Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 2 · Abitur Hessen Ernährungslehre LK 2021
Thema: Verdauung, Resorption und Erkrankungen des Verdauungstrakts · Aus der Prüfung LK (2021)
Aufgabenstellung
Material 3: Mukoviszidose
Mukoviszidose (Zystische Fibrose) ist die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit in Deutschland. Es gibt in Deutschland etwa 6000 bis 7000 Betroffene. Ursächlich ist eine Störung der Chloridkanäle exokriner Drüsen, des sogenannten „cystic fibrosis transmembrane conductance regulator“ (CFTR)-Proteins. Dadurch bilden die exokrinen Drüsen ein zähes, dickflüssiges Sekret. In der Folge verstopfen die Ausführungsgänge und es kommt zu wiederholten Entzündungen innerhalb von Organen mit exokrinen Drüsen. Neben der Lunge ist u.a. auch das Pankreas betroffen.
Eine exokrine Pankreasinsuffizienz liegt bei 85 % aller Mukoviszidosepatienten vor. Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen, voluminöse, fettig-glänzende, übelriechende, breiige Stühle und ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen. Unbehandelte Kinder sind meist untergewichtig.
Zum 1. September 2016 wurde in Deutschland ein generelles Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose eingeführt. Durch angemessene Therapie können sowohl der Gesundheitszustand als auch die Lebensperspektive der Erkrankten verbessert werden.
geändert nach: https://www.aerzteblatt.de/archiv/192863/Mukoviszidose (abgerufen am 17.10.2017).
Hinweis: Insuffizienz ist der medizinische Fachbegriff für eine Funktionseinschränkung.
Bei der angeborenen Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose ist auch das Verdauungssystem betroffen.
Erklären Sie die Entstehung der auftretenden Symptome bei Mukoviszidose (Material 3) und entwickeln Sie drei Behandlungsmöglichkeiten für die betroffenen Personen. [18 BE]
a)
b)

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erklären Sie die Entstehung der auftretenden Symptome bei Mukoviszidose (Material 3)
Lösung: Erklärung der Symptomentstehung: - Im exokrinen Anteil des Pankreas werden Enzyme produziert, die an der Kohlenhydrat-, der Protein- und der Fettverdauung beteiligt sind (z. B. α-Amylasen, Peptidasen und Lipasen). - Werden diese Enzyme nicht mehr in ausreichendem Maße von der Bauchspeicheldrüse produziert und in das Duodenum sezerniert, können glykosidische Bindungen, Peptidbindungen und Esterbindungen der energieliefernden Grundnährstoffe nicht mehr hydrolytisch gespalten werden. Eine Resorption der Grundbausteine ist dadurch nicht möglich. - Die unverdauten Grundnährstoffe gelangen in den Dickdarm, wo sie von Mikroorganismen verstoffwechselt werden. Dabei entstehen Gase, die Bauchschmerzen, Blähungen und üble Gerüche des Stuhls verursachen. - Die unverdauten Nahrungsbestandteile erhöhen das Stuhlvolumen und sind zum Teil osmotisch wirksam. Der Wasseranteil des Stuhls erhöht sich, was an der breiigen Konsistenz sichtbar wird. - Der fettige Glanz des Stuhls ist ein Symptom für den Mangel an Lipasen. Mit dem Ausbleiben der Fettverdauung ist eine mangelhafte Resorption der fettlöslichen Vitamine verbunden. - Die Körperzellen werden nicht ausreichend mit energieliefernden Stoffen (z. B. Glukose und Fettsäuren) versorgt. Es fehlen Aminosäuren für die Proteinbiosynthese, sodass Kinder im Wachstum zurückbleiben und meist untergewichtig sind.
Entwickeln Sie drei Behandlungsmöglichkeiten für die betroffenen Personen.
Lösung: Drei Behandlungsmöglichkeiten (Auswahl aus folgenden Optionen): - Diätkost, die aus leicht verdaulichen Nährstoffen besteht, wie Fettsäuren, Monosacchariden, Disacchariden, Aminosäuren und Dipeptiden, die ohne Einwirkung der Enzyme des Pankreas resorbiert werden können. - Pankreasenzyme müssen mit der Nahrungsaufnahme zugeführt werden, damit die Grundnährstoffe verdaut werden können. Die Enzympräparate müssen magensaftresistent sein. - Die Energiezufuhr muss höher sein als bei gesunden Personen, um die eingeschränkte Verdauung und Resorption auszugleichen. Eine Erhöhung des Energiegehalts erreicht man am besten über eine Erhöhung des Fettanteils der Nahrung. - Fettlösliche Vitamine müssen supplementiert werden, um einem Mangel vorzubeugen. - Ausreichende Flüssigkeitszufuhr verflüssigt den Schleim.
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