Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · Photonenantrieb 2026

Thema: Photonen und Photoeffekt · Aus der Prüfung LK · Photonenantrieb (2026)

Aufgabenstellung

Photonenantrieb

Ein Physikteam an der Universität Santa Barbara analysiert neuartige Antriebstechnologien für die Raumfahrt. Mithilfe von leistungsstarken Lasern könnten künftig Flüge zum Mars innerhalb weniger Wochen oder sogar Flüge zu anderen Sternsystemen möglich werden.

Material 1: Laserlicht für den Photonenantrieb

Nach den Ideen des Physikteams der Universität Santa Barbara müssten für den Antrieb leistungsstarke Laser auf ein großes Segel ausgerichtet werden, das mit einem Raumschiff verbunden ist. Laserlicht ist besonders geeignet, weil das Lichtbündel eines Lasers sich nur verhältnismäßig wenig aufweitet und eine hohe Intensität aufweist. Darüber hinaus ist es monochromatisch. In dem geplanten Projekt für den Antrieb sollen die Laser infrarotes Licht der Wellenlänge 1,06 μm1{,}06\ \mu\text{m} emittieren. Die Photonen übertragen ihren Impuls auf das Segel und beschleunigen damit das Raumschiff.

Weil ein einzelner Laserstrahl für den Antrieb nicht intensiv genug ist, muss aus einer Vielzahl einzelner Laser eine Laserkanone aufgebaut werden.

Material 2: Mögliche Positionen der Laserkanone

In ihrer Veröffentlichung gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich die Laserkanone auf einer erdnahen Kreisbahn um die Erde bewegt. Dabei muss die Laserkanone ständig neu ausgerichtet werden, um das Segel des Raumschiffs zu treffen.

Es ist auch denkbar, mehrere Laserkanonen für den Photonenantrieb auf der Erdoberfläche aufzustellen. Eines der dabei auftretenden Probleme ist, dass die Erdatmosphäre Licht nicht vollständig durchlässt, wobei der Anteil der durchgelassenen Strahlung von der Wellenlänge abhängt (vgl. Abb. 2).

Material 3: Die technische Umsetzung des Photonenantriebs

Ein Vorteil der Technologie ist, dass das Antriebssystem nicht in die Sonde eingebaut werden muss. Das spart Energie, weil deutlich weniger Masse beschleunigt werden muss.

Das größte Problem ist der Energiebedarf für den Antrieb. Selbst wenn nur eine ultraleichte unbemannte Sonde beschleunigt werden soll, muss die Laserkanone nach den Modellrechnungen der Wissenschaftler eine Leistung von 30 GW30\ \text{GW} in Form von Licht abgeben. Um dies zu erreichen, wird eine elektrische Leistung von 70 GW70\ \text{GW} benötigt. Im Vergleich dazu betrug der durchschnittliche Gesamtenergiebedarf eines privaten Haushalts im Jahr 2021 in Deutschland ca. 60 GJ60\ \text{GJ}.

Material 4: Auszug aus einem Zeitschriftenartikel über den Photonenantrieb

„Derart energieintensive Laserstrahlen könnten eine nur wenige Gramm schwere Minisonde dann aber binnen zehn Minuten auf ein Viertel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen. Danach würde die Sonde ohne weiteren Antrieb ungebremst durchs All rasen. Sie wäre nach 30 Minuten am Mars und nach [...] 20 Jahren bei Alpha Centauri. [...]

Zuallererst aber müssten die Physiker Geldgeber finden, um ihr futuristisches Antriebskonzept erst einmal praktisch untersuchen zu können. Letztlich geht es dabei um die Frage, wie viele Milliarden die Menschheit bereit ist zu investieren, um ein paar Gramm Nutzlast zu bislang unerreichbaren Sternen schicken zu können.“

Bei Alpha Centauri handelt es sich um ein Sternsystem, das mit einem Abstand von ca. 4,3 Lichtjahren zu den Sternen mit dem geringsten Abstand zu unserem Sonnensystem gehört.

2 Durch den Antrieb (M 1) soll Impuls übertragen werden.

a)

Berechnen Sie die Anzahl und den Gesamtimpuls der Photonen, die in einer Sekunde von der Laserkanone abgegeben werden. Gehen Sie davon aus, dass die dafür bereitgestellte Laserkanone eine Leistung von 30 GW in Form von Licht abgibt.

b)

Zwei Laserkanonen sind gleich gut für den Photonenantrieb geeignet, wenn die pro Sekunde emittierten Photonen denselben Gesamtimpuls haben. Überprüfen Sie, ob diese Bedingung erfüllt ist, wenn die beiden Laserkanonen Licht mit der gleichen Leistung, aber mit unterschiedlichen Wellenlängen λ1\lambda_1 und λ2\lambda_2 abgeben.

Aufgabenstellung: Aufgabe 2 · Abitur NRW Physik LK · Photonenantrieb 2026

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

a Berechnen Sie die Anzahl der Photonen, die in einer Sekunde von der Laserkanone abgegeben werden.

Lösung: 1,6⋅10291{,}6\cdot 10^{29}

a Berechnen Sie den Gesamtimpuls der Photonen, die in einer Sekunde von der Laserkanone abgegeben werden.

Lösung: 100 kg·m/s / 100 N·s

b Überprüfen Sie, ob diese Bedingung erfüllt ist, wenn die beiden Laserkanonen Licht mit der gleichen Leistung, aber mit unterschiedlichen Wellenlängen λ1\lambda_1 und λ2\lambda_2 abgeben.

Lösung: Berechnung des Gesamtimpulses für einen Laser mit der Wellenlänge λ1\lambda_1: pges=N⋅pPhoton=ELaserEPhoton⋅pPhoton=P⋅t⋅λ1h⋅c⋅hλ1=P⋅tcp_{\text{ges}} = N \cdot p_{\text{Photon}} = \frac{E_{\text{Laser}}}{E_{\text{Photon}}} \cdot p_{\text{Photon}} = \frac{P \cdot t \cdot \lambda_1}{h \cdot c} \cdot \frac{h}{\lambda_1} = \frac{P \cdot t}{c} Da die Wellenlänge herausgekürzt werden kann, erhält man für einen Laser der Wellenlänge λ2\lambda_2 dasselbe Ergebnis. Der Gesamtimpuls der emittierten Photonen ist in beiden Fällen gleich groß.

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