Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 1 · Abitur Hessen Ernährungsökonomie GK 2021
Thema: Unternehmensgründung und Rechtsformen · Aus der Prüfung GK (2021)
Aufgabenstellung
Aufgaben
1 Zwei Jahre nach seiner Abschlussprüfung zum Schreiner möchte Thomas die sich in Familienhand befindende Schreinerei übernehmen und neu ausrichten. Er spezialisiert sich auf die Ausstattung von kleinen Gastronomieunternehmen.
1.1 Einen Betrieb selbstständig zu führen, bedarf guter Vorbereitung und Selbsteinschätzung.
1.1.1
Geben Sie mit Beispielen die unternehmerischen Voraussetzungen an, die der junge Schreiner benötigt. [8 BE]
1.1.2
Zur besseren Planung der Unternehmensübernahme erstellt Thomas einen Businessplan. Skizzieren Sie die Funktionen und mögliche generelle Inhalte eines Businessplans. [12 BE]
1.2 Bisher haben sein Vater und sein Onkel die Schreinerei als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführt. Beide möchten sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen, aber noch Teilhaber bleiben. Für sie ist es vorstellbar, Thomas irgendwann ihre Geschäftsanteile zu überlassen. Der junge Schreiner zieht in Erwägung, die Rechtsform in eine Kommanditgesellschaft (KG) zu ändern.
1.2.1
Stellen Sie die GbR sowie die KG tabellarisch jeweils anhand von vier Merkmalen dar. [6 BE]
1.2.2
Wägen Sie zwischen den beiden Rechtsformen (GbR und KG) ab, die Thomas wählen kann. [9 BE]
1.3 Im ersten Geschäftsjahr führt Thomas Buch über die Erträge und Aufwendungen in seiner Schreinerei, um den Erfolg zu ermitteln.
Material 1: Aufwendungen und Erträge der Schreinerei
Aufwendungen für Rohstoffe · 126.000 €
Aufwendungen für Hilfsstoffe · 14.800 €
Büromaterial · 850 €
Kosten der Telekommunikation · 720 €
Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse · 260.000 €
Zinserträge · 80 €
Betriebssteuern · 42.000 €
Wartungsarbeiten an Maschinen · 3.500 €
Portokosten · 150 €
Versicherungsbeiträge · 6.800 €
Aufwendungen für Werbung · 8.000 €
1.3.1
Berechnen Sie das Gesamtergebnis der Schreinerei im Gewinn- und Verlustkonto anhand von Material 1. [6 BE]
€
Material 2: Beteiligungen am Unternehmen mit Kapitaleinlage
Vater · 120.000 €
Onkel · 90.000 €
Thomas · 30.000 €
Es gelten die gesetzlichen Regelungen der Gewinnverteilung für die GbR nach Köpfen und für die KG zum festgelegten gesetzlichen Prozentsatz und der Rest nach Anteilen.
1.3.2
Von dem ermittelten Gewinn werden 42.000 € ausgeschüttet, den Restbetrag erhält Thomas als Geschäftsführer. Ermitteln Sie die Gewinnaufteilung unter den drei Männern sowohl für eine GbR sowie für eine KG nach den Angaben in Material 2. [12 BE]
Gewinnberechnung für GbR (nach Köpfen):
€
Gewinnausschüttung für KG (insgesamt pro Person):
€
€
€

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
1.1.1 Geben Sie mit Beispielen die unternehmerischen Voraussetzungen an, die der junge Schreiner benötigt.
Lösung: Unternehmerische Voraussetzungen: - persönlich: Durchsetzungsvermögen, Disziplin, Fleiß, Unterstützung durch das private Umfeld, Gesundheitszustand, Selbstmotivation - fachlich: Berufsausbildung, Studium, Fachkenntnisse, Erfahrung - sachlich: Finanzierung (Eigen- und Fremdkapital), Standort, Neuanschaffungen, Investitionen, Maschinen - rechtlich: Behörden, Anmeldung bei Ämtern, Zulassungsberechtigungen
1.1.2 Zur besseren Planung der Unternehmensübernahme erstellt Thomas einen Businessplan. Skizzieren Sie die Funktionen und mögliche generelle Inhalte eines Businessplans.
