkeit, die bei der Käseherstellung entsteht. Molkenproteine werden vom Körper sehr schnell aufgenommen und sind innerhalb von zwanzig Minuten im Muskel verfügbar.
M 6: Molkenproteindrink Low Carb Cassis (1 Drink – 250 ml – kostet ca. 5,50 €)
CASSIS
low carb ist ein mit L-Leucin angereicherter Molkenproteindrink, welcher speziell auf die Muskelernährung ab 50 abgestimmt ist. Er enthält die essenzielle und für den Muskelstoffwechsel besonders wichtige Aminosäure L-Leucin.
Verzehrsempfehlung
1 Drink unmittelbar nach dem Training und/oder ergänzend zu jeder Hauptmahlzeit.
MOLKENPROTEIN-DRINK
ANGEREICHERT MIT L-LEUCIN
ZUCKERARM
Ergänzungsnahrung, pasteurisiert, mit Süssungsmittel
Zutaten: Wasser, Molkenproteinisolat (enthält Soja - Lecithin, 7 %), L-Leucin (1,1 %), Säuerungsmittel: Zitronensäure und Phosphorsäure, Aroma, färbender Karottensaft, Konservierungsmittel: Kaliumsorbat, Süssungsmittel: Süßstoff Sucralose
Nährwertangaben · pro 100 ml
Brennwert · 159 kJ/37 kcal
Fett · < 0,5 g
Kohlenhydrate · 1,0 g
Protein · 7,4 g
- L-Leucin · 1,8 g
Erläutern Sie unter Heranziehung von M 2 den Proteinstoffwechsel.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erläutern Sie unter Heranziehung von M 2 den Proteinstoffwechsel.
Lösung: Detaillierte Erläuterung der Verdauung und Resorption, des Aminosäurepools (Zuflüsse durch Nahrung und Proteolyse; Abflüsse zur Proteinbiosynthese) sowie des katabolen Stoffwechsels (oxidative Desaminierung, Transaminierung, Einschleusung der Kohlenstoffskelette in Gluconeogenese, Lipogenese oder Citratzyklus/Atmungskette zur ATP-Gewinnung und Ausscheidung der Aminogruppe als Harnstoff).
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