Aufgabe Vorschlag A - Aufgabe 2.4 · Abitur Hessen Biologietechnik LK 2021
Thema: Molekularbiologische Analyseverfahren · Aus der Prüfung LK (2021)
Aufgabenstellung
Kristalline Erythrocyten – eine Mutation im Hämoglobin-Gen
Der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin (Hb), ist der Sauerstoffträger im Blut der Wirbeltiere. Er liegt bei dem im Blut herrschenden pH-Wert von 7,4 in seiner funktionellen/aktiven Form vor und bindet den Sauerstoff an seinen eisenhaltigen Häm-Gruppen (Material 4). Bei einer Erbkrankheit, der Hämoglobin-C-Krankheit (HbC-Krankheit), sind die Erythrocyten (roten Blutkörperchen) kristallförmig verändert (C). Durch die gegenüber dem normalen Hämoglobin A (HbA) reduzierte Löslichkeit des HbCs kommt es zur Bildung von HbC-Kristallen in den Erythrocyten. Das HbC zwingt dadurch die Erythrocyten in eine charakteristische Kristallform. Ursache ist eine Mutation des Gens, welches für die -Globin-Kette des Hämoglobins codiert.
Bei homozygoten Trägern des HbC-Gens kommt es häufiger zu Verstopfung der Kapillaren und durch verstärkten Abbau der krankhaften Erythrocyten in der Milz zu Blutarmut (Anämie) mit verminderter Lebenserwartung. Bei Heterozygoten liegen dagegen nur wenige HbC-Zellen im Blut vor und zu Beschwerden kommt es lediglich bei starkem Sauerstoffmangel (z. B. im Hochgebirge).
Entwickeln Sie auf Grundlage von Material 6 eine gentechnische Methode zur Diagnose der HbC-Krankheit und skizzieren Sie die gelelektrophoretischen Untersuchungsergebnisse für einen homozygot Gesunden, einen homozygot Erkrankten und einen Heterozygoten.
Hinweis: Homozygot = Es liegen gleiche Allele auf den homologen Chromosomen vor.
Heterozygot = Es liegen zwei unterschiedliche Allele auf den homologen Chromosomen vor.
Material 6: Restriktionsschnittstellen im -Globin-Gen
Hinweis: BP bedeutet Basenpaare. Die entstehenden Endstücke sind im Gel nicht darzustellen.
1.
2.

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Entwickeln Sie auf Grundlage von Material 6 eine gentechnische Methode zur Diagnose der HbC-Krankheit
Lösung: 1. Amplifikation der Ziel-DNA mittels PCR. 2. Verdau mit einem geeigneten Restriktionsenzym, das im normalen Allel an drei Stellen schneidet, im mutierten Gen aber nur an zwei Stellen (da eine Schnittstelle durch die Mutation weggefallen ist). 3. Auftrennung der resultierenden Fragmente mittels Gelelektrophorese. 4. Anfärben/Sichtbarmachung der Banden zur Auswertung.
Skizzieren Sie die gelelektrophoretischen Untersuchungsergebnisse für einen homozygot Gesunden, einen homozygot Erkrankten und einen Heterozygoten.
Lösung: - HH (homozygot gesund): 2 Banden bei 201 BP und 175 BP. - Hh (heterozygot): 3 Banden bei 376 BP, 201 BP und 175 BP. - hh (homozygot HbC-Typ): 1 Bande bei 376 BP (). (Wanderungsrichtung vom Start an der Kathode zur Anode; kleinere Fragmente wandern weiter).
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