Aufgabe 4 - Erhalt der Biodiversität · Abitur NRW Biologie LK · Giraffe 2025
Thema: Stoffkreisläufe und Einfluss des Menschen · Aus der Prüfung LK · Giraffe (2025)
Aufgabenstellung
Giraffen: Verwandtschaft, Artbildung und Schutzkonzepte
Bei Giraffen unterscheidet man heute vier Arten und neun Unterarten. Die Verwandtschaft der Arten wurde mithilfe von DNA-Vergleichen aufgeklärt. Alle Arten und Unterarten werden heute als gefährdet eingestuft. Verschiedene Organisationen arbeiten zusammen, um die Biodiversität der Giraffen zu erhalten. Daran sind auch Zoos beteiligt.
Material 4: Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität am Beispiel der Nord-Giraffe
Die UN-Agenda für Nachhaltigkeit führt den Erhalt der Biodiversität als wichtiges Ziel auf. Biodiversität umfasst dabei drei verschiedene Ebenen, nämlich den Erhalt der Artenvielfalt, den Erhalt der Vielfalt an Ökosystemen und den Erhalt der genetischen Vielfalt innerhalb einer Art. Weltweit arbeiten verschiedene Organisationen zum Erhalt von Biodiversität zusammen, z. B. staatliche Einrichtungen, Naturschutzorganisationen und Zoos.
Ein Beispiel sind die Bemühungen um die Nord-Giraffe. Vor allem menschliche Einflüsse haben dazu geführt, dass sich ihre Populationen in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert haben und räumlich immer stärker voneinander isoliert sind. Westafrikanische und Kordofan-Giraffe sind mit aktuell noch etwa 600 bzw. 3200 Tieren die am stärksten bedrohten Unterarten der Nord-Giraffe.
Die Giraffen fressen Blätter, Früchte und Triebe hochwachsender Gehölze. Das Abfressen stimuliert die Produktion neuer Pflanzentriebe. Über den Giraffenkot werden Samen verbreitet, die in diesem mineralstoffreichen Substrat auch ein erhöhtes Keimpotential besitzen. Ihr erfolgreiches Auskeimen hat auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Nahrungsquellen für andere Wildtiere. Damit haben Giraffen einen gestaltenden Einfluss auf das Ökosystem.
Langfristiges Ziel der Bemühungen um die Nord-Giraffe ist der Erhalt mehrerer Populationen mit hoher genetischer Diversität. Verschiedene Organisationen haben sich daher auf einen integrierten Ansatz zum Schutz der Biodiversität verständigt. Bei diesem Ansatz werden Maßnahmen im Freiland und in Zoos ergriffen. Die Zoos unterstützen dabei Freilandprojekte zum Schutz der Giraffen sowohl finanziell als auch durch wissenschaftliche Studien. Individuen der in europäischen Zoos gehaltenen und gezüchteten Giraffen werden spezifisch für die einzelnen Unterarten zwischen Zoos getauscht, so dass genetisch divergente Populationen erhalten werden können. Eine Auswilderung von Giraffen aus Zoopopulationen erfolgt aktuell nicht. Als bedeutende außerschulische Lernorte sensibilisieren Zoos zudem für die Auswirkungen nichtnachhaltiger menschlicher Verhaltensweisen auf die Biodiversität.
4 Beurteilen Sie den Beitrag der Zoos zum Erhalt von Biodiversität am Beispiel des integrierten Schutzkonzeptes für die Nord-Giraffe (M 4). [9 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
4 Beurteilen Sie den Beitrag der Zoos zum Erhalt von Biodiversität am Beispiel des integrierten Schutzkonzeptes für die Nord-Giraffe (M 4).
Lösung: Beurteilung des Beitrags der Zoos gegliedert nach den drei Ebenen der Biodiversität: 1. Vielfalt der Ökosysteme: Giraffen haben als 'Ökosystem-Ingenieure' einen gestaltenden Einfluss auf ihre Ökosysteme (Stimulation von Pflanzenwachstum, Samenverbreitung, Einfluss auf Nahrungsketten). Da aktuell keine Zoogiraffen ausgewildert werden, wirken Zoos hier vor allem indirekt: durch finanzielle Förderung von Freilandprojekten, wissenschaftliche Forschung sowie Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit für nachhaltiges Verhalten der Besucher. 2. Vielfalt der Arten (Artenvielfalt): Zoos leisten einen bedeutsamen direkten Beitrag zum Erhalt bedrohter Arten bzw. Unterarten (wie der stark gefährdeten Westafrikanischen und Kordofan-Giraffe) durch Haltung und gezielte Erhaltungszucht als 'Sicherheitsnetz' vor dem Aussterben. 3. Genetische Vielfalt innerhalb einer Art: Durch koordinierte Zuchtprogramme und den Austausch von Zuchttieren zwischen Zoos wird Inzucht vermieden und eine hohe genetische Variabilität der Unterarten aufrechterhalten, sodass genetisch divergente Populationen langfristig gesichert werden.
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