Aufgabe · Abitur NRW Biologie LK · Wasserhaushalt -EN 2026
Thema: Fotosynthese · Aus der Prüfung LK · Wasserhaushalt -EN (2026)
Aufgabenstellung
1 Aufgabe
Angepasstheiten von Landpflanzen an den Umweltfaktor Wasser
Landpflanzen sind in der Lage, ihren Wasserhaushalt so zu regulieren, dass er unabhängig vom Wasserangebot weitgehend konstant bleibt. Eine strukturelle Voraussetzung dafür ist die Abgrenzung der Pflanze gegenüber der Atmosphäre durch ein Abschlussgewebe. Dieses kann durch regelbare Spaltöffnungen (Stomata) durchbrochen sein. Dazu kommen stoffwechselphysiologische Angepasstheiten, die dazu beitragen, den Wasserhaushalt von Pflanzen zu regulieren.
1
Fertigen Sie eine beschriftete Skizze vom Querschnitt des Laubblattes einer mesophytischen Landpflanze, wie z. B. der Buche ( Fagus sylvatica), an. [6 BE]
Material 1: Spaltöffnungen
Spaltöffnungen (Stomata) bestehen aus zwei sogenannten Schließzellen, die meist bohnenförmig um einen Spalt angeordnet und nur an ihren Enden fest miteinander verbunden sind. Der Spalt stellt die Verbindung zwischen der Außenluft und dem Interzellularraum her und ermöglicht der Pflanze die Wasserdampfabgabe und die Kohlenstoffdioxidaufnahme. Der Öffnungsgrad des Spaltes wird durch die Schließzellen reguliert. Dabei spielen die Wasserversorgung, die Konzentration von Kohlenstoffdioxid im Blatt, das Lichtangebot und die Temperatur eine bedeutende Rolle.
Bei vielen Pflanzenarten grenzen daran Nebenzellen an, die indirekt an der Funktion der Schließzellen beteiligt sind. Spalt, Schließzellenpaar und Nebenzellen bilden zusammen den Spaltöffnungsapparat.
2
Erläutern Sie anhand der beiden Ausgangsstoffe der Fotosynthese die Bedeutung regulierbarer Spaltöffnungen (M 1). [6 BE]
Material 2: Kohlenstoffdioxidfixierung bei C 3 - und CAM-Pflanzen
Die Abkürzung CAM steht für die englische Bezeichnung „crassulacean acid metabolism“ (Crassulaceen-Säurestoffwechsel). Zu den CAM-Pflanzen gehören neben den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) auch viele andere wasserspeichernde Pflanzen, so genannte Sukkulenten, wie zum Beispiel alle Arten aus der Gattung Gasteria.
Im Gegensatz zu C 3 -Pflanzen öffnen CAM-Pflanzen ihre Spaltöffnungen nicht tagsüber, sondern überwiegend in den Nachtstunden.
Abbildung 1 vergleicht schematisch die Kohlenstoffdioxidfixierung bei C 3 - und CAM-Pflanzen.
3
Vergleichen Sie tabellarisch die Kohlenstoffdioxidfixierung bei C 3 - und CAM-Pflanzen anhand von drei Kriterien (M 2).
Kriterium
C 3 -Pflanzen
CAM-Pflanzen
Erläutern Sie die stoffwechselphysiologischen Angepasstheiten der CAM-Pflanzen an heiße und trockene Standorte (M 2). [insgesamt 9 BE]
Material 3: Ermittlung der Spaltöffnungsindizes des Alpenveilchens und der Gasteria
Der Spaltöffnungsindex (SI) ist ein Maß für den relativen Anteil der Spaltöffnungen in der Epidermis. Er errechnet sich aus der folgenden Formel und trägt keine Einheit.
Hinweis: 100 ist ein Faktor und entspricht nicht der Vergrößerung.
Die Spaltöffnungsindizes vom Alpenveilchen und der Gasteria unterscheiden sich. So ergibt sich zum Beispiel für die obere Epidermis vom Laubblatt des Alpenveilchens ein Wert für den Spaltöffnungsindex von kleiner als Eins ().
Die folgenden Abbildungen zeigen lichtmikroskopische Aufnahmen der oberen (Abb. 2) und unteren (Abb. 3) Epidermis (definierte Blattflächen) vom Laubblatt der Gasteria.
Der Spaltöffnungsindex der unteren Epidermis des Alpenveilchens lässt sich lichtmikroskopisch ermitteln. Folgende Geräte und Materialien stehen Ihnen zur Verfügung:
Geräte: Lichtmikroskop, Objektträger, Deckgläschen, Präparierbesteck, Pasteurpipette
Material: Laubblatt des Alpenveilchens, Leitungswasser
Die Standortbedingungen und der Typ der Kohlenstoffdioxidfixierung sind in der folgenden Tabelle für das Alpenveilchen und die Gasteria angegeben.
Tabelle 1: Standortbeschreibung einer C 3 - und einer CAM-Pflanze
Pflanze
Standort
Typ der Kohlenstoffdioxidfixierung
Alpenveilchen
mäßig feucht und schattig in Laubmischwäldern in Mittel- und Südeuropa
C 3
Gasteria
trockene, heiße Gebiete im südlichen Afrika
CAM
4.1
Berechnen Sie auf Grundlage der Abbildungen 2 und 3 die Spaltöffnungsindizes der oberen und unteren Epidermis des Laubblattes der Gasteria (M 3). [4 BE]
4.2
Stellen Sie ein Abzugspräparat der unteren Epidermis des Laubblattes vom Alpenveilchen her (M 3).
Mikroskopieren Sie das Frischpräparat (M 3).