Lösung: Funktionen des Businessplans: - Definition von Zielen und Strategien als Orientierungshilfe. - Controllinginstrument (Soll-Ist-Vergleiche, Zwischenbilanzen, Umsatzprognosen). - Durchdenken und Hinterfragen eigener Ideen und Konzepte. - Frühzeitiges Erkennen von Engpässen im Bereich Personal oder Kapital. - Externe Funktion: Fremdkapitalgeber/Investoren gewinnen (erster Eindruck des Unternehmens). - Grundlage für Gründungszuschüsse. Inhalte: Geschäftsverbindungen, Finanzplanung, Geschäftsidee, Markteinschätzung, Konkurrenzanalyse, Zukunftsaussichten.
1.2.1 Stellen Sie die GbR sowie die KG tabellarisch jeweils anhand von vier Merkmalen dar.
Lösung: Merkmale (4 auswählen): - Gründung: GbR formfrei, mind. 2 Personen, Handelsregistereintrag möglich, Gewerbeamt. / KG: mind. 2 Personen (Komplementär + Kommanditist), Gesellschaftsvertrag, Eintragung ins Handelsregister erforderlich, Firma muss Zusatz „KG“ enthalten. - Kapital: GbR kein Mindestkapital. / KG kein Mindestkapital, Kommanditist und Komplementär erbringen Einlage. - Geschäftsführung und Vertretung: GbR mind. 2 Personen, gemeinschaftlich (vertraglich regelbar). / KG Komplementär(e) Einzelvertretung und Vollhafter, Kommanditisten von Geschäftsführung ausgeschlossen. - Haftung: GbR persönlich, unbeschränkt, gesamtschuldnerisch aller Gesellschafter. / KG Komplementär unbeschränkt persönlich, Kommanditist beschränkt auf Einlage. - Gewinnverteilung: GbR nach Köpfen oder vertraglich. / KG 4 % Zinsen auf Kapitaleinlage, Rest in angemessenem Verhältnis.
1.2.2 Wägen Sie zwischen den beiden Rechtsformen (GbR und KG) ab, die Thomas wählen kann.
Lösung: Abwägung: - GbR: Thomas, Vater und Onkel wären gleichberechtigte Geschäftsführer (drei Chefs), was zu Konflikten führen kann. Zudem haften alle voll mit ihrem Privatvermögen. - KG: Thomas übernimmt die Rolle des Komplementärs (alleinige Geschäftsführung im gewöhnlichen Betrieb, hohe Motivation). Vater und Onkel fungieren als Kommanditisten (Haftungsbeschränkung auf ihre Einlage, kein Risiko für ihr weiteres Privatvermögen, Rückzug aus dem operativen Geschäft möglich). Empfehlung: Umwandlung in eine KG ist zu empfehlen, da sich Vater und Onkel aus dem operativen Geschäft zurückziehen und ihr persönliches Haftungsrisiko begrenzen möchten.
1.3.1 Berechnen Sie das Gesamtergebnis der Schreinerei im Gewinn- und Verlustkonto anhand von Material 1.
Lösung: 57.260 €
1.3.2 Gewinnberechnung für GbR nach Köpfen (Gewinn pro Gesellschafter)
Lösung: 14.000 €
1.3.2 Gewinnausschüttung für KG: Gesamtausschüttung Vater
Lösung: 21.000 €
1.3.2 Gewinnausschüttung für KG: Gesamtausschüttung Onkel
Lösung: 15.750 €
1.3.2 Gewinnausschüttung für KG: Gesamtausschüttung Thomas
Lösung: 5.250 €
1.3.2 Rechenweg und Erläuterung zur Gewinnverteilung der KG
Lösung: Gesamtkapitaleinlage: 240.000 € Verzinsung 4 %: Vater: 4.800 €, Onkel: 3.600 €, Thomas: 1.200 € (Summe: 9.600 €) Restgewinn: 42.000 € - 9.600 € = 32.400 € Aufteilung Rest nach Kapitalanteilen (50 %, 37,5 %, 12,5 %): Vater: 16.200 €, Onkel: 12.150 €, Thomas: 4.050 € Gesamtausschüttung: Vater: 21.000 €, Onkel: 15.750 €, Thomas: 5.250 €
Die ausführliche Erklärung Schritt für Schritt (mit KI) gibt es mit Premium. Premium
Löse sie direkt hier: automatische Korrektur, Hinweise und Lösung Schritt für Schritt.
Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 1 · GK 2021 ›