Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 4.1-4.2 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022

Thema: Immunabwehr und Infektionskrankheiten · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

Durch eine Fehlfunktion bei der Zellteilung können bestimmte Zellen des Abwehrsystems, die Lymphozyten, zu Krebszellen entarten. Eine dieser Krebsformen bezeichnet man als NON-HODGKIN-Lymphome (NHL), die zu 90% von B-Lymphozyten ausgehen. Ein Kennzeichen für NHL ist die Zunahme der Zahl „unreifer Plasmazellen“ im Blut. Im Blutserum lassen sich nicht funktionsfähige Antikörper nachweisen. Durch wissenschaftliche Forschung versucht man, die Behandlungsmöglichkeiten von Erkrankten zu verbessern.

4.1

Beschreiben Sie den in Material 7 dargestellten Versuch zur Spezifität der humoralen Immunantwort und erklären Sie jeweils die bei den Ziffern 1–3 zu erwartenden Ergebnisse.

[10 BE]

Material 7

Versuche zur Spezifität der humoralen Abwehr

Hinweis: Die Mäuse sind unter sterilen Bedingungen aufgewachsen.

4.2

Erklären Sie die Versuche zur Spezifität der zellulären Immunantwort und die vier zu erwartenden Transplantationsergebnisse in Material 8.

Skizzieren Sie in Material 8 die Überlebensdauer der Hauttransplantate.

[10 BE]

Material 8

Versuche zur Spezifität der zellulären Abwehr

Hinweis: Ungefähre Angaben sind ausreichend.

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 4.1-4.2 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

4.1 Beschreiben Sie den in Material 7 dargestellten Versuch zur Spezifität der humoralen Immunantwort

Lösung: Einer Maus wird eine Pneumokokken-haltige Lösung injiziert. Dieser Maus wird nach einigen Wochen Blut abgenommen und das Blut wird in Serum und Blutzellen getrennt. Das abgetrennte Serum wird einmal zu einer Pneumokokken-haltigen Lösung und zum anderen zu einer Streptokokken-haltigen Lösung gegeben. Außerdem wird das Serum einer anderen unbehandelten Maus zu einer Pneumokokken-haltigen Lösung gegeben.

4.1 Erklären Sie das bei Ziffer 1 zu erwartende Ergebnis

Lösung: Ziffer 1: Das Serum der unbehandelten Maus enthält keine Antikörper gegen Pneumokokken, deshalb kommt es zu keiner Agglutination.

4.1 Erklären Sie das bei Ziffer 2 zu erwartende Ergebnis

Lösung: Ziffer 2: Im Blut der mit Pneumokokken infizierten Maus befinden sich Antikörper gegen diese. Die Antikörper binden spezifisch an Pneumokokken und vernetzen die Bakterien untereinander, es kommt zur Agglutination.

4.1 Erklären Sie das bei Ziffer 3 zu erwartende Ergebnis

Lösung: Ziffer 3: Da die Antikörper der behandelten Maus spezifisch für die Epitope der Pneumokokken sind, binden sie nicht an Streptokokken. Demzufolge ist keine Agglutination zu erwarten.

4.2 Erklären Sie Versuch 1 (Maus A auf Maus A)

Lösung: Im ersten Versuch wird Maus A ein Hautstück der eigenen Haut transplantiert. Das Transplantat wird toleriert, es kommt zu keiner Abstoßungsreaktion, da die MHC-Rezeptoren identisch sind.

4.2 Erklären Sie Versuch 2 (Maus A auf Maus B)

Lösung: Im zweiten Versuch wird der Maus B ein Stück Haut von der Maus A transplantiert. Das Hautstück wird abgestoßen, da Maus B cytotoxische T-Zellen gegen Zellen mit Epitopen der Maus A bildet. Die Abstoßungsreaktion findet nach einigen Tagen statt, da die Aktivierung und Vermehrung der spezifischen T-Lymphozyten einige Zeit in Anspruch nimmt (Primärreaktion).

4.2 Erklären Sie Versuch 3 (nach 3 Wochen zweites Transplantat von Maus A auf Maus B)

Lösung: Im dritten Versuch wird der Maus B ein zweites Hautstück der Maus A transplantiert, welches aufgrund der bereits vorhandenen spezifischen cytotoxischen T-Zellen abgestoßen wird. Die Abstoßungsreaktion findet schneller als beim zweiten Versuch statt, da die Vermehrung von Gedächtniszellen zu cytotoxischen T-Zellen wesentlich schneller abläuft (Sekundärreaktion).

4.2 Erklären Sie Versuch 4 (Transfer von T-Zellen der Maus B auf Maus C vor Transplantation)

Lösung: Im vierten Versuch bekommt Maus C T-Zellen von der zuvor sensibilisierten Maus B übertragen und danach ein Hautstück von Maus A transplantiert. Es kommt zu einer Abstoßungsreaktion, da die cytotoxischen T-Zellen das Transplantat angreifen. Die Abstoßungsreaktion findet genauso schnell wie im dritten Versuch statt, da die von Maus B erhaltenen spezifischen T-Gedächtniszellen schnell zu cytotoxischen T-Zellen differenzieren und das Hautstück angreifen.

4.2 Skizzieren Sie in Material 8 die Überlebensdauer der Hauttransplantate.

Lösung: - Versuch 1 (Maus A auf Maus A): 100 % Überleben über den gesamten Beobachtungszeitraum (20 Tage). - Versuch 2 (Maus A auf Maus B): Überleben bei 100 % bis ca. Tag 10, danach Abfall auf 0 % bis ca. Tag 12 (Primärreaktion). - Versuch 3 (zweites Transplantat auf Maus B): Rascher Abfall auf 0 % bereits nach ca. 5–7 Tagen (Sekundärreaktion). - Versuch 4 (Maus C mit transferierten T-Zellen): Gleicher beschleunigter Verlauf wie bei Versuch 3 mit Abfall auf 0 % nach ca. 5–7 Tagen.

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