Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 4 · Abitur Hessen Biologie LK 2022

Thema: Nervenzelle, Membranpotenziale und Sinneszellen · Aus der Prüfung LK (2022)

Aufgabenstellung

Aufgabe 4

Deuten Sie die Versuchsergebnisse zum Natrium-Ioneneinstrom in Material 4 und entwickeln Sie eine Hypothese zur molekularen Wirkung von ExTxA im Zusammenhang mit Material 2. (Material 2 und 4) [14 BE]

Material 2: Struktur und Funktion spannungsabhängiger Natrium-Ionenkanäle

Die spannungsabhängigen Natrium-Ionenkanäle aller Neuronen werden von Membranproteinen gebildet, die aus ca. 2000 Aminosäuren bestehen. Das Kanalprotein enthält mehrere Bereiche mit zahlreichen positiv geladenen Aminosäure-Seitenketten und besitzt auf der Membraninnenseite eine charakteristische Struktur, die als IFM-Schleife bezeichnet wird.

Material 4: Wirkung von ExTxA auf spannungsabhängige Natrium-Ionenkanäle

Für die Schmerzleitung verantwortliche sensorische Neuronen von Mäusen wurden isoliert und in einer Nährlösung kultiviert. Mithilfe einer speziellen Untersuchungstechnik wurde an diesen Zellen die Reaktion der Natrium-Ionenkanäle auf eine Potenzialänderung gemessen. Ausgehend von −80 mV-80\text{ mV} wurde das Membranpotenzial ab dem Zeitpunkt 00 für den gesamten Messzeitraum auf −10 mV-10\text{ mV} depolarisiert und der Verlauf des dadurch hervorgerufenen Natrium-Ioneneinstroms registriert.

Die Abbildung zeigt den Zeitverlauf des Natrium-Ioneneinstroms bei einem Neuron in einer Lösung, die ExTxA in einer Konzentration von 50 nmol/l50\text{ nmol/l} enthielt, sowie bei einem Neuron in einer Lösung ohne ExTxA (Kontrolle).

a)

b)

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag B - Aufgabe 4 · Abitur Hessen Biologie LK 2022

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Deuten Sie die Versuchsergebnisse zum Natrium-Ioneneinstrom in Material 4.

Lösung: ExTxA hat keinen Einfluss auf die Öffnung der Natrium-Ionenkanäle durch die Depolarisation, was daran erkennbar ist, dass der maximale Natrium-Ioneneinstrom sowohl mit als auch ohne Gift gleich schnell erreicht wird und gleich hoch ist. Während die Natrium-Ionenkanäle des Neurons in der Kontroll-Lösung nach 60 ms vollständig undurchlässig sind, wodurch der Natrium-Ioneneinstrom auf null zurückgeht, bewirkt dagegen ExTxA, dass die Natrium-Ionenkanäle der Zellen teilweise offen bleiben. Auch bei Ende der Messzeit wird deshalb noch ein deutlicher Natrium-Ioneneinstrom registriert.

Entwickeln Sie eine Hypothese zur molekularen Wirkung von ExTxA im Zusammenhang mit Material 2.

Lösung: Das Toxin könnte sich von außen an den Natrium-Ionenkanal binden und dadurch eine Konformationsänderung des Proteins bewirken, sodass die Bewegung der IFM-Schleife behindert wird oder sie nicht mehr passgenau die Kanalöffnung verschließen kann. Dadurch bleibt der Kanal in der Inaktivierungsphase teilweise durchlässig für Natrium-Ionen.

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