Berechnen Sie für das Präparat den Spaltöffnungsindex (M 3). [8 BE]
Hinweis: Das Präparat ist unter dem Mikroskop der Aufsicht führenden Lehrkraft vorzuzeigen. Sollte Ihnen die Durchführung nicht gelingen oder sollten Ihnen die Ergebnisse unbrauchbar erscheinen, können Sie Ersatzergebnisse anfordern (Ersatzbild Abb. Alpenveilchen untere Epidermis).
4.3
Deuten Sie die drei berechneten und den gegebenen Wert der Spaltöffnungsindizes in Material 3 in Bezug auf die jeweilige Art der Kohlenstoffdioxidfixierung als Angepasstheiten an die jeweiligen Standorte (M 1 – M 3). [7 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
1 Fertigen Sie eine beschriftete Skizze vom Querschnitt des Laubblattes einer mesophytischen Landpflanze, wie z. B. der Buche (Fagus sylvatica), an. / 4.2 Mikroskopieren
Lösung: Skizze (6 BE): Beschriftung umfasst: Cuticula, obere Epidermis, Palisadengewebe, Schwammgewebe, Interzellularraum (Atemhöhle), untere Epidermis, Spaltöffnung. Praktische Durchführung 4.2 (6 BE): Herstellen des Abzugspräparates der unteren Epidermis und fachgerechtes Mikroskopieren gemäß Beobachtungsbogen. Als Ersatzergebnis dient:
2 Erläutern Sie anhand der beiden Ausgangsstoffe der Fotosynthese die Bedeutung regulierbarer Spaltöffnungen (M 1).
Lösung: Wasser und Kohlenstoffdioxid sind die Ausgangsstoffe der Fotosynthese. Die Transpiration über die Stomata ermöglicht den Wassertransport von den Wurzeln in die Blätter. Bei steigenden Temperaturen übersteigt diese Wasserdampfabgabe jedoch die zur Verfügung stehende Wassermenge. Für die Pflanze ist es notwendig, die Öffnungsweite der Spaltöffnungen zu regulieren, um den Wasserverlust zu kontrollieren. Gleichzeitig gelangt Kohlenstoffdioxid über die Spaltöffnungen in das Laubblatt; bei vollständig geschlossenen Spaltöffnungen kann die Pflanze nicht ausreichend Kohlenstoffdioxid aufnehmen.
3 Vergleichen Sie tabellarisch die Kohlenstoffdioxidfixierung bei C3- und CAM-Pflanzen anhand von drei Kriterien (M 2): Kriterium 1
Lösung: Zeitpunkt CO₂-Fixierung aus der Atmosphäre
3 Kriterium 1: C3-Pflanzen
Lösung: am Tag
3 Kriterium 1: CAM-Pflanzen
Lösung: in der Nacht
3 Vergleichen Sie tabellarisch: Kriterium 2
Lösung: Zeitpunkt des Calvin-Zyklus
3 Kriterium 2: C3- und CAM-Pflanzen
Lösung: Der Calvin-Zyklus läuft am Tag ab.
3 Vergleichen Sie tabellarisch: Kriterium 3
Lösung: Herkunft des CO₂ für den Calvin-Zyklus
3 Kriterium 3: C3-Pflanzen
Lösung: Aufnahme von CO₂ direkt aus der Atmosphäre
3 Kriterium 3: CAM-Pflanzen
Lösung: Freisetzung von CO₂ aus Malat unter Bildung von Pyruvat
3 Erläutern Sie die stoffwechselphysiologischen Angepasstheiten der CAM-Pflanzen an heiße und trockene Standorte (M 2).
Lösung: Um Wasserverluste durch Transpiration an heißen und trockenen Standorten zu minimieren, sind die Spaltöffnungen tagsüber geschlossen und in der Nacht geöffnet. Das in dieser Zeit aufgenommene Kohlenstoffdioxid wird fixiert und als Malat gespeichert. Am Tag, bei geschlossenen Stomata, wird Malat abgebaut und Kohlenstoffdioxid für den Calvin-Zyklus freigesetzt.
4.1 Berechnen Sie auf Grundlage der Abbildungen 2 und 3 die Spaltöffnungsindizes: Gasteria obere Epidermis
Lösung: 6
4.1 Berechnen Sie auf Grundlage der Abbildungen 2 und 3 die Spaltöffnungsindizes: Gasteria untere Epidermis
Lösung: 6
4.2 Berechnen Sie für das Präparat den Spaltöffnungsindex (M 3).
Lösung: 15 - 75
4.3 Deuten Sie die drei berechneten und den gegebenen Wert der Spaltöffnungsindizes in Material 3 in Bezug auf die jeweilige Art der Kohlenstoffdioxidfixierung als Angepasstheiten an die jeweiligen Standorte (M 1 – M 3).
Lösung: Der SI der CAM-Pflanze ist bei oberer und unterer Epidermis nahezu gleich; Spaltöffnungen sind in gleicher Dichte auf Blattober- und Blattunterseite vorhanden. Der SI der C3-Pflanze der Blattoberseite ist sehr viel kleiner als der der Blattunterseite; Spaltöffnungen sind fast ausschließlich auf der Blattunterseite vorhanden. Zur Aufnahme von Kohlenstoffdioxid öffnet die CAM-Pflanze die Stomata an ihrem trockenen Standort überwiegend nachts; die Lage der Stomata auf der Blattoberfläche spielt folglich für Transpirationsverluste keine Rolle. Zur Aufnahme von Kohlenstoffdioxid öffnet die C3-Pflanze die Stomata tagsüber. Da sich die Spaltöffnungen fast ausschließlich an der Blattunterseite befinden, sind sie nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt und folglich werden Transpirationsverluste verringert.
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