Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Biologie LK 2022

Thema: Stoffkreisläufe und Einfluss des Menschen · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

Material 4: Methoden der Schädlingsbekämpfung gegen den Kaffeekirschenkäfer

In der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden Stoffe wie Endosulfan und Chlorpyrifos zur chemischen Schädlingsbekämpfung gegen den Kaffeekirschenkäfer eingesetzt. Diese Stoffe sind jedoch sehr giftig. Sie wirken schädigend auf das menschliche Nervensystem, reichern sich in Nahrungsketten an und werden nur sehr langsam biologisch abgebaut. In den meisten Ländern ist ihre Verwendung mittlerweile verboten. Daher rücken nun umweltverträglichere Methoden in den Fokus. Der mexikanische Forscher Francisco Infante schlägt zur Bekämpfung von Kaffeekirschenkäfern unter anderem vor:

1) In Anbaugebieten, in denen es nur eine Kaffee-Ernte im Jahr gibt, soll nach der Ernte der Boden von heruntergefallenen Früchten gesäubert werden.

2) In Kaffeeplantagen, in denen die Kaffeesträucher mehrmals im Jahr blühen, werden rote Insektenfallen aufgestellt, die mit einem Alkoholmix ausgestattet sind. Die Fallen sind so konstruiert, dass die Insekten wieder daraus entfliehen können, aber dabei mit Pilzsporen von B. bassiana in Kontakt kommen. Sammeln sich in kurzer Zeit sehr viele Tiere in den Lockfallen, so wird zwei bis drei Wochen später zusätzlich noch die Wespe C. stephanoderis in der Kaffeeplantage ausgebracht.

Erklären Sie die beiden in Material 4 dargestellten Vorschläge zur Bekämpfung des Kaffeekirschenkäfers mithilfe von Material 1 und 2. (Material 1, 2 und 4) [10 BE]

a)

b)

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3 · Abitur Hessen Biologie LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Erklärung von Vorschlag 1

Lösung: Vorschlag 1: In den herabgefallenen Früchten können Käfer bis zur nächsten Fruchtreife im folgenden Jahr überleben. Da die männlichen Käfer nicht fliegen können und die weiblichen Käfer schlechte Flieger sind, wird der Befall mit dem Schädling wahrscheinlich durch die Fruchtabfälle in der eigenen Plantage verursacht. Durch Einsammeln der heruntergefallenen Früchte können die Käfer dezimiert werden.

Erklärung von Vorschlag 2

Lösung: Vorschlag 2: In den Plantagen, in denen die Kaffeesträucher mehrmals blühen, ist dauerhaft eine Infektionsgefahr der Kaffeekirschen durch Kaffeekirschenkäfer gegeben. Insektenfallen können durch die rote Farbe und den Alkohol reife Kaffeefrüchte vortäuschen und Kaffeekirschenkäfer anlocken. Dadurch, dass die Käfer entfliehen können, aber mit Pilzsporen infiziert werden, soll erreicht werden, dass die entflohenen Käfer den Pilz an Artgenossen weitergeben, sodass möglichst viele Käfer durch den Pilz abgetötet werden. Durch die Fallen zeigt sich auch das Ausmaß des Befalls. Sind viele Schädlinge vorhanden, so kann die Wespenart C. stephanoderis die Brut der Käfer zusätzlich dezimieren, da ihre sich in den Bohrgängen der Käfer entwickelnden Larven die Käferlarven auffressen.

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