Aufgabe 2 - Teilaufgabe 2: Formanalyse mit analys… · Abitur NRW Kunst GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg 2023
Thema: Formanalyse mit analysierender Skizze · Aus der Prüfung GK · Haupttermin · Weiterbildungskolleg (2023)
Aufgabenstellung
Materialgrundlage
Bildmaterial
Abbildung 1 (Frontalansicht des Gesamtwerkes): Rebecca Horn: Chor der Heuschrecken I, 1991, 33 Schreibmaschinen, 1 Schreibmaschinenkoffer, Blindenstock, schwarzes Band, Metallaufhängungen, Elektromotoren, Elektronik, 351 x 349 x 270 cm, Hamburger Kunsthalle
Abbildung 2 (Detailansicht der Schreibmaschinen): siehe oben
Abbildung 3 (Detailansicht einer Schreibmaschine mit elektrischem Hubmagneten zum Herunterdrücken einer Buchstabentaste): siehe oben
Textmaterial
Zusatzinformationen zur Funktion der Installation (Textmaterial 1)
„Chor der Heuschrecken I“ ist eine begehbar kinetische Rauminstallation, bestehend aus 33 von der Decke hängenden historischen Schreibmaschinen. Sobald eine Besucherin / ein Besucher den Ausstellungsraum betritt, setzt über einen Bewegungsmelder ein Antriebssystem die mit Stromkabeln verbundenen Hubmagnete und Motoren in Gang, wodurch sowohl die Schreibmaschinen als auch die Tasten bewegt werden. Kippbewegungen der Maschinen sowie „dirigierende“ Bewegungen eines auf den Boden gerichteten Blindenstocks ergeben ein unharmonisches Konzert aus zufälligen metallischen, asynchronen und synchronen Geräuschen und Bewegungen von Pausen unterbrochen.
Zusatzinformationen zum Motiv der Heuschrecke (Werktitel; Textmaterial 2)
Die Männchen versammeln sich in „Chören“ (Schwärmen) und erzeugen in regelmäßigen Abständen synchron Zirplaute, die aus im Sekunden-Takt produzierten Signalen bestehen, um die Weibchen anzulocken. Die großen Schwärme können aufgrund ihrer Gefräßigkeit ganze Landstriche zerstören.
Zusatzinformationen zum historischen Kontext (Textmaterial 3)
Rebecca Horn äußerte sich zu ihrer Installation „Der Chor der Heuschrecken I“ folgendermaßen: „Zur Zeit des Golf-Krieges habe ich hier in Berlin die Installation […] entwickelt. Es ist eine Arbeit über Angst und Sprachlosigkeit.“ 1
Im August 1990 überfielen irakische Truppen das militärisch unterlegene Emirat Kuwait. Im besetzten Territorium ging die irakische Armee äußerst brutal vor, plünderte und verschleppte zahlreiche Kuwaitis. Aus Sicht der USA, Großbritanniens, Saudi-Arabiens und anderer westlich dominierter Staaten stellte dieser Überfall eine Bedrohung der Stabilität der gesamten Region im Nahen Osten (Golfregion) dar und eigene Wirtschaftsinteressen erschienen gefährdet.
Die Entscheidung zum militärischen Eingreifen mit Ermächtigung der Vereinten Nationen wurde in den USA durch eine Medienkampagne vorbereitet. Im Januar 1991 intervenierte eine US-geführte Koalition mit einem schweren Bombardement, das Hunderttausende zivile und militärische Opfer forderte. Unabhängigen Kriegsberichterstatterinnen und -erstattern wurde nicht die Möglichkeit gewährt, über das Kriegsgeschehen unmittelbar vor Ort zu berichten.
(Autorentexte)
1 Rebecca Horn: „Für mich ist diese Außenseiterposition essentiell“, in: Aulikki Eromäki und Ingrid Wagner-Kantuser: Weiblichkeit und ästhetisches Handeln bei zeitgenössischen bildenden Künstlerinnen 1975 – 1990. Promotionsschrift. Berlin: Fakultät der Universität der Künste 2002, Teil 3: Die Interviews der bildenden Künstlerinnen, S. 346
2. Analysieren Sie die formale Gestaltung des Werks und gehen Sie dabei vor allem auf die folgenden Aspekte ein:
Körper-Raum-Beziehungen (einschließlich der Richtungsbezüge),
Farben und Formen,
Materialität,
Bewegungen und Geräusche,
Betrachterbezug.
Erstellen Sie zuerst eine analysierende Skizze zum Aspekt „Körper-Raum-Beziehung“ (bezogen auf die Gesamtansicht von Horns Werk „Chor der Heuschrecken“). Beziehen Sie die dabei gewonnenen Erkenntnisse erläuternd in Ihre Analyse ein. (44 Punkte)
2.1
2.2

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erstellen Sie zuerst eine analysierende Skizze zum Aspekt „Körper-Raum-Beziehung“ (bezogen auf die Gesamtansicht von Horns Werk „Chor der Heuschrecken“).
Lösung: Analysierende Skizze der Gesamtansicht mit visueller Erfassung der Raumachsen, Richtungsvektoren, Mittelsenkrechten, geometrischen Rasterung der Schreibmaschinen und des Richtungsbezugs des Blindenstocks.
2. Analysieren Sie die formale Gestaltung des Werks (Körper-Raum-Beziehungen, Farben und Formen, Materialität, Bewegungen und Geräusche, Betrachterbezug).
Lösung: Ausführliche Formanalyse der Rauminstallation unter Einbezug der Skizze.
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